Das Ende ist der Anfang

Komm zu mir Harry! Ergib dich und der Rest deiner Freunde wird verschont werden! Es ist schon genug reines Blut vergossen worden! Du hast eine Stunde, danach werden die Kämpfe fortgesetzt!" Die Magisch verstärkte stimme Lord Voldemorts schallte wie das Zischen einer wütenden Schlange über die gesamten Ländereien Hogwarts. Der Lärm der Kämpfe war verstummt, nur das Knistern der Flammen und die verteilten Klagerufe der Verletzten waren sonst noch zu hören während beide Seiten ihre Verwundeten versorgten und die Toten einsammelten.

Abseits dessen machte sich eine einsame Gestalt mit schwarzen unruhigen Haaren mit unsicherem, hinkendem schritt auf in Richtung der dunklen Bäume des Verbotenen Waldes. Er begegnete niemanden auf seinem Weg und das war ihm auch ganz recht, er wusste das er an seinem Ziel sterben würde, dass er seinem Ende entgegen ging. Sein einziger Trost war, dass der dunkle Lord darauf hin sterblich war. Sie hatten alle Horcruxe zerstört, zumindest fast alle, einer war noch übrig. Er selbst. Aber auch das nicht mehr lange.

Am Waldrand angekommen lehnte er sich kraftlos gegen einen der dicken, alten Bäume. „Bis gleich, Mamma, Papa, Sirus - Gleich bin ich bei euch" seine Stimme klang rau und gebrochen und seine sonst lebendig leuchtenden grünen Augen waren nur noch leblose matte scheiben.

Kraftlos machte er sich erneut auf den weg. Die strecke kam ihm schier unendlich lang und die Steine und wurzeln in seinem Weg unüberwindbar vor. Schließlich sah er den sterilen bläulichen schein magischer lichter durch die Bäume scheinen und als er näherkam, erkannte er die gewaltigen Ausmaße des gegnerischen Lagers. Im hinteren Teil der Lichtung war ein Feldlazarett aufgestellt worden, und er konnte Heiler erkennen, die zwischen den Feldbetten mit verwundeten hin und her liefen.

Nebendran stand ein riesiger metallener käfig in dem mehrere dunkle gestalten an ketten von der decke hingen. Viele dieser gestalten wahren erschreckend still doch bei manchen sah er Bewegungen und konnte ein leises Klirren der ketten wahrnehmen. Auf die Entfernung konnte er nur Eine Person erkennen, Hagrid der aufgrund seiner Größe nicht hing, sondern an die Seite des Käfigs gekettet war.

Erleichterung durchströmte Harry als Hagrid von einem Hustenanfall durchgeschüttelt wurde. „Hagrid, du lebst!" obwohl ihm der Satz nur als flüstern über die Lippen kahm wurde er offensichtlich doch von jemanden gehört.

„Ah, Harry du bist also wirklich gekommen, um zu sterben" ruckartig wandte Harry den Kopf zur anderen Seite der Lichtung, wo Lord Voldemort auf einem goldenem Tron sahs und mit einem amüsierten lächeln seinem Zauberstab zwischen den Fingern hin und her drehte. Um ihn herum stand der Rest seines inneren Zirkels, ihr Markenzeichen, die knochenweißen Schädel Masken herabgezogen, so dass er sie alle erkennen konnte. „Oh! Ist der kleine Potti gekommen, um seine Freunde zu retten?" erklang die amüsierte ironische stimme von Bellatrix Lestrange während die anderen lachten.

Harry trat einige Meter vor auf die Lichtung, „Hallo Tom, Ich bin hier, um es zu beenden." Eine eisige ruhe überkam Harry, alle sorgen, die Verzweiflung, die Angst, alle Gefühle, die ihn auf dem Weg durch den Verbotenen Wald gequält hatten, waren einer betäubenden Apathie gewichen.

„In Anbetracht deiner aktuellen Lage" – die Todesser lachten bei den Worten ihres Lords – „erlaube ich dir mich bei diesem Namen zu nennen." Harry glaubte fast etwas wie Respekt über seine Taten in den Augen seines Feindes sehen zu können, allerdings verschwand dieser Ausdruck so schnell wieder, wie er gekommen war. „Irgendwelche letzten Worte, bevor ich dich aus diesem Leben schicke, denn der Eine Muss von der Hand des Anderen sterben" Harry entging der letzte Satz aus der Prophezeiung nicht, er verschwendete jedoch auch keinen Gedanken an die merkwürdige Formulierung des dunklen Lords. „nur eine letzte bitte Tom, verschone sie, verschone Hogwarts." „Nun gut, ich bin gewillt dir deinen Letzen Wunsch zu erfüllen und jetzt mach dich bereit." Während Lord Voldemort aus seinem Tron aufstand und den Zauberstab hob, breitete Harry die arme aus, als wolle er den kommenden Tod umarmen und murmelte leise „ich komme!" eine einsame Träne rollte seine Wange hinunter als vor seinem inneren Auge die Gesichter seiner Freunde vorbeizogen.

Te ex hoc Mundo et tempore in aeternum damnabo et expellam!" Toms stimme nahm bei den worten einen merkwürdig dissonanten Widerhall an, und Harry konnte spüren, wie sich magische Kräfte um seinen Gegner ballten. Die Wipfel der umstehenden Bäume beugten sich unter dem sog der Magie in seine Richtung und wurden farblos und verdorrt. In schimmernden Schlieren floss die Energie um Voldemorts Körper, wund sich um seinen ausgestreckten arm und floss schließlich in den Zauberstab, aus dem ein lichtblitz in einer Farbe herausschoss, die nur als „rückwärts" zu beschreiben war.

Als das Licht Harry erreichte, umhüllte es nun ihn, und er fühlte sich, als ob er gleichzeitig von allen Seiten zerquetscht und auseinandergerissen wurde, er hatte das Gefühl zu fallen, und doch spürte er den festen Boden unter sich. Langsam änderte sich auch das Licht, es wurde immer dunkler und als er nur noch Pech schwarzsah, wurde es langsam wieder heller, bis er seine Augen vor dem grellen licht verschließen musste, der Wechsel wurde immer schneller und schneller bis das Flackern zu einem einheitlichem grau überging und Harry merkte, wie er in die Selige Umarmung der Bewusstlosigkeit glitt.