29. Sukuna
„Hat dir schon mal jemand gesagt, dass du überaus undankbar bist, Balg? Ich hätte deine Freunde mit Leichtigkeit töten können, doch stattdessen habe ich ihre wertlosen Leben verschont. Worüber regst du dich also so auf?"
Sukuna saß auf seinem Thron und wirkte entschieden zu selbstzufrieden auf Yuuji. Sein Grinsen war alles andere als sympathisch und drückte eindeutig Spott aus. Yuuji hasste es den König der Flüche so zu sehen. So als hätte er gewonnen.
„Ich rege mich darüber auf, dass ihr mich betrogen habt! Du und Uraume, ihr habt so getan als würdet ihr mir helfen wollen, nur um mich dann zu verraten!", schleuderte ihm Yuuji entgegen, „Ihr habt euer Wort gebrochen…."
Sukuna wackelte tadelnd mit seinem Finger. „Oh nein, das haben wir nicht, denn das ist nicht das, was passiert ist", erklärte er entschieden, „Du wolltest zurück zu deinen Brüdern und Freunden, wir haben dich zu ihnen zurück gebracht. Du wolltest versuchen ihre Leben zu retten, diesen Versuch haben wir dir gestattet. Er ist gescheitert, aber zumindest hatte Kenjaku keine Geiseln mehr, bevor wir dich, wie du es nennst, betrogen haben."
„Das weißt du nicht. In der Sphäre…."
„In der Sphäre hätte alles Mögliche vorgehen können, du weißt ebenfalls nicht was da drinnen passiert ist", belehrte ihn Sukuna.
„Es waren nicht alle in Sicherheit", betonte Yuuji, „Ich wollte Kenjaku bekämpfen, aber du … Was wenn er den Kaiser tötet?!"
Sukuna zuckte die Schultern. „Dann passiert das eben - auch wenn ich es nicht für besonders wahrscheinlich halte. Kenjaku mag stark sein, aber ob er stark genug ist um ein Sechsauge zu besiegen – noch dazu dieses Sechsauge – wage ich zu bezweifeln", gab er zurück, „Aber selbst wenn, ob das geschieht oder nicht, ist nichts, was du verhindern kannst. Ich meine welchen Beitrag zu diesem Kampf wolltest du eigentlich genau leisten, wenn ich fragen darf? Denkst du wirklich ein paar Tage Training reichen aus um aus dir einen ernstzunehmenden Gegner für einen jahrhundertealten Fluchmagier zu machen? Vermutlich wärst du Gojo sogar nur im Weg gewesen, wenn wir nicht eingeschritten wären."
Yuuji wollte das alles nicht hören und schüttelte wütend den Kopf. Er deutete anklagend auf Sukuna. „Du hast mich betrogen um meinen Körper zu stehlen!", betonte er.
Sukuna seufzte, und sein Blick glitt einen Moment lang ins Nichts. Dann sah er wieder Yuuji an. „Ich sagte es dir schon einmal: Du hältst mich gefangen. Erwartest du von mir, dass ich mich damit abfinde?", wollte er dann wissen.
„Es ist mein Körper", betonte Yuuji.
„Und es sind meine Finger. Keiner hat dich gezwungen den ersten zu essen. Das war ganz alleine deine Idee", gab Sukuna zurück, „Alle anderen Fingern sind nur eine Draufgabe. Wenn man es genau nimmt, dann hast du mich in deinen Körper eingeladen, aber danach hast du dich als alles andere als zuvorkommender Gastgeber erwiesen."
Das war alles Nonesense. „Ich wollte Magie beherrschen und keine fremde Stimme in meinem Kopf hören", gab er zurück.
„Und warum hast du zugestimmt alle anderen Finger zu suchen?", wollte Sukuna wissen, „Dich bereit erklärt uns beide exekutieren zu lassen, sobald alle Finger gefunden wurden?"
„Sie hätten uns sowieso hingerichtet", murmelte Yuuji, „So habe ich uns Zeit erkauft."
„Falsch, so hast du dir Zeit erklauft", korrigierte ihn Sukuna bestimmt, „Meine Rolle in deinem Leben hätte die des was sein sollen? Des ewigen Gefangenen? Du hast dich bereit erklärt als mein Gefängnis zu dienen bis zum Tag meiner Hinrichtung. Wer gibt denen das Recht mich hinzurichten?"
Das war keine Dikussion auf die Yuuji sich einlassen wollte. Die Todesstrafe war ein heikles Thema und in Japan weiter verbereitet als in vielen anderen als zivilisiert und demokratisch geltenden Industrie-Nationen der modernen Welt. Er war kein Befürworter davon, aber er war mit dem Wissen aufgewachsen, dass diese Strafform in seinem Land als ganz normal angesehen wurde. Und Sukuna war ja nicht einmal ein echter Mensch, oder? Zumindest nicht mehr.
„Genau genommen ist das hier dein zweites Leben, oder nicht? Beim ersten Mal hast du versucht den Tod auszurtricksen indem du dich in deinen Fingen versteckt hast. Das heißt, du hattest schon viel mehr Leben als die meisten anderen. Und in diesem Leben warst du nicht gerade nett. Ich meine, du hast Menschen gegessen!", argumentierte er schwach, „Und du hast noch viel schlimmere Dinge gemacht, nehme ich an."
„Warum? Nur weil ich ein Fluch geworden bin?", gab Sukuna zurück, „Was weißt du eigentlich wirklich über mich, Yuuji? Haben sie Fushiguros Mutter nicht hingerichtet, obwohl sie nichts getan hatte außer seinen Vater zu heiraten und als Sklaven anzunehmen? Das war nicht fair, oder? Wer sagt, dass mein Tod fairer wäre? Ja, ich habe Menschen gegessen, aber ist dir schon mal in den Sinn gekommen, dass das für mich einfach nichts Schlimmes war? Warum sollten die Standarts der modernen Jujutsu-Gesellschaft für mich gelten?"
„Du bist ein kaltblütiger Mörder, das hat nichts mit modernen Standarts zu tun", hielt Yuuji dagegen, „Ich habe es selbst erlebt: Wie du meine Hände benutzt hast um zu morden." Er zitterte, wenn er nur daran zurück dachte. „Egal wie sehr du es versuchst, du kannst dich nicht als den moralisch Überlegenen darstellen. Nicht in diesem Fall."
„Ich weiß, dass ich niemals einen Jungen hingerichtet hätte, nur weil er ein Fluchobjekt geschluckt hat", meinte Sukuna, „Weil ich das als Verschwendung ansehen würde. Vielleicht hast du recht: Ich kann keine moralische Überlegenheit anmelden, weil mich Moral nie besonders geschert hat, aber sie sind nicht besser als ich, und das weißt du auch. Ich war ein tyrannischer Herrscher, aber sie sind nicht weniger tyrannisch als ich. Warum sollte ich mich ihrer Tyrannei unterwerfen? Hattest du wirklich vor das zu tun? Warst du wirklich bereit dich, wenn die Zeit gekommen ist, einfach so hinrichten zu lassen?"
Diese Frage erwischte Yuuji kalt, weil er nicht auf sie vorbereitet war. „Ich …" Er hatte keine wirkliche Antwort auf sie, wenn er ehrlich war. „Vielleicht hatte ich ja gehofft, dass es nie dazu kommt. Aber ich nehme an, ich hätte es akzeptiert, wenn es das Beste für alle anderen gewesen wäre…"
„Blödsinn!" Sukuna schnaufte abfällig und funkelte Yuuji erbost an. „Erzähl mir doch keinen Unsinn! Ich kenne dich, du hast jeden Moment der Herablassung gehasst. Zuerst lässt du dich von ihnen mies behandeln und dann auch noch hinrichten? Oh nein, du hast zugestimmt bei der Suche nach den Fingern zu helfen, damit du eben nicht hingerichtet wirst. Du wolltest Magie lernen, damit du eben nicht hingerichtet wirst. Anderen zu helfen und all der Unsinn, das waren nur Ausreden. Gefäß oder nicht, du hast mich vom ersten Moment an, als wir verschmolzen sind, bekämpft - du hast um dein Überleben gekämpft. Um deinen Körper. Das betonst du immer wieder, weil es das Einzige ist, was dir geblieben ist: Dein Körper und dein Geist. Keines von beiden willst du so einfach aufgeben. Und wer kann dir das verübeln? Soll ich wirklich glauben, dass du mich dafür bis zum letzten Atemzug bekämpfst, aber zulässt, dass dir andere rauben, was du mir nicht gönnst? Du bist Itadori Yuuji, niemals würdest du einfach so aufgeben. Aber von mir erwartest du, dass ich es tue, weil ich Dinge in meinem Leben getan habe, die du als böse empfindest?"
Yuuji verspürte den irrationalen Drang sich die Hände auf die Ohren zu pressen und einfach nicht mehr zuzuhören. Aber da sie sich in seinen Kopf befanden, würde das nichts bringen, also ließ er es bleiben.
„Was willst du von mir hören?! Ja, ich verstehe, dass du nicht sterben willst! Ja, ich verstehen, dass du dich gefangen fühlst! Ja, du hast recht, ich hasse sie und wollte nicht sterben! Und ja, vielleicht wollte ich Magie lernen um nützlich genug zu sein um nicht einfach hingerichtet zu werden! Oder vielleicht wollte ich sie einfach nur lernen, um ein Erbe zu hinterlassen, vielleicht wollte ich Gutes tun, nicht weil es das Richtige ist, sondern weil ich etwas Sinnvolles mit meinem Leben anstellen wollte, etwas hinterlassen wollte, was von Bedeutung war!"
„Ja, ich wollte nicht alleine sterben, und ja, vermutlich wollte ich gar nicht sterben! Und ich weiß nicht was ich getan hätte, wenn alles nach Plan gelaufen wäre, und alle Finger gefunden worden wären, und sie mich hätten hinrichten wollen! Vielleicht hast du recht, vielleicht hätte ich versucht mein Leben zu retten, egal ob das richtig oder falsch ist! Aber ich habe Magie nicht nur lernen wollen um mein Leben vor dieser Hinrichtung zu bewahren, damit irrst du dich!", schrie Yuuji den König der Flüche regelrecht an, „Aber was nutzt es, wenn ich all das zugebe!"
„Dass du endlich ehrlich bist, das nutzt es", erwiderte Sukuna unbeeindruckt, „Dass du begreifst, dass wir beide eines gemeinsam haben: Wir wollen beide nicht sterben, und wir wollen beide nicht gefangen im Körper eines anderen sein."
Yuuji erwiderte nichts, sondern wartete ab. Er wusste, dass das der Beginn einer neuen Geprächsrichtung war, nicht das Ende einer alten.
„Und jetzt, wo du das tust, können wir darüber reden was als Nächstes geschehen muss", fuhr Sukuna fort, „Wir können darüber reden, dass wir uns verbünden müssen anstatt uns weiter zu bekämpfen."
„Das haben wir versucht, aber du hast mich betrogen. Gerade eben", konnte sich Yuuji nicht verkneifen.
„Ich spreche nicht von solchen Kleinigkeiten wie Ratschläge erteilen und Gefallen tun", gab Sukuna zurück, „Ich spreche von einer Partnerschaft."
„Ich überlasse dir auf keinen Fall freiwillig die Kontrolle über meinen Körper", betonte Yuuji, „Das kannst du knicken."
„Ich habe nicht vor dich zu übervorteilen, Yuuji", behauptete Sukuna.
„Ich werde meinen Körper auch nicht mit dir teilen", erklärte Yuuji, „Es wird keine Yuuji bei Tag und Sukuna bei Nacht-Lösung geben; denn erstens brauchen wir Schlaf, und zweitens vertraue ich dir nicht genug für so eine Lösung. Wer weiß was du in deiner Zeit anstellen würdest? Was ich dann immer wieder ausbaden müsste?"
„Dein Mangel an Vertrauen ist drollig", meinte Sukuna, „Als ob ich nicht dazu in der Lage wäre auf uns aufzupassen."
„Es geht mir nicht um Fragen der Sicherheit, sondern um andere Konsequenzen deiner Taten, mit denen ich würde leben müssen. Aber ich erwarte nicht, dass du verstehst wie das für mich wäre. Weil das alles für dich ja nichts Schlimmes ist, wie du selbst gesagt hast", erklärte Yuuji.
„Meine Taten wären meine Taten, nicht deine", meinte Sukuna.
„Du hättest sie in meinem Körper begangen, es wären also meine Taten", widersprach Yuuji.
„Nun, in diesem Fall beruhigt es dich vielleicht, dass ich nicht vorhabe in deinem Körper zu bleiben. Wir haben schon mehrfach erwähnt, dass du ein Gefängnis darstellst. Mir wäre ein Körper lieber, über den ich tatsächlich die Kontrolle habe, und das immer", verkündete Sukuna dann.
„Du willst …. Wirt wechseln?" Yuuji traute seinen Ohren kaum.
„Damit würdest du bekommen was du dir wünscht: Deinen Körper zurück. Deine Freiheit zurück. Dein Leben zurück, denn keiner würde dich mehr hinrichten wollen. Und ich wäre ebenfalls frei", führte Sukuna aus, „Wir hätten beide das, was wir uns wünschen."
Das war … leider nicht möglich. „Aber jemand anderer wäre … versklavt oder gar tot. Du würdest jemand anderen in Besitz nehmen", wurde Yuuji klar, „Der Preis für meine Freiheit wäre das Leben eines anderen."
„Yuuji … es könnte jemand sein, der nichts Besseres verdient hätte", gab Sukuna zurück, „Alles, was nötig ist, sind ein Finger und deine Mitarbeit."
Jemand, der es nichts Besseres verdient hätte. Ein Jujujist, der ihn tot sehen wollte. Ein Schwerverbrecher. Ein Mensch im Koma ohne messbare Gehirnwellen…. Es gab so viele Möglichkeiten. Aber …
„Nein", flüsterte Yuuji, „Nein, es tut mir leid, aber ich kann das einfach nicht gut heißen. Ich kann niemand anderen opfern, nur um mich zu retten."
Sukuna betrachtete ihn nachdenklich. „Oder ich verzichte auf deine Mitarbeit und nehme mir einfach Fushiguro. Dein kostbarer Megumi beherrscht den Zehnschatten-Technik. Wenn ich die hätte, dann könnte ich deinen geliebten Kaiser besiegen und töten und könnte so den mächtigsten aller Jujujisten neutralisieren und wäre nicht mehr aufzuhalten", schlug er kalt vor.
Yuuji wurde flau im Magen, als er das hörte. „Rühr ihn an, und ich bring dich um", keuchte er, „Lass Megumi in Ruhe. Du kannst ihn nicht haben. Ich werde nicht zulassen, dass du ihn anrührst oder gar übernimmst."
Sukuna lachte trocken. „Deswegen will ich dir ja die Wahl lassen, damit du nicht leiden musst und mich nicht bekämpfen musst. Hilf mir einen neuen Wirt zu finden, und ich verschone den Kaiser, beschütze deine Freunde, beschütze dich, rette dich vor dem sicheren Tod, und rühre Fushiguro Megumi nicht an, genau wie du es wünscht", sagte er, „Sag ja, und das alles wird so sein. Oder sag nein, und lebe mit den Konsequenzen."
Yuuji musste bereits mit den Konsequenzen leben, er tat das seit er den Finger geschluckt hatte. Doch so einfach war das alles in Wahrheit nicht, nicht wahr? Sukuna war jetzt stärker als zuvor, und er hatte eine Verbündete auf seiner Seite, von der Yuuji zuvor nichts gewusst hatte, und die nicht zu unterschätzen war. Und es war durchaus möglich, dass er seine Drohung gegen Megumi ernst meinte und nicht nur aussprach um Yuuji nervös zu machen. Hatte Kenjaku ihm nicht gerade erst bewiesen, dass es die Sorte Bösewicht gab, die Drohungen nicht nur aussprach um zu drohen, sondern weil sie vorhatte genau das zu tun, was sie androhte? (Und abgesehen von all dem wäre Sukuna nicht ein wertvoller Verbündeter gegen Kenjaku?)
„Yuuji …" Sukuna blickte ihn ernst an. „Ich weiß, dass du des Kämpfens müdes bist. Mir ist klar, dass du trotzdem weiter kämpfen würdest, wenn es sein muss, dass du mich jeden Tag bekämpfen würdest, koste es was es wolle. Aber der Punkt ist der, dass du das nicht tun musst. Du darfst endlich eine Pause einlegen. Die Zukunft der Welt würde nicht mehr auf deinen Schultern ruhen. Kenjaku ist nicht nur dein Feind. Sag ja zu meinem Vorschlag, und ich schaffe ihn dir vom Hals. Du weißt, dass ich dazu fähig bin. Und zu so viel mehr ebenfalls. Du müsstest keine Angst mehr haben. Vor niemandem. Und um niemnden. Ich weiß, dass du nicht mein Feind sein willst. Sei stattdessen mein Partner."
Yuuji schüttelte nur hiflos den Kopf. Oh, es war wahr. Es war so wahr. Er war so müde. Seit er seine Brüder hatte sterben sehen, da spürte er die Müdigkeit deutlicher als jemals zuvor in seinen Knochen. Vielleicht hatte ihn Uraume ja auch deswegen so leicht überraschen können.
Nicht mehr ständig auf der Hut sein müssen, nicht mehr ständig um das Recht zu Leben kämpfen zu müssen, zu wissen, dass Megumi, Kugisaki, Junpei, und die anderen in Sicherheit wären, dass niemand mehr seine Brüder einfach so töten würde, weil sie nicht perfekt waren…
Aber er konnte nicht. Er konnte nicht. Sukunas Partner zu sein, ihn freizugeben … Eines war wahr: Er war das Gefängnis des Königs der Flüche. Er war alles, was den anderen zurückhielt. Wenn er das nicht mehr tat, dann wäre Sukuna frei zu tun und zu lassen, was er wollte, und das wäre nichts Gutes, das wusste er tief in seinem Inneren.
Vielleicht würde es am Anfang gut gehen, vielleicht würde Sukuna Kenjaku und seine Verbündeten vernichten, Gojo zurück auf den Thron verhelfen, und alle Jujujisten, die damit ein Problem hatten, töten und sie so alle retten. Doch dann, wenn das alles erledigt wäre, was wäre dann? Was würde er dann tun?
„Hast du in all deiner langen Existenz jemals etwas getan, das nicht für dich war? Hast du jemals auf etwas verzichtet, damit jemand anderer etwas haben kann?", wollte Yuuji von dem anderen Mann wissen, „Hast du jemals Opfer zum Wohle der Allgemeinheit gebracht?"
Sukuna starrte ihn schweigend an. „Hast du jemals etwas getan, das für dich war und nicht für andere?", gab er zurück, „Hast du jemals zuerst an dich gedacht? Es ist nichts falsch daran Dinge für sich zu wollen, Yuuji."
Yuuji spürte wie er in Tränern ausbrach. „Aber es ist falsch immer nur an sich zu denken und niemals an andere", erwidete er, „Es tut mir leid. Du hast vermutlich recht damit, dass es nicht deine Schuld ist, dass du es nun mal nicht besser weißt und vielleicht nicht einmal anders kannst, aber … Ich kann anders, und ich weiß es besser. Und ich kann nicht … Ich kann mich nicht wichtiger nehmen als den Rest der Menschheit." Er schluckte schwer. „Meine Antwort ist nein. Sie wird immer nein sein."
Sukuna erwiderte einen Moment lang nichts.
War das nun der Moment, in dem er ihm Rache versprach, ankündigen würde Megumi zu übernehmen und Gojo zu töten und alle zu unterwerfen und zu versklaven als Reaktion auf Yuujis Ablehnung?
„Der Rest der Menschheit", sagte Sukuna, „Die Mehrhheit der Menschheit würde ja zu mir sagen. Immer und immer wieder. Die Menschen denken nie an andere und immer nur an sich selbst. Sie bringen keine Opfer zum Allgemeinwohl. Sie sind nicht willens auf nur Irgendetwas zu verzichten. Sie tun nichts, was am Ende vom Tag nicht für sie selbst ist. Es ist ihnen egal wie viele andere dabei zu Schaden kommen. Man muss ihnen nicht einmal Lügen erzählen damit sie so handeln, sie tun es einfach, weil sie tief in ihrem Inneren schlecht sind, Itadori Yuuji. Verdorbener als ein Fluch es jemals sein könnte. Weil sie wissen, dass sie falsch handeln und es trotzdem tun. Wieder und wieder und wieder. Und du bist bereit dein Leben und das der wenigen Aufrechten, die an deiner Seite stehen, für diese Leute zu opfern?"
Yuuji nickte nur wie betäubt. „Ja", meinte er leise, „Das bin ich."
„Warum?", wollte Sukuna wissen.
Yuuji dachte an seinen Opa. Und an Megumi und Kugisaki. An die Zweitklässler. An den Kaiser. And Hakari und Hoshi. An seine Brüder, die toten wie die hoffentlich noch lebenden. An Nitta und Tsukumo. An Geto. And Junpei. Er dachte an Ieiri und Kusakabe, an Direktor Yaga und seinen Panda. Er dachte an die Zen'ins. An Mai im Zeugenstand.
„Weil es niemals besser werden kann, wenn man nicht zumindest versucht ein Beispiel für das zu sein, was sein sollte", erwiderte er dann.
Sukuna nickte, als würde er diese Antwort zwar nicht verstehen, aber zumindest akzeptieren. „Dann ist das deine Wahl, Itadori Yuuji", verkündete er, „Und du und alle anderen, ihr müsst von jetzt an mit den Konsequenzen von dieser leben."
A/N: Und damit erreichen wir das Endgame.
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