Zusätzliche Warnings: Diskussion von Säuglingsmord via Vernachlässigung, Erw. vom absorbierten Zwillingssyndrom
30. Magienutzer
Sie sind einfach verschwunden. Dieser Satz echote in Megumis Kopf nach, wieder und wieder. Einfach verschwunden. Megumi hatte ihn weggeschickt, damit er in Sicherheit wäre, aber er war zurückgekommen, und jetzt war er verschwunden. Ich war niemals dazu bestimmt ihn zu retten, wurde Megumi klar, Jeder Versuch war lachhaft. In dem Moment, in dem ich in sein Leben getreten bin, war es vorbei. Jujutsu hat ihn zerstört. Genau wie Tsumiki, genau wie meinen Vater, wie Tsumikis Mutter, genau wie Geto. Genau wie Chosos Brüder.
„Fushiguro! Reiß dich gefälligst zusammen!"
Er stellte erstaunt fest, dass Kugisaki ihn an den Schultern schüttelte und bereits mit ihren Arm ausholte und leicht drohend anmerkte: „Wenn es sein muss, dann ohrfeige ich dich. Wir können uns jetzt keinen Zusammenbruch leisten!"
Megumi fing ihre Hand ab. „Schon gut. Keine Ohrfeige notwendig", behauptete er.
„Kugisaki hat recht", befand Okkotsu-Senpai, „Wir müssen uns jetzt zusammenreißen. Herausfinden was mit den anderen passiert ist. Mit Maki-san und Inumaki-san. Und mit Eso, Nitta und Kechizu. Und wir wissen auch nicht was aus Higuruma und Tsukumo geworden ist."
„Oder dem Kaiser und Sukuna", rief ihm Kugisaki in Erinnerung.
„Satoru-sama kann auf sich selbst aufpassen, und was Yuuji angeht, können wir nichts tun, nur abwarten, ob er die Gewalt über seinen Körper zurückerlangt und was er dann tun wird", gab Okkotsu-Senpai zurück, „Wir müssen uns auf diejenigen konzentrieren, denen wir helfen können."
Diejenigen, denen wir helfen können…. Selbst jemand, der so nett ist, wie Yuuta weiß, dass Yuuji verloren ist. Megumi schauderte.
„Choso, kannst du deine Brüder irgendwie aufspüren? Oder habt ihr einen Notfalltreffpunkt miteinander ausgemacht?", wollte Yuuta von dem letzten anwesenden Halbfluch wissen, „Wo würde Eso hingehen, wenn er sich und andere retten wollen würde?"
„Tatsächlich haben wir Pläne für den Fall, dass wir getrennt werden, geschmiedet", meinte Choso, „Ich kann euch zum Treffpunkt führen. Doch was ist mit euren verschwundenen Freunden: Maki und dem komisch sprechenden Jungen?"
„Wir können hier noch einmal alles absuchen, doch wenn wir niemanden unter den Trümmern und der toten Flora finden, dann müssen wir davon ausgehen, dass sie nicht mehr hier sind, und zuerst diejenigen suchen, die wir auch finden können", bestimmte der dunkelhaarige Zweitklässler.
Megumi fragte sich wie er so ruhig bleiben konnte, während er das sagte. Immerhin war er heillos in Maki verliebt, und Inumaki war sein engster Freund, die beiden einfach so sich selbst zu überlassen, ohne zu wissen was mit ihnen passiert war, konnte nicht einfach sein, aber das zu tun und dabei nicht nur zu funktionieren, sondern auch so ruhig zu wirken, das war bewundernswert. Megumi wusste nicht, ob er dazu in der Lage gewesen wäre. Bis jetzt hatte er enge Bindungen vermieden, weil er wusste wie sehr der Verlust von diesen schmerzte und ihn innerlich zerstörte. Nach Tsumiki hatte er nie wieder einer anderen Person nahe stehen wollen, doch dann war Yuuji in sein Leben gestolpert, und jetzt war alles anders, und er konnte nur noch daran denken, dass Yuuji ihn brauchte und es nichts gab, was er tun konnte um ihm zu helfen. Kugisaki hat recht, ich muss mich zusammenreißen.
„Also gut, teilen wir uns auf und beeilen uns. Choso sucht dort hinten, ich und Kugisaki dort drüben, ihr zwei übernehmt diesen Bereich hier, okay?" Yuuta blickte Megumi prüfend an, und er nickte schnell. Und versuchte sich dann auf seine Aufgabe zu konzentrieren.
Maki-san und Inumaki-Senpai zwischen Schutt, Asche, Pflanzenresten und Leichenteilen zu suchen war keine sehr appetitliche Aufgabe. Er nahm an, dass sein Senpai recht hatte - sie würden die beiden hier nicht mehr finden.
„Es tut mir leid", meldete sich Yohsino zu Wort, während sie suchten, „Ich hätte versuchen müssen Yuuji zu beschützen. Zu verhindern, dass Sukuna einfach so mit ihm abhaut."
„Wie hättest du das tun sollen?", gab Megumi bedrückt zurück, „Niemand hätte das schaffen können. Außer dem Kaiser, und der war beschäftigt. Du bist ja kein ausgebildeter Kämpfer, was hättest du schon tun können außer zu sterben. Und davon hätte Yuuji nicht besonders viel gehabt."
Yoshino zuckte die Schultern. „Ich hatte einfach gehofft, dass ich … nützlicher sein würde. Deswegen wollte ich das alles doch lernen. Um ihn zu beschützen", meinte er.
Megumi schüttelte nur den Kopf. Was für ein egoistischer Grund Magie lernen zu wollen, aber in Wahrheit vielleicht der einzig ehrliche Grund. „Yuuji zu beschützen ist unmöglich", erklärte er mit seltsam klingender Stimme, „Das ist mir jetzt endlich klar geworden. Es … wäre notwendig gewesen ihn vor sich selbst zu beschützen, und das … das ist es, was uns nie gelungen wäre."
Yoshino schwieg und hob ein Stück Holz auf und warf einen sinnlosen Blick darunter.
„Er wird sterben, oder?", fragte er schließlich.
Megumi wollte darauf nicht ehrlich antworten. Aber was brachten Lügen und falsche Hoffnungen an diesem Punkt noch? „Ich denke, dass derjenige, der Sukuna in sich trägt, am Ende nicht mit seinem Leben davon kommen wird", gab er zu, „Weil es zu viele Leute gibt, die das verhindern würden: Sukuna, Kenjaku, die Jujujisten, und wer weiß wer noch aller."
Yoshino nickte nur bedrückt.
Was gab es dazu sonst auch noch zu sagen?
Sie fanden niemanden unter den Trümmern, sammelten sich wieder, und brachen auf zum geheimnisvollen Treffpunkt, den Choso und seine Brüder vereinbart hatten.
Besagter Treffpunkt war, wie sich herausstellte, ein Katzen Café. „Was? Wir mögen Katzen", verteidigte sich Choso, „Außerdem würde hier niemand nach uns suchen… Oh, da sind sie!" Er deutete auf einen Tisch, an dem Eso und Nitta saßen. Nitta wirkte so als wäre sie verletzt, hielt sich aber verkrampft aufrecht, und Eso wirkte sehr besorgt, sah aber wie immer aus, auch wenn er seinen Rücken wie üblich versteckt vor den Blicken anderer hielt.
„Kein Kechizu, nehme ich an", brummte Kugisaki. Nun, er würde hier ja wohl doch auffallen, als Halbfluch würden ihn auch nicht-magische Menschen sehen, und die würden kaum mit viel Verständnis auf sein eher schauriges Aussehen reagieren, nahm Megumi an.
„Doch er ist hier." Choso deutete hinter den Tisch an dem sein Bruder mit Nitta saß, und dort an der Wand lehnte eine unter einem Mantel versteckte Gestalt. Offenbar ein verkleideter Kechizu.
„Wir sind hier zu exponiert, das gefällt mir nicht, wir sollten lieber zusehen, dass wir schnell von hier weg kommen", meinte Okkutso-Senpai.
„Einverstanden." Choso schien keine Einwände zu haben und ging zum Tisch hinüber, die vier Teenager folgten ihm. Eso nickte seinem Bruder zu. „Jetzt gibt es nur noch uns, Bruder", meinte er düster.
„Und Yuuji", rief ihm Choso in Erinnerung, „Vergiss nicht auf Yuuji."
Doch Yuuji würden sie auch bald endgültig verlieren, wenn es nicht schon geschehen war.
„Alles in Ordnung, Nitta?", wandte sich Kugisaki an die verkrampft dasitzende Frau.
„Ich komme schon klar, Nobara-chan", erwiderte diese, „Eso-san hat mich gerettet."
Besagter warf ihr einen überraschten Seitenblick zu, als er das hörte. Vielleicht war es auch nur die Höflichkeitsform seines Namens, die ihn überraschte. Megumi nahm nicht an, dass er in seinem bisherigen Leben oft mit einer solchen betitelt worden war.
„Gut, wenn du gehen kannst, dann sollten wir …", setzte Yuuta an und brach dann ab. Und er war nicht der Einzige - das ganze Cafe rund um sie herum verstummte wie auf einen Schlag. Und die Katzen, die Katzen stellten ihre Haare auf und fauchten und sprangen dann auf oder rannten gleich los und versteckten sich im nächstbesten Loch, als ob gerade ein Hund in das Café gekommen wäre.
Allerdings war kein Hund herein gekommen. Es war eine Gruppe bewaffneter Männer.
Einer von ihnen, ein junger blonder Mann, trug ein Schwert, ein anderer, ein muskulöser älterer Mann in sportlich wirkendem Outfit, hielt ein Messer in seiner Hand, und der dritte, ein Glatzkopf, der eine schwarze Küchen-Schürze trug, nun, der hielt ein Hackbeil in der Hand. Yuuta war ob den Anblick der Gruppe blass geworden, aber Megumi war auch so klar, dass ihre Ankunft keine guten Neuigkeiten darstellte. „Fluchmagier", stellte Choso kühl fest.
Der Mann mit dem Hackbeil deutete auf Okkutso-Senpai. „Okkutso Yuuta", verkündete er, „Ich hätte lieber einen Kleiderständer aus Gojo Satoru gemacht, aber ich gebe mich auch mit dir zufrieden. Junge Körper lassen sich besser verarbeiten als ältere."
Diverse Café-Besucher hatte ihre Handys gezückt und versuchten offenbar erfolglos die Polizei anzurufen. Manche hatte stattdessen damit begonnen die Neuankömmlinge zu filmen.
„Denk daran, dass wir den Fushiguro-Jungen lebendig brauchen", sagte der Blonde mit dem Schwert.
„Kein Problem, ich sehe vier andere Jujujisten und zwei – nein, drei – Halbflüche mit denen ich meinen Spaß haben kann", meinte der Hackbeil-Mann, „Das genügt mir."
„Okkutso gehört mir", meinte der dritte Mann, „Ich habe noch eine Rechnung mit dem Gojo-Clan offen."
„Ihr müsst euch nicht darum streiten, wer mich töten darf. Ich werde derjenige sein, der am Ende überlebt, und ihr werdet tot sein", erklärte Yuuta ruhig, „Hier sind unschuldige Zivilisten. Lasst uns das hier draußen erledigen…"
Einen flüchtigen Moment lang schien es so als ob die drei Fluchmagier tatsächlich darüber nachdenken würden. Doch dann meinte der mit dem Hackbeil: „Ach, nein. Vor Zeugen macht es viel mehr Spaß." Und stürmte auf sie zu.
„Deine Lippen…" Inukamis Lippen waren blau und bleich und sahen gar nicht gut aus. Die Priesterin, die Itadori gebracht und verraten hatte, hatte sie ihm zugefroren. Maki hatte nicht einmal gewusst, dass so etwas überhaupt möglich war, vielleicht hatte sie einfach nie darüber nachdenken wollen, dass es möglich sein könnte, doch nun mussten sie beide mit den Konsequenzen leben. Den Konsequenzen, dass Inumaki nicht sprechen konnte…
Sie haben sich nicht die Mühe gemacht mir die Arme zu brechen, offenbar sehen sie mich nicht als wirkliche Gefahr an. Es war bitter, wenn man sein Leben lang unterschätzt wurde, und das konnte einen schon mal dazu bringen sich schon zum zweiten Mal in seinen Leben darüber zu ärgern, dass man von Zwiegesicht Sukuna eben nicht umgebracht worden war.
Zen'in Maki hatte sich ihr ganzes Leben lang beweisen wollen, weil sie ihr ganzes Leben lang wie ein Wesen zweiter Klasse behandelt worden war. Als Frau galt man im Zen'in-Clan so gut wie nichts, doch als Frau, die Flüche nicht sehen konnte, war Maki sogar noch weniger wert als ihre Mutter, ihre Schwester, und ihre Cousinen und Tanten. Ihr Schicksal war es gewesen als Braut in einen anderen Clan verkauft zu werden um diesen so an den Zen'in-Clan zu binden, doch sie hatte sich damit nicht abgefunden, sie war losgezogen um Jujujistin zu werden, und das obwohl sie keine Flüche sehen konnte. Sie hatte sich eine magische Brille besorgt, durch deren Hilfe sie dieses Manko ausgleichen konnte, und geschworen zur besten Kämpferin aller Zeiten zu werden. Zwar besaß sie keine nennenswerten magischen Fähigkeiten, doch sie war von Natur aus ungewöhnlich stark. Mittels Nahkampftraining war sie der gefürchtetsten Kämpferin der Tokoyer Akademie geworden. Und trotzdem schien Zwiegesicht Sukuna in ihr keine ernstzunehmende Gegnerin zu sehen.
Ich weiß, ich bin kein Gojo Satoru, kein Geto Suguru, und nicht so begabt sie Yuuta oder Inumaki, aber verdammt noch mal ich bin mehr wert als ein müdes Schulterzucken! „Typisch, Maki", würde Mai sagen, „Der einzige Jujujist der Welt, der sich darüber aufregt, dass ihn ein Feind nicht umbringen will."
Doch weswegen waren sie und Inumaki von dieser Priesterin überhaupt entführt worden? Weil sie am nächsten an ihr dran gestanden hatten? Vermutlich.
In der Theorie würden sie wertvollere Geiseln als Kugisaki und Yoshino abgegeben, weil sie aus mächtigen Familie stammten, doch das hier war nicht diese Art von Geiselnahme, nein, sie waren nicht entführt worden, weil sie von Wert waren, sie waren entführt worden, weil sie nützlich waren.
Sie konnte hören wie sich die Priesterin ihnen wieder annäherte. Sie und Inumaki waren an sich gegenüberstehende Stühle gefesselt worden, mit schmerzhaft kalten und nervenaufreibend langsam schmelzenden Eisfesseln, und dann alleine zurückgelassen worden, doch nun konnte Maki die Schritte ihrer Feindin hören, die sich ihnen von Hinten näherten.
„Wenn ihr denkt, dass unsere Gefangennahme die anderen davon abhält Itadori retten zu wollen, dann irrt ihr euch", verkündete Maki, „Sukuna aufzuhalten ist ihnen allen wichtiger als unsere Leben. Und Itadori ist Fushiguro wichtiger als unsere Leben. Und was Choso angeht, so sieht er einen Bruder in Itadori. Sie werden also kommen, sie alle, jeder aus eigenen Gründen, aber niemand wird sich durch uns abhalten lassen." Nicht einmal Yuuta, nahm an sie an. Er war immer so aufrichtig pflichtbewusst. Nie würde er persönliche Gefühle über das stellen, was richtig war. Manchmal wünschte sie sich vielleicht, dass es anders wäre, doch sie wusste, dass er nicht mehr Yuuta wäre, wenn es so wäre.
„Wieso hältst du dich für wertlos? Nur weil alle anderen es tun?", fragte die Priesterin und trat in Makis Sichtfeld und musterte sie nachdenklich, „Nur weil du dieses Gestell tragen musst um die Wahrheit zu sehen und nicht mit dieser Gabe geboren wurdest? Dir ist klar, dass sie trotzdem in dir schlummert, oder? Alles, was du tun müsstest, ist sie zu erwecken. Mit Fluchenergie, der Fluchenergie, die von Rechtens hätte dein sein sollen."
Wie meint sie das? Spricht sie von … Sie spricht doch nicht etwa von Mai?!
„Zu meiner erstens Lebenszeit waren Zwillinge ein Zeichen des Bösen, jeder wusste das einer von beiden ein Parasit sein muss, der dem anderen seine Kraft ausgesogen hat um sich körperlich manifestieren zu können. Natürlich konnte man nach der Geburt nie wissen welches Kind das wahre Kind und welches der Doppelgänger ist, also ließ man die Natur entscheiden. Setzte die Babys in der Wildnis aus und nahm das Kind, das überlebte, wieder bei sich auf. Entweder wäre es das wahre Kind, das stärker ist, weil es von menschlichen Blut ist, oder es wäre das stärkere Kind, das so viel vom wahren Kind absorbiert hatte, dass es nun mehr von diesem in sich hatte als dieses und damit so gut war wie das wahre Kind. Und ja, manchmal starben beide Kinder, doch das bedeutete dann nur, dass das wahre Kind vom Parasiten zu sehr geschwächt worden war um überleben zu können und sowieso früher oder später gestorben wäre. Nur wenn zwei Kinder auf einmal geboren wurden, die nicht gleich aussahen, dann wusste man, dass man es mit zwei wahren Kindern zu tun hatte und ließ beide leben", erklärte die Priesterin, „Ihr habt in dieser Zeit hier so viel vergessen…"
„Dumme Gründe um seine Kinder zu ermorden zu vergessen, sehe ich nicht gerade als Verlust an", gab Maki zurück.
Die Priesterin schien nicht beleidigt zu sein. „Aber sie haben dir eingeredet, dass du deswegen weniger wert bist. Weil sie alles von dir gestohlen hat, als ihr noch im Bauch deiner Mutter wart", sagte sie ruhig, „Es ist nicht ihre Schuld, sie wollte nur leben, sie hat sich nur genommen, was sie gebraucht hat um stark zu werden. Aber das bedeutet nicht, dass du Angst davor haben solltest dir ebenfalls das zu nehmen, was du brauchst um stark zu werden."
„Ich werde sicherlich nicht meine Schwester töten, nur um stärker zu werden!", spuckte Mai, „Ich bin bereits stark genug!"
„Ja, aber das erkennst du nicht", behauptete die Priesterin, „Du redest dir ein, dass du es weißt, doch in Wahrheit zweifelst du daran genauso wie alle anderen. Ich war einst wie du. Hielt mich selbst für wertlos. Bis jemand kam, der Wert in mir sah."
„Lass mich raten: Sukuna." Maki gefiel die Richtung, in die dieses Gespräch ging, nicht.
Die Priesterin lächelte nun zum ersten Mal, und dieses Lächeln wirkte erstaunlich warm. „Sukuna-sama war meine Rettung vor mir selbst", sagte sie, „Und dafür werde ich ihn auf ewig dankbar sein. Doch diese Dankbarkeit hat mich auch für immer an ihn gebunden. Wenn du klug bist, dann lernst du deine eigene Stärke selbst in dir zu finden, ohne die Hilfe eines anderen."
Maki schüttelte nur den Kopf. Was sollte dieses ganze Gespräch? Wollte die Priesterin ihr einreden, dass sie beide Freunde wären? Oder meinte sie es ernst? Und wenn, was hätte Maki davon? Was immer Sukuna mit ihr vorhatte, es konnte nichts Gutes sein. „Danke für deinen Ratschlag?", probierte sie also eine passende Antwort aus.
Ein Piepton erklang, und die Priesterin zog ein Smartphone aus ihrem Kimono. „Eurer Freunde haben Ärger wie es scheint", informierte sie Maki und Inumaki, „Wohl mit Kenjakus Verbündeten…. Was ist ein Katzen Café?!"
„Das ist … ein wenig schwer zu erklären", räumte Maki ein, „Aber solche Ort befinden sich in der Öffentlichkeit und sind für Nicht-Magische frei zugänglich. Wenn es an so einem Ort zu einer Auseinandersetzung kommt, wird das nicht nur die Polizei, sondern auch die Jujujisten auf den Plan locken. Und das ist für keinen von uns gut."
„Aber es ist genau das, was Kenjaku erreichen möchte: Chaos." Diese Aussage stammte von einer männlichen – erstaunlich kultiviert klingenden – Stimme. Und obwohl sie aus Itadoris Mund kam, stammte sie nicht von dem Jungen. Denn dieser war nicht mehr er selbst, nein, er war nun Zwiegesicht Sukuna, sein Gesicht war mit den entsprechenden Zeichnungen bedeckt und seine Augen – das waren nicht Itadori Yuujis Augen. Sukuna musterte sie einen Moment lang mit einem ähnlichen Blick wie die Priesterin zuvor.
„Schätzt euch glücklich, dass ich euch nicht umbringe, dann das könnte ich", meinte er dann, „Wir sprechen uns noch. Zuerst kümmere ich mich um das hier." Das klang nicht gerade nach einer vielversprechenden Lösung für irgendjemanden, fand Maki. Doch sie wusste, dass sie ihn nicht aufhalten konnte. … Zumindest im Moment nicht.
Ich soll also meine eigene Stärke in mir finden, ja? Nun, warum nicht jetzt gleich damit anfangen? Ich meine, wann wäre ein besserer Zeitpunkt dafür? Sie würde einen Weg finden Sukuna aufzuhalten, das musste sie einfach. Um ihrer aller Willen.
A/N: Ich weiß auch nicht warum ich jedes Mal, wenn Uraume groß in einer Szene vorkommt, verstörende Inhalte einbaue, aber offenbar muss es sein.
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