Autor:
Amunet
Titel:
Und du liebst mich doch...
Story:
Im 6. Schuljahr von Harry beginnt zwischen ihm und Draco ein Machtkampf der mehr ist, als nur eine Schülerrivalität. Ein Machtspiel aus Lust, Leidenschaft und Liebe entbrennt. Doch als wäre das nicht genug taucht der Dunkle Lord wieder auf. Welche Pläne hat er und stimmen die Gerüchte, dass Malfoy jun. ein Todesesser geworden ist?
Paaring:
Harry X Draco; Ron X Blaise; Hermine X Viktor; Seamus X Dean
Warnung:
Yaoi (Liebe zwischen Jungs), Lemons (detaillierte Sexdarstellungen); ein bisschen Depri und vor allem ziemlich OOC
Disclaimer:
Nix gehört mir. Alle Rechte an HP gehören Joanne K. Rowling.
Betaleser:
Betaversion 2014 von der fabelhaften, wundervollen und extrem fleißige SmokeySky
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Review-Antworten
At Araglas16: Vielen Dank für dein Kommi, es hat mich wie immer gefreut. knuddel
At Hilda: knuddelflausch Danke für dein Review. Freut mich, wenn dir das Kapitel gefallen hat und was die Fehlerchen angeht… Es ist eben sehr schwer dich zu ersetzten… nein, eigentlich kann man dich gar nicht ersetzten. drück Ich hoffe mal, das dir dieses Kapitel auch gefällt.
At not necessary: Interessanter Nick. grins Vielen Dank für dein Kommi.
At Schnuckiputz: Hi Angie-chan! knuddeltz Ich glaube die Antwort auf deine Frage, wirst du in diesem Kapitel nicht finden, aber ich wünsche dir viel Spaß beim lesen und vielleicht habe ich ja noch eine Überraschung für dich. smile
At zizou: Danke für dein Kommi. freu Habe ich? Und ich dachte ich hätte endlich mal was beantwortet. schäm Vielleicht sollte ich mir mal einen Ratgeber kaufen der in die Richtung Wie-schreibe-ich-gute-FFs-ohne-meine-Leser-zu-quälen geht. lächel
At CitySweeper: Wow! Das war ja mal ein langes Kommi mit vielen Fragen. ggg Nein, Draco hat kein Verhältnis zu Severus und wird auch nie eines haben, sagen wir einfach, er spielt gerne mit seinem Paten. Was Dracos Auftrag angeht – ich schweige wie ein Grab und zu der Sache mit den Todessern, vielleicht werden wirst du noch erfahren, wie Lucius entkommen konnte. evilsmile
At Altron: Danke für dein Kommi, aber ich gestehe, du hast mich ein wenig verunsichert. Du findest meine Story merkwürdig? Merkwürdig im positiven oder negativen Sinn? Wah! Immer diese Selbstzweifel. heul Ich hoffe mal dir wird dieses Kapitel zusagen, auch wenn um ehrlich zu sein nicht so viel passiert. drop
At JustLeakyCauldron: Kritik an meiner FF? schrei - Nee Scherz beiseite lach Du hast Recht Neville ist OoC geraden, aber ich wollte mal etwas anderes schreiben, als dass was es in anderen FFs gibt. Dass du nach der Sache im Zug skeptisch warst, hat mich überrascht. Ich fand das so gemein, von Draco, wie konnte er dass dem armen Harry nur antun und welcher Autor kommt auf so fiese Ideen? unschuldig guckt Aber mich freut es total, dass dir die FF und wenn du weitere Tipps für mich hast, mein Ohr ist dafür jederzeit offen. smile
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Und du liebst mich doch...
Kapitel 14
Der Heiltrank, den Harry brauen musste, erschien ihm an diesem Tag wie für ihn geschaffen. Sie mussten einen recht kompakten Trank gegen Depressionen und düstere Gedanken zusammenrühren. Harry fühlte sich nicht gut. In seinem Kopf schwirrten alle Informationen der letzten 24 Stunden umher und verursachten ein wahres Gefühlschaos. Die Informationen über den neuen, bedrohlichen Feind waren genauso präsent, wie sein Groll gegenüber Draco. Obwohl Harry direkt neben Draco saß, war es ihm bis jetzt geglückt, den Slytherin bis auf ein, zwei knappe Worte komplett zu ignorieren. Der Heiltrank war dieses Mal keine Gemeinschaftsarbeit, sondern ein Einzelprojekt und Harry konzentrierte sich so verbissen auf den Trank, dass dieser sogar die richtige Färbung hatte.
Harry war gerade dabei, seine Frustration an der Kräftezehrenden Aufgabe, seine Citrin-Körnchen zu zermahlen, auszulassen, als Draco ihm einen kleinen Zettel zuschob. Harrys erste Reaktion war, zu erstarren, die zweite, Draco den Zettel zurückzuschieben. Er wollte nicht mit dem Slytherin reden – vor allem nicht über den Vorfall in Professor Dumbledores Büro. Allerdings hätte Harry zu gerne noch einiges über Dracos Auftrag erfahren. Noch immer hatte sich Harry nicht entschieden, was ihn mehr verletzte; Dracos offensichtlich fehlende Gefühle oder der Fakt, dass Draco für Voldemort arbeitete. Letzteres wäre unter anderen Umständen nicht so tragisch gewesen, wenn Harry sich nicht in Draco verliebt hätte.
Er schnaubte laut.
„Haben Sie ein Problem, Potter?" Snape war an ihn herangetreten.
„Nein, Sir, ich denke nicht." Beinahe hätte Harry mit den Augen gerollt, als Snape skeptisch seine Augenbrauen verzog. Es war ja auch zu charakteristisch für den Zaubertrankmeister.
„Sie erstaunen mich, Mr. Potter, Ihr Trank erfüllt bisher alle Eigenschaften, die er in diesem Stadium aufweisen muss." Nun war es an Harry, skeptisch zu blicken und seine Ahnung sollte sich bewahrheiten, als der Professor fort fuhr: „Ich denke, dieses Wunder haben wir Mr. Malfoy zu verdanken. Ich gratuliere Ihnen, Mr. Malfoy, Sie haben geschafft, was ich für unmöglich hielt – nämlich, Potter etwas Fingerspitzengefühl für die hohe Kunst des Tränkebrauens beizubringen. Das macht 20 Punkte für Slytherin, Mr. Malfoy."
„Vielen Dank, Sir", antwortete Draco, in dessen höhnisch lächelnde Augen sich die grünen Augen Harrys wie giftige Spitzen bohrten. Wenn Harry eines in der letzten Zeit gelernt hatte, dann sein Temperament zu zügeln. Hätte er es nicht getan, würde Draco nun auf dem Boden liegen und von ihm das Grinsen aus dem Gesicht gewischt bekommen.
Snape, für den die Sache erledigt war, steuerte sein nächstes Opfer an - Neville, dessen Trank merkwürdige Laute von sich gab.
„Psst, Potter…", zischte Draco leise zu ihm, doch Harry ignorierte den Slytherin weiterhin beharrlich. „Potter, entweder zu redest mit mir oder ich werde dich hier vor aller Augen küssen!"
„Das wagst du nicht!"
„Na also, es geht doch", grinste Draco zufrieden. „Lies meinen Zettel, Potter!" Widerstrebend tat Harry, was Draco von ihm wollte, und als seine Augen Dracos säuberlich geschriebene Worte gelesen hatten, war er wenig überrascht, da er etwas in dieser Form erwartet hatte. Auf dem Brief stand tatsächlich:
Heute Abend, 21:00 Uhr, Treffpunkt vor dem Slytherinkerker, komm mit Tarnumhang, ich will dir etwas erklären und zeigen.
Harry runzelte die Stirn. Weshalb sollte er im Tarnumhang erscheinen, wenn Draco nur mit ihm reden wollte? Außerdem hatte er nicht das Bedürfnis, wieder in die (sexuell) verwirrende Nähe von Draco zu gelangen, andererseits… Vielleicht konnte er so noch etwas über Voldemorts Pläne herausbekommen und ja, vielleicht konnte er aus Draco auch herausbekommen, was sein Auftrag war. Er kritzelte ein Ok auf den Zettel und schob ihn Malfoy kommentarlos zu. Für den Rest der Stunde arbeiteten sie ohne weitere Worte nebeneinander her.
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In der Mittagspause schnappte Harry Ron und Hermine am Arm und zog sie in jene versteckte Nische, in der er einst mit Fred und George gesessen hatte, als ihr Geschwader von magischem Feuerwerk durch die Schule gerauscht war.
„Ich muss mit euch reden."
„Ach, wirklich?", schnaubte Ron und erntete einen finsteren Blick von Hermine.
„Ron, es tut mir wirklich leid wegen gestern. Ich hätte dich nicht so anfahren dürfen, aber es gibt im Moment ein paar Dinge, über die kann ich nicht mit euch reden."
„Sind es Dinge über Du-weißt-schon-wen?", fragte Hermine.
Harry schüttelte den Kopf: „Nein, nein, sind sie nicht. Sie sind… persönlicher."
„Noch persönlicher als Du-weißt-schon-wer?" Hermine war erstaunt. Durch die viele Lernerei, ihre Aufgabe als Vertrauensschülerin und dem unleugbaren Fakt, dass Harry sich von ihr und Ron immer mehr abgeschottet hatte, war ihr entgangen, dass Harry eine Liebschaft am Laufen hatte.
„Bitte!", sagte Harry nachdrücklich, dem eine unangenehme Röte ins Gesicht gestiegen war. Noch war er nicht bereit, seinen beiden engsten Freunden von der Sache mit Draco zu erzählen, eventuell wäre er das nie, also platze er gleich mit dem heraus, was er sagen wollte: „Lucius Malfoy ist in Hogwarts."
„WAS?", kam es gleichzeitig von Ron und Hermine.
„Ja, er ist gestern hier aufgetaucht."
Eine Viertelstunde später waren Ron und Hermine von Harry über alles informiert worden, was sich am gestrigen Tag ereignet hatte, lediglich seine engere Beziehung zu Draco und die Tatsache, dass Snape Dracos Pate war, hatte er ausgelassen. Harry wusste nicht genau, wieso er das mit der Patenschaft unterschlug, doch irgendetwas in ihm sträubte sich dagegen, den zärtlichen Wangenkuss zu erwähnen. Auf Rons bösen Blick, weil seine Lüge - von wegen das Treffen sei ausgefallen - aufgedeckt worden war, verhielt sich Harry recht beschämt. Es tat ihm leid, dass er in der letzten Zeit ständig Mist baute und er so eigenbrötlerisch handelte, aber er konnte nicht anders. Davon abgesehen hatte er zur Zeit andere Dinge im Kopf und eines davon war, wie er sich Draco stellen konnte, ohne weiterhin seine Unschuld in Gefahr zu bringen.
Es war Hermine, welche die Jungs daran erinnerte, dass sie jetzt keine Zeit mehr hatten, um großartig zu diskutieren, weil Verwandlung bald anfangen würde und sie noch die Bücher aus dem Turm holen mussten.
Sie waren am Fuß der steinernen Treppen angekommen, als die erste Treppe sich zu drehen begann und die drei Gryffindors einem außergewöhnlichen Trio gegenüberstanden. Vor ihnen standen unerwartet Draco Malfoy, Blaise Zabini und Pansy Parkinson. In Sekundenschnelle schlug Harrys Herz so heftig, dass es fast schon schmerzte. Mit seinen schönen grünen Augen hatte er die Slytherins schnell gemustert und der Anblick tat ihm weh. Die Lippen von Draco und Zabini waren verdächtig gerötet und Harry war – sehr unpassend – gerade in jenem Moment Parkinsons Satz vom Vortag eingefallen: „Soll ich Potter sagen, was dich und Zabini miteinan…" Ja, was? Miteinander verbindet? Waren die zwei sexsüchtige Slytherins, die sich mit Ron und ihm einen wirklich schlechten Scherz erlaubten? War die ganze erotische Spannung zwischen Harry und Draco nichts als ein abgekartetes Spiel und waren in Wirklichkeit Draco und Zabini ein Pärchen? Vielleicht hatte Parkinson die beiden gerade beim küssen gestört? In Harrys Herz wuchs die Eifersucht. Er wollte nicht glauben, dass Draco in ihm nur ein Spielzeug sah, wie er es gestern so verletzend ausgedrückt hatte. Er wollte, dass Draco für ihn genauso empfand, wie er für Draco fühlte und vor allem wollte er Draco für sich alleine haben. Es waren Wünsche, die Harry von einer Sekunde auf die andere glasklar erkannte. Er wollte Draco Malfoy mit Haut und Haaren.
„Du schon wieder, Potter. Kann man hier keine fünf Meter gehen, ohne dir zu begegnen?", fauchte Parkinson.
„Weißt du, Parkinson, ich bin auch nicht darauf versessen, dein Gesicht zu sehen."
„Wie kannst du es wagen?"
„Pansy!" Draco mischte sich ein und glitt wie ein bedrohlicher Schatten auf Harry zu. Ron und Hermine rückten sofort näher an Harry heran, ihre Zauberstäbe zum Angriff bereithaltend. Ein belustigtes Funkeln trat in Dracos Augen und Harry, dem Draco wieder so unnatürlich nahe stand, dass er das Atmen fast vergaß, konnte die silbernen Fragmente in Dracos Augen schwimmen sehen. Harry schluckte den Kloß in seinem Hals hinunter.
Vor aller Augen hob Draco seine Hand und strich damit Harry jene bestimmte Strähne aus dem Gesicht, welche seine berühmte Narbe verbarg. Jetzt hatte Harry tatsächlich vergessen, zu atmen. Sein Herz raste genauso aufgeregt, wie seine Gedanken stillstanden. Draco beugte sich zu seinem Ohr. „Hast du es ihnen schon erzählt, Potter?" Draco flüsterte und der heiße Atem von Draco streifte Harrys Ohrläppchen und ließ wohlige Schauer dessen Rücken hinab laufen.
„Mh… hast du ihnen verraten, was wir gestern getan haben? Was DU wolltest, dass ich tue?" Harry war außerstande, zu antworten. Seine Knie zitterten, so dass es ihn verwunderte, dass er noch auf beiden Beinen stand. Er konnte fühlen, wie Draco Ron und Hermine musterte. „Nein", sagte er etwas lauter, „Nein, du hast es ihnen nicht erzählt." Ruckartig nahm Draco wieder Haltung an und seine Augen wirkten so kühl wie eh und je. Die prickelnde Spannung zwischen dem unfreiwilligen Helden und dem ungekrönten Slytherinprinzen war zerplatzt wie eine Seifenblase. In der gleichen Weise, wie Draco es immer bei Crabbe und Goyle tat, nickte er Parkinson und Zabini zu, welche ihm an den Gryffindors vorbei folgten.
„Man sieht sich, Potter", sagte Draco im Gehen, doch nur Harry wusste, dass damit das Treffen um 21:00 Uhr gemeint war.
„Was zur Hölle war das?", fragte Ron, der die meiste Zeit damit beschäftigt gewesen war, den hungrigen Blicken Zabinis zu entkommen.
„Ja, das würde mich auch interessieren, Harry. Was geht da zwischen dir und Malfoy vor? Man könnte fast glauben, er wollte etwas von dir."
Harry wurde knallrot, aber die Antwort nahm ihm Ron ab: „Bist du des Wahnsinns, Hermine? Harry und Malfoy? Das wäre wie Zabini und ich!"
„Aber das mit Zabini und dir würde dich ja nicht weiter stören, oder?"
„Was? Wie? Also, wie kommst du darauf?"
„Als er dir gestern gesagt hat, dass er weiterhin um dich werben wird, egal, wie sehr du ihn auch verabscheust, hat es dir gefallen", entgegnete Hermine spitzfindig. Nun wurde auch Ron bis unter den Haarwurzeln rot.
„Woher...?"
„Woher ich das weiß? Oh, Ron, der Korridor zur Bibliothek ist nicht sehr geeignet für private Gespräche und ich bin mir ziemlich sicher, Zabini wusste, dass jemand in der Nähe war."
„Leute, ich unterbreche euch nur äußerst ungern, aber wir kommen zu spät."
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Verwandlung war für Harry eine höchst schmerzhafte Erfahrung gewesen. Zum ersten Mal hatte Ron ihn verfluchen dürfen und Harry hatte immer noch das Gefühl, dass seine Beine aus Holz waren. Ron hatte es nicht einmal zur Hälfte geschafft, ihn zu verwandeln, es waren lediglich Harrys Beine und Arme gewesen, welche die Form und Materie von hölzernen Stuhlbeinen angenommen hatten. Bei der Rückverwandlung hatte Professor McGonagall Ron zur Hand gehen müssen und auch, wenn die Professorin versicherte, es wäre wieder alles in Ordnung, waren Harrys Beine und Arme noch etwas steif. Sollte es bis morgen nicht besser werden, musste er wohl oder übel in die Krankenstation gehen. Er fragte sich, wie er es in diesem Zustand später noch zum Slytherinkerker schaffen wollte, doch Harry beschloss, dass ein Bad seinen schmerzenden Gliedern gut tun würde.
Nachdem er Ron, der ein furchtbar schlechtes Gewissen wegen der Sache in Verwandlung hatte, das neue Passwort für das Bad der Vertrauensschüler abgeluchst hatte, schnappte Harry sich saubere Klamotten, Handtuch und Tarnumhang und verschwand mit etwas Hilfe von Ron und Hermine unbemerkt in Richtung Bad. Harry wollte nach dem Bad gleich zu Malfoy in den Kerker gehen. Handtuch plante er, in einem der vielen Geheimgänge zu verstecken und es am nächsten Tag abholen.
Als Harry das Bad betrat, war er wie blind, da seine Brille sekundenschnell vom dampfenden Wasser beschlagen war. Er hatte keine Chance, um noch an Rückzug zu denken, als er eine Hand auf seinem Arm fühlen konnte und wie ihn jemand mit zu viel Schwung auf den Boden beförderte.
„Autsch." Harrys Kreuz schmerzte und unter dem Gewicht, das sich plötzlich auf ihn setzte, zuckte er zusammen. Er versuchte, nach seiner zu Brille greifen, damit er sie säubern konnte, um zu sehen, wer auf ihm saß. Doch kräftige Hände hielten die seinen fest.
„Ich hätte nicht gedacht, dich so schnell wieder zu sehen, Potter." Für eine Sekunde glaubte Harry, Draco vor sich zu haben, doch es war Zabini, der sich wohl auch das Passwort erschlichen hatte.
„Lass mich los!"
„Warum sollte ich?"
„Weil du mir weh tust."
„Ich will dich erst ohne sehen."
„Ohne was?"
„Ohne diese ätzende Brille. Ich wette, Draco hat dich auch schon ohne Brille gesehen."
„Und wenn?"
„Dann müsste ich wohl neidisch auf ihn sein." Harry war verwirrt. Er wusste nicht, was Zabini damit andeuten wollte, da er davon ausging, dass jener an Ron seinen Narren gefressen hatte. Allerdings rührte er sich nicht, als der Griff um seine Handgelenke gelockert wurde und vorsichtige Finger ihm seine Brille abnahmen.
„Siehst du so noch irgendetwas, Potter?"
„Nur Schatten, warum?"
„Wie bedauerlich, ohne Brille bist du noch viel hübscher. Deine Augen kommen dann besser zur Geltung."
Ungewollt wurde Harry rot. „Danke, aber gefallen dir blaue Augen nicht besser?"
„Ich habe keine bestimmte Vorliebe für eine Augen- oder Haarfarbe, Potter. Mich lockt, was für ein Wesen sich hinter der Fassade versteckt."
„Und was für ein Wesen verbirgt sich hinter meiner?"
„Du, du bist ganz einfach zu beschreiben und doch total kompliziert. Man könnte sagen, du bist eine Herausforderung. Draco hat dich nicht umsonst gewählt."
„Was meinst du mit „gewählt"?"
„Ach, hat dir der gute Draco noch nichts gesagt?"
„Was zum Teufel meinst du?" Blaise begann zu kichern und sein Unterleib vibrierte auf Harrys, dem in diesem Moment zum ersten Mal bewusst wurde, in welch intimer Art sich ihre Körper berührten. Hätte er gekonnte, wäre er wohl noch röter geworden, denn er konnte nun genau spüren, dass Zabini vollständig nackt war.
„Zabini, würdest du jetzt bitte von mir runtergehen?"
„Nein."
Harry seufzte schwer auf: „Und wieso nicht?"
„Weil ich dich an etwas erinnern möchte, Potter, und ich denke, so habe ich deine volle Aufmerksamkeit. Du weißt, du schuldest mir noch einen Gefallen, weil ich dein kleines Geheimnis mit Draco niemandem gesagt habe und ich denke, nun ist die Zeit gekommen, diesen Gefallen einzufordern."
„Zabini, ich kann das nicht machen. Bitte verlang das nicht von mir."
„Nein, Potter, du kennst meine Bedingungen und ich werde nicht davon abweichen."
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Hastig atmend kam Harry am Slytherinkerker an. Er wusste, er war zu spät und hoffte, dass Draco noch nicht auf ihn wartete. Auf den ersten Blick schien es, als wäre ihm die Glücksgöttin hold gewesen, doch Draco, der seinen Tarnumhang abstreifte und Harry mit bitterbösem Blick bedachte, holte diesen schnell auf den Boden der Tatsachen zurück.
„Du bist zu spät, Potter."
„Entschuldige, ich… ich würde noch aufgehalten."
„Von wem?"
„Zabini."
„Was hat er von dir gewollt?"
„Nichts."
„Nichts? Potter, du glaubst doch nicht, du kannst mich verarschen, oder?"
„Ich… nein, nein, natürlich nicht."
„Weshalb lügst du dann?" Harry antwortete nicht. „Ich hab dir schon einmal gesagt - du bist der schlechteste Lügner, den ich kenne und wenn wir noch mehr Zeit hätten, würde ich dir weiterhin die Leviten lesen."
„Was", fragte Harry, dem plötzlich einfiel, dass Draco ihm ja noch etwas erklären und zeigen wollte, „hast du eigentlich mit mir vor?"
„Das wirst du gleich sehen. Gib mir deine Hand und streif dir den Tarnumhang über. Wir müssen in Richtung Hufflepuff-Gemeinschaftsraum gehen."
Harry tat, was Draco ihm befohlen hatte und ließ sich von ihm führen. Er konnte spüren, dass Draco noch immer sauer auf ihn war, weil Dracos Hand ihn fester umklammert hielt, als es notwendig gewesen wäre, aber er wagte es nicht, auch nur ein Wort zu Draco zu sagen. Stumm kamen sie nach zehn Minuten an einer Türe an, die Harry nie zuvor gesehen hatte, da er sich im Hufflepuffgebiet nicht so gut auskannte, obwohl er und Draco einige intime Momente in diesem Gebiet erlebt hatten.
„Hier rein, Potter." Mit seinem Zauberstab öffnete Draco die Tür und Harry trat in den dunklen Raum ein. Draco folgte und schloss die Türe wieder. Vollständige Finsternis hüllte die beiden Teenager ein. Harrys fühlte die Präsenz Dracos in seinem Rücken und es überraschte ihn kaum, als Draco ihn von hinten umfasste und ihn in einer zärtlichen Umarmung barg.
„Entspann dich."
„Was hast du vor?"
„Shhh… Vertrau mir für die nächste halbe Stunde, einverstanden?"
Harry wusste nicht, wieso, doch er tat es. Er vertraute Draco, der so unterschiedliche Gefühle in ihm weckte, und lehnte sich in die Umarmung zurück.
„Öffne deine Augen, Harry, und sieh!"
Niemals zuvor hatte Harry etwas Schöneres gesehen. Funkelnde Lichter in allen erdenklichen Farben erhellten den Raum, tanzten in einem fröhlichen Reigen umher und jeder Funke schien einen eigenen Ton zu haben, der sich mit den anderen verband und eine Melodie spielte, die so sanft, schön und sehnsüchtig war, wie sie Harry niemals zuvor gehört hatte. Er wollte Draco so vieles fragen, doch er brachte vor lauter Staunen keinen Mucks heraus. Dann fühlte er Dracos Hände, die ihm den Mantel öffneten und zu Boden gleiten ließen. Harry bewegte sich nicht, sondern genoss das Spiel für seine Augen und seine Sinne. Dracos Hände glitten in Harrys Schoß, liebkosten Harrys Schaft durch den Stoff der Hose, bis sich ein Zeichen von Erregung gebildet hatte. Dann liebkosten Dracos Lippen Harrys Hals von jenem empfindsamen Punkt - der hinter dem Ohr begann - hinab zu den Schultern. Kein Gedanke an Blaise, Lucius oder Verrat blockierten mehr Harrys Gedanken. Wie schon am Tag zuvor drängte ihn ein Gefühl aus seinem Inneren, sich Draco hinzugeben und so protestierte er auch nicht, als Draco seine Hose öffnete.
Entfernt nahm Harry wahr, dass Draco etwas flüstere und ein Zauber sich hinter ihm materialisierte.
„Harry, setz dich." Mittlerweile stand tatsächlich ein Stuhl hinter Harry – nun wusste er, was der Slytherin herbeigezaubert hatte. Mit weichen Knien kam er Dracos Aufforderung nach und war froh darum, denn auch wenn Draco ihm schon die ganze Zeit als Stütze gedient hatte, bot der Stuhl mehr Halt. Harrys Augen folgten nun nicht mehr den funkelnden Lichtern, sondern Dracos grazilen Bewegungen.
„Hey", beschwerte Draco sich zärtlich, als er es bemerkte, „du sollst nicht mich ansehen, sondern das Ballett der Lichttöne. Ich will nicht umsonst halb Hufflepuff bestochen haben, damit wir ungestört sind."
„Du hast was?" Auf Harrys leichte Entrüstung konnte Draco nur lächeln.
„Ich habe sie bestochen und zwar aus gutem Grund. Die Lichttöne tanzen nur einmal jedes halbe Jahr und das zu einem bestimmten Zeitpunkt, den man auspendeln muss. Eigentlich ist das ein Geheimnis, welches nur in Hufflepuff bekannt ist, aber seit einer meiner Vorfahren etwas mit einer Hufflepuff hatte, ist es auch zu einem Malfoy Familiengeheimnis geworden." Nun grinste Draco frech.
„Du hast dir so viel Mühe gemacht - für mich?" Harry war gerührt. Niemals hätte er Draco so viel Romantik zugetraut – schon gar nicht auf seine Person bezogen.
„Ja, Harry, du bist für mich mehr als ein Spielzeug, ich habe das auch nur zu Phineas gesagt, damit er uns endlich alleine lässt und zugegeben, meine Wortwahl war auch schon mal besser. Es tut mir leid."
Harry zitterte am ganzen Körper. Diese Entschuldigung von Draco war für ihn schon fast ein Liebesgeständnis. Draco hatte ihn gar nicht verletzen wollen. Er hatte diesen Fehler eingesehen und verwöhnte ihn mit einer Privatshow von Lichttönen und Draco war so unglaublich verlockend, dass Harry sich im Augenblick nichts sehnlicher wünschte, als für immer mit Draco Zärtlichkeiten austauschen zu können. Sein Herz hatte nun vollständig über seinen Verstand gesiegt.
„Lehn dich bitte wieder zurück und genieße", hauchte Draco in Harrys Ohr, „meine Überraschung ist noch nicht vorbei."
Angespannt vor Neugier und Verlangen nach dem blonden Teufel tat Harry, was Draco wollte. Die musizierenden Töne vor seinen Augen ließen ihn aber gleich wieder entspannen. Sie tanzten in verschiedenen Formationen und erinnerten an eine Aneinanderreihung von Muggelfeuerwerk.
Er bemerkte kaum, dass Draco ihm die Hose über die Hüften streifte und somit seinen Unterleib entblößte. Nach dem Duschen war Harry ohne Boxershorts in die Hose geschlüpft, da er jene als einziges im Gryffindorturm vergessen hatte, wobei er sich nicht sicher war, ob Blaise sie nicht in Wirklichkeit hatte verschwinden lassen. Dracos Hände, die sein Glied plötzlich umfassten, waren warm und sanft zugleich. Kurz erinnerte Harry sich an das erste und einzige Mal, dass Draco ihn berührt hatte und dann wurde ihm bewusst, was Draco eigentlich tat. Draco Malfoy verwöhnte IHN! Draco Malfoy war zum ersten Mal seit Beginn ihrer Affäre – falls man das so nennen konnte – nicht derjenige, der nahm, sondern derjenige, der gab. Ein Schauer brodelnden Verlangens durchströmte Harrys Körper und er bog sich automatisch den verführerischen Bewegungen von Dracos Händen entgegen. Vielleicht – und Harry wagte kaum, es fertig zu denken – würde Draco noch einen Schritt weiter gehen und ihm zeigen, wie es sich anfühlt, in den Genuss oraler Befriedigung zu kommen.
Die Lichttöne tanzten immer wilder. Sie schienen sich Harrys Puls anzupassen. Formationen in prächtigen Farben machten Harry unter dem Einfluss von Dracos sinnlichen Liebkosungen ganz taumelig. Abermals war er heilfroh, dass er auf einem bequemen Stuhl (er vermutete einen Polsterzauber wie bei Besen) sitzen konnte. Sein Herz fing an zu rasen – heftiger – intensiver – doch plötzlich waren Dracos Hände verschwunden, waren die Lichttöne verschwunden. Frustriert stöhnte Harry auf. Er wollte, er brauchte diese Reize für seine Sinne und wie auf ein stummes Kommando tauchten die ersten Lichttöne wieder auf.
Die Lichter gaben sanfte, helle Töne von sich und mit den ersten Sprüngen, die sie taten, leiteten sie eine langsame Melodie mit zauberhafter Kür ein, aber auch Draco blieb nicht untätig. Harry, dessen Augen gefesselt an dem Farbenspiel vor ihm hingen, registrierte es mit Erstaunen und Wohlwollen, als er endlich voller Erwartung und Hoffnung Dracos Lippen an seinem Schaft fühlte.
„Oh mein Gott, oh mein Gott", war alles, was er denken konnte. Ihm war augenblicklich nicht bewusst, dass er Stück für Stück immer mehr seiner Unschuld an Draco verlor. Er hätte auch nicht sagen können, ob er noch als „Jungfrau" zählte oder ob er sich als entjungfert von Draco Malfoy betrachten musste. Doch es war Harry egal. Heiße Lust erfüllte ihn und sein Körper drängte hungrig, fast sogar flehend dem Mund entgegen, der ihn gerade in voller Länge aufgenommen hatte.
Harry krallte sich vor Lust in die Stuhllehnen. Seine Augenlider zuckten, es fiel ihm merklich schwerer, sich auf die umher springenden Lichter zu konzentrieren, aber irgendetwas in ihm versuchte dennoch, den Blick zu halten. Seine Wahrnehmung wurde allerdings trüber. Sein Blick war verschleiert und er fühlte nur noch Draco, der ein wahrer Meister war in dem, was er tat. Dracos Kopf glitt an dem steifen Schaft auf und ab, während seine Hände mit den empfindsamen Hoden spielten, sie kneteten und drückten, bis Harry dachte, jede Sekunde kommen zu müssen. Aber Draco verstand es, Harry zappeln zu lassen. Ganz automatisch ließ Draco von Harry ab, sobald er bemerkte, dass Harry sich beinahe verlor. Offenbar hatte der Slytherin noch mehr vor.
„Bitte, Draco…", flehte Harry plötzlich. Er wollte nicht mehr warten, konnte nicht mehr warten, doch Draco schwieg. Harry konnte jedoch fühlen, wie Draco innerlich grinste. Innerhalb von nur zwei Tagen war es dem Slytherin zum zweiten Mal geglückt, Harry zu verführen und das, obwohl Harry eigentlich immer noch sauer auf Draco sein sollte. Es gab noch so vieles, was Harry wissen wollte, aber Draco verstand es perfekt, ihn in eine andere Richtung zu manipulieren.
Auf Harrys Flehen reagierte Draco, indem er seine Bemühungen wieder verstärkte. Harry zog scharf die Luft ein. Waren die Emotionen vorher schon enorm gewesen, waren sie jetzt unglaublich. Er konnte nicht mehr in Worte fassen, was da über ihn kam, doch er wollte mehr davon. Harry keuchte, wand sich - so gut es auf dem Stuhl ging - presste seine Hüfte rhythmisch drängend gegen Dracos Kopf und verlor sich letztendlich in einem emotionalen Sprudel, welcher anschwoll und sich explosionsartig entlud.
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„Draco, können wir reden?"
„Worüber möchtest du reden?"
„Das zwischen uns, was ist das? Du sagst, es ist mehr als nur ein Spiel, aber was ist es dann?"
„Was willst du von mir hören, Harry?"
„Keine Ahnung. Es ist nur – sag mir einfach warum… Warum haben wir Sex?"
„Wie wär's mit etwas anderem. Weshalb sagst du mir nicht, was du mit Blaise vorhin gemacht hast? Ich würde gerne wissen, in welcher Form dich Zabini aufgehalten hat und ob ich mir Sorgen machen muss, weil du gebadet hast, bevor du zu mir gekommen bist und leugne es nicht – ich kann den Badeschaum riechen."
„Weißt du was, Draco, das geht dich gar nichts an. Wir sind kein Paar, sondern einfach zwei Erzfeinde, die Sex miteinander haben, oder nicht?"
Harry war von der Decke aufgestanden, die Draco für sie beide herbeigezaubert hatte und auf der sie aneinander geschmiegt gelegen hatten. Sein Temperament kochte wieder einmal hoch, da Draco es nicht nur zur Perfektion gebracht hatte, ihn zu verführen, sondern auch ihn zu reizen.
„Was erwartest du von mir, Harry?"
„Dass du mir sagst, dass es mehr ist als nur ein krankes Spiel oder Sex! Verflucht, Draco, du bist der Erste für mich!"
„Du bist noch Jungfrau?" Draco war offensichtlich erstaunt.
„Was hast du denn gedacht?"
„Keine Ahnung. Ich dachte, du hättest zumindest mal mit dem Wiesel…"
„Spinnt du? Ron ist mein Freund, ich würde doch nie…"
„Und was ist mit der kleinen Ravenclaw?"
„Cho? Außer einem feuchten Kuss war da nichts."
„Aber da müssen doch noch andere gewesen sein, immerhin bist du der Harry Potter!"
„Du denkst doch auch nur, dass ich der Junge-der-überlebt-hat bin und mein Klischee zu erfüllen habe, oder? Harry Potter muss dies, Harry Potter muss das! Warum will keiner sehen, wer ICH bin und was ICH will?" Harry hatte sich in Rage geredet. Er war verbittert darüber, welchen Stempel ihm alle aufdrücken wollten und dass Draco dazugehörte verletzte ihn mehr, als die Tatsache, dass es nur etwas sexuelles war, was sie verband.
„Hör zu, Harry, ich werde dir nicht sagen, dass ich dich liebe oder irgendetwas in der Richtung. Aber ich weiß, das es kein Spiel ist und dass ich mehr Zeit mit dir verbringen möchte und - wenn du mir die Chance gibst - würde ich gerne herausfinden, wer Harry Potter wirklich ist."
Harry schaute Draco an. Dem Slytherin war es ins Gesicht geschrieben, dass er seine Worte ehrlich meinte und Harry war schon wieder dabei, schwach zu werden. Er konnte einfach nicht lange böse auf Draco sein – diese unerwünschte Verliebtheit war Schuld daran. Diese Verliebtheit, die er nicht leugnen konnte und die ihm so unwirklich schien, wie die körperliche Nähe, die er zu Draco aufgebaut hatte.
„Ich weiß nicht…"
„Weshalb? Du wolltest doch, dass es mehr ist als Sex und jetzt biete ich dir an, was ich dir geben kann. Harry, lass mich dich entdecken."
„In Ordnung." Draco nahm Harry an seiner Hand und zog ihn in einen zärtlichen Kuss, um dieses Versprechen zu besiegeln.
Fortsetzung folgt…
So, dass war Kapitel 14. Ich hoffe ihr hattet euren Spaß beim Lesen und belohnt mich mit euren Kommis. Wäre echt nett. Ein ganz großes KNUDDELTZ eure Amunet.
PS: Und jetzt noch ein bisschen Werbung für meine neuen Geschichten „Gib ihn mir zurück" und „Flüstern im Morgenwind". Wäre schön, wenn ihr mal reinschauen würdet. smile
