Autor:

Amunet

Titel:

Und du liebst mich doch...

Story:

Im 6. Schuljahr von Harry beginnt zwischen ihm und Draco ein Machtkampf der mehr ist, als nur eine Schülerrivalität. Ein Machtspiel aus Lust, Leidenschaft und Liebe entbrennt. Doch als wäre das nicht genug taucht der Dunkle Lord wieder auf. Welche Pläne hat er und stimmen die Gerüchte, dass Malfoy jun. ein Todesesser geworden ist?

Paaring:

Harry X Draco; Ron X Blaise; Hermine X Viktor; Seamus X Dean

Warnung:

Yaoi (Liebe zwischen Jungs), Lemons (detaillierte Sexdarstellungen); ein bisschen Depri und vor allem ziemlich OOC

Disclaimer:

Nix gehört mir. Alle Rechte an HP gehören Joanne K. Rowling.

Betaleser:

Betaversion 2014 von der fabelhaften, wundervollen und extrem fleißige SmokeySky


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Vielen lieben Dank für eure Kommentare. Hätte nicht gedacht, dass noch so viele Leute meine FF lesen. Ihr habt mich echt glücklich gemacht. ^_^

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Und du liebst mich doch...

Kapitel 22

Der Tag begann für Harry sehr düster und das triste, graue Wetter schien bestens zu seiner üblen Laune zu passen. Unausgeschlafen, da er erst sehr spät eingeschlafen und dann auch noch mit Alpträumen traktiert worden war, saß er in Professor Binns Unterricht. Bereits fünf Minuten, nachdem er in seiner ersten Unterrichtsstunde Platz genommen hatte, waren Harrys Gedanken abgeschweift. Er war so tief in die Erlebnisse der letzten Nacht versunken, dass ihm völlig entging, wie Ron schnarchte, während eine verwirrte Flotte-Schreib-Feder seinem besten Freund einen grünen Schnurrbart malte. Auch bemerkte Harry Hermines besorgten Blick und die damit verbundene, tiefe Sorgenfalte nicht. In Harrys Kopf drehte sich alles nur um Draco.

Zum ersten Mal seit Monaten schien ihm alles klar, sobald er an Draco dachte. Die Gefühle für Draco hinderten ihn nicht länger daran, zu erkennen, dass das Fundament ihrer merkwürdigen Beziehung auf Erpressung und Nötigung aufgebaut worden war. So viele Jahre unglaublich starken Hasses lagen in ihrer Vergangenheit und Harry verstand selbst nicht, wie all dies in den Hintergrund gerückt war, kaum dass er Draco körperlich näher gekommen war, als jemals einem Menschen davor. Obwohl es seine Gefühle waren, obwohl es seine Entscheidungen war, er konnte selbst nicht nachvollziehen, wann und vor allem wie der Wechsel stattgefunden hatte. Alles, was Harry begriff, war, dass er Draco noch immer liebte, gleichwohl er unglaublich verletzt und unsagbar eifersüchtig auf die enge Bindung zwischen Draco und Zabini war.

Ein lautes, deutliches Klopfen unterbrach Professor Binns monotonen Vortrag über den 12. Großen Koboldkrieg im Jahr 382 vor Morgana und brachte den resoluten Geist für einen kurzen Augenblick zum straucheln. Etliche Schüler erwachten aus der dämmrigen Trance, in die der Professor sie stets mit seinen langweiligen Vorträgen versetzte. Dean Thomas schreckte so abrupt aus seinem tiefen Schlaf auf, dass er gegen sein Tintenfass stieß und es Lavender Brown über ihr langes Haar floss, was diese wiederum laut aufschreien ließ. Neville Longbottom stieß sich schmerzhaft seinen Zauberstab ins Nasenloch, aus dem daraufhin rote und grüne Funken stoben. Ron verschluckte sich an seinem eigenen Schnarchen und grunzte laut nach Luft schnappend auf. Harry jedoch betrachtete nur den kleinen, schmalen Slytherin-Erstklässler, der in der Tür stand und zu dem das laute Klopfen überhaupt nicht zu passen schien. Die Miene des Jungen war voller Scheu, aber je mehr Schüler ihn registrieren und ihn beobachten, desto entschlossener wurde er, bis er letztendlich seine Schultern straffte und direkt auf Professor Binns zu ging, wo er ihm eine kleine Pergamentrolle überreichte, bevor er eiligst wieder verschwand.

Kurz las der Geist die Nachricht in seiner Hand, nur um dann leicht missbilligend, aufgrund der vorangegangen Störung, seine Stimme zu erheben. „Mr. Potter, Sie sollen sich unverzüglich im Büro des Schulleiters einfinden."

Neugierige Blicke streiften Harry, doch er ignorierte sie geflissentlich und blickte stattdessen zu Ron und Hermine. Auch in ihren Gesichtern stand pure Überraschung geschrieben. Mit einem leichten, kaum bemerkbaren Zucken seiner Schultern bedeutete er Ron und Hermine, dass auch er keine Ahnung hatte, was Professor Dumbledore von ihm wollte und verließ schleunigst den Raum.

Harry rannte die Korridore entlang, den Kopf voller Fragen. Er rätselte darüber, ob er wohl Antworten auf seine unzähligen Fragen erhalten würde, und dann stand er auf einmal vor den Wasserspeiern, die zu Dumbledores Büro führten. Erst jetzt fiel Harry auf, dass er kein Passwort erhalten hatte und begann, sich sein Hirn zu zermartern, wie es bei seinem letzten Besuch gelautet hatte. Bevor seine Bemühung jedoch von Erfolg gekrönt war, überragte ihn ein Schatten, der sich lautlos hinter ihm aufgebaut hatte.

„Potter, was haben Sie schon wieder hier zu suchen? Sollten Sie sich nicht derzeit im Unterricht befinden?"

Bei Snapes schneidender Stimme zog sich in Harry alles zusammen. Innerlich auf eine neuerliche, unschöne Konfrontation mit Snape gefasst, drehte Harry sich um. „Professor Dumbledore schickte nach mir."

„Ist das so?", fragte Snape mit hochgezogenen Augenbrauen und blanke Wut loderte in Harry empor.

„Natürlich", entgegnete Harry, bemüht, seinem Zorn nicht die Oberhand zu überlassen und Snape dieses Mal seine Meinung zu sagen.

„Wir werden sehen", sagte Snape mit einem kleinen, schmalen Lächeln, das die Geringschätzung für Harry offen bekundete. Doch bevor Harrys angespannter Geduldsfaden riss, wandte sich Snape von ihm ab und dreht sich den Wasserspeiern zu. „Weasley Twins"

Als die Tür freigegeben wurde und einen Blick auf die Wendeltreppe offenbarte, welche zu Dumbledores Büro führte, war es Snape, der Harry den Vortritt gewährte. Ein Umstand, der Harry zutiefst missfiel, denn er konnte den kalten und bohrenden Blick aus Snapes kleinen, schwarzen Augen ununterbrochen, den ganzen Weg bis zu Dumbledores Büro, in seinem Rücken fühlen.

Professor Dumbledore saß an seinem Schreibtisch, als Harry gemeinsam mit Snape den Raum betrat. Es wirkte, als würde der Professor in einem Buch lesen, doch Harry ahnte, dass er und Snape bereits in dem Moment sämtliche Aufmerksamkeit des Schulleiters inne hatten, als das Passwort zu den Räumlichkeiten gesprochen worden war. Ein leises Rascheln veranlasste Harry, in die Ecke zu seiner Rechten zu blicken. Lucius Malfoy saß dort auf einem weichen Ledersessel. Sein Gesicht war sehr blass und eigentlich wirkte die komplette Erscheinung des Todessers durchscheinend. Durch das helle, silbrig-blonde Haar, welches dem von Draco entsprach, bis zu den ungewohnt und absolut untypischen weißen Kleidungsstücken, die Lucius trug, machte er einen unglaublich verletzlichen Eindruck. Ein Eindruck, der sich verlor, sobald man den arroganten und entschlossenen Ausdruck auf seinen attraktiven Gesichtszügen sah.

„Ah, da seid ihr ja. Harry, Severus", begrüßte Dumbledore sie und lenkte so Harrys Aufmerksamkeit von Lucius fort. Mit einem leichten Schlenker seines Zauberstabes erschienen zwei bequem aussehende, gepolsterte Stühle aus dem Nichts. „Sehr schön, sehr schön. Nun, dann sind wir wohl alle vollzählig."

Harry saß kaum, da rutschte ihm auch schon die erste Frage heraus: „Warum sind wir hier?" Er ertrug die Spannung des Ungewissen nicht länger und ignorierte dabei so gut es ihm möglich war Snapes scharfen Blick und die Tatsache, dass Snape, so wie es aussah, nur nichts bezüglich seiner Hast sagte, da Dumbledore dem Zaubertranklehrer bedeutete, zu schweigen.

„Eine gute Frage, Harry", sagte Dumbledore und lächelte Harry sanft unter seiner Brille an. „Nun, worum geht es hier wohl? Ich möchte nicht lange um den heißen Brei reden, Harry, denn schließlich geht es tatsächlich um dich, Professor Snape", und er deutete mit einem knappen Nicken des Kopfes auf Lucius, „und Mr. Malfoy."

„Haben Sie einen Weg gefunden, die Verbindung zu trennen?" Erwartungsvolle Neugier erwachte in Harry. Er hoffte inständig, diese absurde Verbindung so schnell wie möglich zu beenden, denn die Dinge, welche er durch Lucius sah, gefielen ihm ebenso wenig, wie jene, welche Lucius durch seine Augen erblicken konnte. Es war nicht der Fakt, dass seine Beziehung zu Draco auf diese höchst peinliche Art offengelegt worden war, sondern vielmehr die Tatsache, dass er so dem letzten Rest seiner Privatsphäre beraubt worden war.

„Bedauerlicherweise, nein."

Die Hoffnung, die gerade eben erst in ihm aufgeflackert hatte, erstarb augenblicklich und Harry fühlte sich bitter enttäuscht.

„Was mache ich dann hier?"

„Gemeinsam mit Severus habe ich überlegt, dass es wohl sinnvoll wäre, ein paar Test mit dir und Lucius durchzuführen."

„Was für Tests?", fragte Harry misstrauisch und schaute kurz zu jedem der drei Männer.

„Nun, Severus hat ein paar höchst interessante Aufspürzauber der tieferen und älteren Magie entdeckt, für den relativ unwahrscheinlichen Fall, dass diese Bindung auf einen Fluch zurückzuführen ist. Außerdem war er so nett und hat einen Offenbarungstrank gebraut, der jegliche Zweifel daran beseitigen sollte, ob ein anderer Zauberer seine Finger mit ihm Spiel hatte."

Harry schwieg. Was sollte er darauf sagen? Doch Dumbledore nahm ihm diese Entscheidung ab, indem er einfach weitersprach.

„Natürlich bin ich mir bewusst, dass uns dies im Moment nicht die erhoffte Befreiung darbietet, die du dir gewünscht hast, Harry, doch es ist ein guter Ansatz für die Lösung des Problems."

Harry verstand, dass er sich auf Dumbledores Anweisung hin Snape ausliefern würde. Der alleinige Gedanke daran brachte den Unwillen in Harry hervor, aber er schwieg weiterhin beharrlich und starrte stattdessen entsetzt in die vertrauten, blauen Augen seines Schulleiters. Obwohl Professor Dumbledore genau wusste, wie sehr Snape und er sich hassten und welch großes Misstrauen zwischen ihnen stand, wollte er ihn erneut in Snapes Hände geben. Hatte das Fiasko des Okklumentik-Unterrichts im letzten Schuljahr nicht ausgereicht, um Dumbledore von solch einer Idee abzubringen?

„Wann", wollte Harry wissen, dessen Stimme merkwürdig hohl klang und dessen Mund sich trockener anfühlte, als eines der Plätzchen von Hagrid schmeckte, „sollen die Test beginnen?"

„Ich würde sagen", meldete sich zum ersten Mal die nonchalante Stimme von Lucius Malfoy aus seiner Ecke, „so schnell wie möglich. Denn, Mr. Potter, Sie können mir glauben, ich kann auf künftige Einblicke in Ihre – sagen wir – verstörende Welt verzichten. Diese Peinlichkeit sollten wir – und ich bedauere, dass ich gezwungen bin, dies zu sagen – uns beiden ersparen." Ein recht humorloses Lächeln kräuselte Mr. Malfoys schmale Lippen und wenn Harry ihn nicht ohnehin bereits verabscheut hätte, hätte er es spätestens jetzt getan.

Fortsetzung folgt…


Sodele Das war's auch schon wieder von mir. Leider ist das neue Kapitel noch nicht fertig, aber ich hoffe, dass es die spätestens die nächste Woche in den Betaread schafft. Liebe Grüße eure Amunet

PS: Reviews nicht vergessen.