XX
"Die Prüfung"
M:'ist fasziniert, völlig hin und weg, kommt aus dem Staunen nicht raus.'
C:'errötet und schaut verlegen zu Boden, selbst überrascht darüber, diese Erfahrung hier so preiszugeben.'
STILLE
M:"Erstaunlich, wie gut du dich daran erinnerst und uns teilhaben lässt. Wirklich eine Ehre."
C:"Bin selber überrascht, wie gut ich mich daran wieder erinnern kann. Und zutiefst erschrocken über mich selbst, es hier so frei zu erzählen. Eigentlich gehört dies nicht hier her. Auch alles weitere eigentlich nicht." ' verfällt in einen flüsterton und spricht mehr zu sich selbst' " Nicht mal Tifa habe ich davon erzählt. Fuck." 'richtet sich wieder dem Moderator zu.'."Wäre es möglich, nochmal kurz eine Pause zu machen?"
M:"Klar kein Thema. Machen wir ein Break. Also bis gleich meine Freunde. Bleibt dran."
E
M:"So Freunde, da sind wir wieder..."
C:'räuspert' "Hey."
M:"Ja Mädels beruhigt euch, dem Cloud geht es gut. Tifa ist nicht aufgetaucht und hat ihm die Hölle auf Erden gemacht." 'lacht'
C:"Noch nicht. Es werden heute Abend mit Sicherheit die eine oder andere Frage diesbezüglich geben. Zumal es nicht harmloser wird." 'versucht lässig auf dem Stuhl zu wirken, reibt sich leicht nervös die Hände an seinen Oberschenkeln.'
M:"Oh okay, bin gespannt, was du uns noch erzählen wirst und möchtest."
C:"Ich befürchte zu viel. Weil IHR es hören WOLLT." 'schwenkt wieder leicht ins Selbstgespräch'
"Oder fällt es mir grad so leicht zu erzählen, weil ich diese Erinnerung selbst noch mal durchleben möchte." 'errötet und lächelt sanft in sich hinein.'
"Ich muss sagen, dass ihr hier sehr viel verlangt. Ganz schön viel, um genau zu sein. Ich ziehe mich richtig aus. Was im weiteren Verlauf noch passiert, weiß keiner. Und ihr werdet mich dann anders sehen."
M:"Dich zwingt hier keiner, deine Hosen auszuziehen. Wenn es wirklich zu persönlich wird, dann..."
C:"Schon gut. Ich sehe es als Therapie. Ich zieh es durch. Wie nennt man das, Selbstreflektion?"
M:'nickt und schaut Cloud mit großen Erwartungsvollen Augen an.' "Gut dann überlasse ich das Wort an dich. Fahre bitte fort."
Einige Tage später bekam ich die Nachricht das ich mich für die Aufnahmeprüfung bei SOLDAT vorbereiten soll. Also hieß es mehr Training. Sowohl körperlich als auch geistlich. Beides war nervenaufreibend. Mein Körper schmerzte von harten Kampfsimulationen. Kopfschmerzen plagten mich jede Nacht. Ich biss meine Zähne zusammen und zog durch. Sam und die anderen Jungs staunten immer wieder darüber, wie niedergeschmettert und vollkommen fertig ich abends im Bett lag.
"Cloud, was macht dein Kopfschmerz?", fragte mich die besorgte Stimme von Clair und riss mich aus meinen Gedanken. Ich schaute sie aus halb geöffneten Augenlider irritiert an.
'Wo war ich gerade?'
Kurz darauf schaute ich mich um und stellte fest , dass ich mich gerade mit Clair auf ihrem Bett in ihrem Zimmer von Beth Wohnung befand. Das Pochen im Kopf erschwert mir, zu antworten.
"Warte einen Moment, ich hol dir etwas, was dir helfen wird."
Ich spürte ihre Bewegung, dass sie aus dem Bett aufstand und das Zimmer kurz verließ. Vorsichtig versuchte ich mich aufzurichten, soweit mein Kopf es zuließ.
"Hier, nimm. Es wird dir helfen.", sagte Clair, die mit einem Fläschchen Potion in der Hand ins Zimmer zurückkam. Ich zögerte nicht lange und leerte das Fläschchen in einem Zug.
"Danke Clair. Das habe ich gebraucht.", bedankte ich mich bei ihr und legte mich wieder zurück. Sie lächelte und beobachtete mich besorgt.
"Du übertreibst es ein bisschen. Achte mehr auf dich und leg mal einen oder auch zwei Tage Ruhe ein."
"Geht nicht. Ich will es unbedingt schaffen."
'Genauer gesagt, ich MUSS es schaffen. Ich habe es Tifa versprochen.'
Traurigkeit lag in ihrem Gesicht, als sie mich ansah.
"Warum? SOLDAT oder nicht SOLDAT. Für mich macht es keinen Unterschied. Nein quatsch. Ich weiß das ich wieder jemanden Verlieren werde den ich wahnsinig gern mag."
"Was? Ich verstehe nicht ganz. Was meinst du?"
Ich stellte mich unwissend, aber ich ahnte schon, was sie meinte. Beth hatte mir von Clairs Gefühlen erzählt. Sie seufzte und schenkte mir einen Blick, der mich förmlich darum bat, ihr zu erlauben, sich zu mir zu legen. Ich legte meinen Arm einladend aus dem sie nicht widerstehen konnte. Sie stürmte förmlich in meinen Arm und bettete ihren Kopf an meine Schulter.
"Cloud, ich glaube ich hab..."
"Sch..", legte ich meinen Finger auf ihren Mund. Überrascht funkelten ihre Augen mich an.
"Sag es nicht, denn ich glaub ich weiß es.", flüsterte ich ihr zu und ließ meinen Finger über ihr Wangenknochen streichen. Ihre Augen leuchteten voller Zuneigung und Hingabe. In gewisser Weise gefiel es mir auch. Denn ich allein löste dies bei ihr aus. Allein nur meine Anwesenheit brachte diese Reaktion von ihr hervor. Doch mein größter Wunsch zu dem Zeitpunkt war es, genau diese Art von Reaktion irgendwann bei Tifa auslösen zu können.
Clair war wirklich eine nette, junge und bildhübsche Frau, aber dennoch hätte sie einen Mann verdient, der aufrichtig und ehrlich zu seinen Gefühlen steht. Jemanden wie Sam oder Leo. Ich sah sie wirklich nur als eine gute Freundin. Eine Freundin mit Vorzügen. Ich genoss es sehr, was ich mit ihr hatte, fühlte mich aber dennoch schlecht, weil ich wusste, je mehr ich es genoss, desto mehr verletze ich sie.
Der Heiltrank wirkte schnell, da meine Kopfschmerzen schnell Geschichte waren. Aber kurz darauf hatte ich ein anderes Problem. Sie fing an mich zu streichlen und zu küssen was mir verdammt gut gefiel. Auch ich konnte meine Hände nicht länger von ihr lassen und fing an, auch sie zu verwöhnen. Es dauerte nicht lange, bis unsere Kleidung auf dem Zimmerboden lagen. Erregtes und heißes Gestöhne, gemischt mit lautem Schmatzen, leidenschaftlicher Küsse hallten durch den Raum.
Langsam richtete Clair sich auf und saß frech grinsend neben mir, hielt mich dennoch fest in der Hand.
'Was hat sie vor?'
"Ich würde dir gerne zeigen, was ich noch so alles kann.", sprach sie mit einem leicht verruchten Klang in ihrer Stimme, während sie weiterhin meinen harten Schwanz rieb. Immer und immer wieder ließ sie ihre Zungenspitze über ihre Lippen fahren und blickte dabei immer wieder auf meinen Schwanz in ihrer Hand. Ich schnappte etwas nach Luft und versuchte mich kurz darauf zu konzentrieren ihr zu antworten. Mehr als ein heiseres "Okay..", bekam ich nicht zu stande. Aufmerksam beobachtete ich sie was sie als nächstes tat. Vorsichtig beugte sie ihren Oberkörper über meinen Schritt und senkte ihren Kopf. Einen prüfenden Blick von ihr in meine Richtung. Sie wollte nur nochmal sichergehen ob ich sie wirklich machen lasse.
"Genieß es.", sagte sie bestimmend und legte zart ihre Lippen auf meine pochenden Spitze. Ein erregtes Knurren erklang aus meiner Kehle als Reaktion auf ihre Berührung. Allerdings ließ sie es nicht nur bei ihren Lippen bleiben. Sie fing an, mich komplett mit ihrem Mund zu verwöhnen. Ein saugen, lutschen und leichtes Knabbern am Schaft meines harten Penis ließ mich gefühlt in den Himmel tragen.
'Verdammt wenn sie so weiter macht wird dies hier eine schnelle Runde.'
"Clair... Fuck... Lang... samer..", stotterte ich vor mir her und versuchte sie zum Gang runterschalten zu bewegen. Kurz darauf ließ sie Gott sei Dank von mir und grinste mich Siegessicher an.
"Gefällt's dir?", fragte sie mich, während sie sich über mich räkelt und mit ihren Brüsten über meinem Gesicht winkte. Ich konnte nicht anders bei diesem Anblick und nahm eine ihrer wohlgeformten Brüste in die Hand und saugte an ihrem Nippel. Sie lachte leicht über meine Berührung und fing an, in der Schublade ihres Nachtschränkchens zu wühlen. Es dauerte etwas bis sie fand was sie begehrte, da nutzte ich die Zeit während ich an ihrem Nippel saugte ließ ich meine mittlerweile schon flinken Finger an ihrer warmen feuchten Spalte ihre Arbeit tun. Sie stöhnte und keuchte unter meiner Berührung und musste sich kurz stützen, um sich wieder zu fangen. Ein Zittern durchströmt sie wie ein elektrischer Schlag. In diesem Augenblick spürte ich, dass sie feuchter war als zuvor.
"Oh... Hier Cloud... Nimm..", hauchte sie stoßweise mir entgegen und steckte das Tütchen in meine gerade freie Hand. Gut ich wusste was zu tun war und ging dem nach während sie noch immer erregt keuchend über mir hing. Im nächsten Moment griff ihre Hand nach meinem harten und führte ihn in sich ein. Wohlige feuchte Wärme umschlosse mich komplett und ließ mich etwas lauter aufstöhnen. Dieses Gefühl des Aufeinandertreffens ist immer das Beste. Ihr schien es ähnlich zu gehen, denn auch sie machte einen zufrieden Eindruck.
"Lehn dich zurück, Cloud und genieß einfach.", sagte sie und begann ihre Hüften zu kreisen. In diesem Augenblick hatte sie die volle Kontrolle und ritt mich. Sie tat es in dieser Nacht nicht nur einmal. Diese Nacht war wild und leidenschaftlich. Ich hatte gerne Sex mit ihr. Es machte wirklich großen Spaß.
Wir trafen uns danach beinahe täglich. Entweder suchte ich sie auf der Krankenstation auf oder sie hinterließ mir eine Nachricht auf dem Handy. Es war eine aufregende und heiße Zeit. Sie brachte mir so viel bei. Sex war tatsächlich etwas, was süchtig machte.
Aber der Tag der Prüfung rückte näher. Den Abend vor der Prüfung verbrachten wir gemeinsam. Sie hatte sich ein richtiges Date gewünscht. Ich ging ihrem Wunsch nach und reservierte für uns beide einen Tisch im Steakhouse.
"Wahnsinn sieht das gut aus.", staunte sie über ihr appetitlich hergerichteten Teller.
"Ja, ich habe dir nicht zu viel versprochen. War neulich mit Sam und Leo schon hier."
Wir beide ließen es uns schmecken und unterhielten uns über belanglose Dinge. Genauer gesagt erzählte sie mehr von ihren Ereignissen auf der Arbeit. Und ich war der jenige der mehr zuhörte.
"Ja und wie jedes Jahr muss alles vorbereitet werden, wenn die Aufnahmeprüfungen für SOLDAT anstehen... Ich hasse es."
Beim letzten Teil wurde ich hellhörig. Sie bemerkte meine nun vermehrte Aufmerksamkeit und wich meinem fragenden Blicken aus.
"Was meinst du?"
"Cloud, nicht. Ich darf darüber nicht sprechen."
"Warum denn ich verrate es doch keinem. Außerdem mache ich doch morgen selbst die Erfahrung. Ich meine, vielleicht könnte ich mich psychisch etwas besser darauf vorbereiten, was passieren wird, und..."
Ihr Blick deutete Furcht, was mich unterbrach. Ich legte mein Besteck beiseite, nahm ihre freiliegende Hand in meine und schaute sie fest an.
"Du schaust gerade so, als könnte mich diese Prüfung umbringen.", scherzte ich leicht und versuchte, wieder etwas aufzumuntern.
"Cloud, es ist nicht witzig.", zischte sie nun.
"Das Ding ist, ich saß vor zwei Jahren schon mal in dieser ähnlichen Situation. Allerdings war die Vorbereitung für mich das erste Mal. Ich lernte zur gleichen Zeit einen Jungen im selben Alter wie du jetzt kennen. Ich wusste nur durch Erzählungen meiner Kolleginnen, wie das ganze abläuft. Er war genau so optimistisch und konnte es kaum abwarten. Gut, er war im Allgemeinen ein aufgeweckter. Zwar hatte er es geschafft und ist SOLDAT, aber die erste Zeit nach der Prüfung ist... reinste Folter."
"Folter? In wie fern? Für mich oder für wen? Für dich?"
Warum fragte ich nach ihr? Ich wusste nicht, warum ich nach ihr fragte. Sie senkte ihren Blick, um aufsteigende Tränen zu verbergen. Die Bedienung trat an unseren Tisch und deckte ab. Ich bezahlte unser Essen. Von all dem bekam Clair nicht viel mit. Sie stand total neben sich. Ich nahm ihre Jacke und legte sie über ihre Schulter.
"Cloud, noch kannst du umkehren. Du musst es nicht tun. Nicht für mich.", klang sie schon fast nach flehen.
'Ich tue es auch nicht für Dich, Clair. Ich habe es der Person versprochen, der mein Herz gehört.'
Ich lächelte sie an und legte meinen Arm um ihre Schulter und forderte sie auf mit mir das Restaurant zu verlassen. Sie lächelte zurück und schmiegt sich ganz fest an mich und schlenderte gemeinsam mit mir Richtung Ausgang.
Draußen stiegen wir in ein Taxi und fuhren zum Sector 4 in die Bar von Beth. Ich hatte das Gefühl, je später der Abend wurde, desto fester klammerte Clair sich an mich. Immer und immer wieder flüsterte sie Worte aus Zucker in mein Ohr und verteilte kleine süße Schmatzer an meinen Hals. Sie begehrte mich. Sehr sogar. Nur leider beruhte dies nicht auf Gegenseitigkeit.
Bei Beth in der Bar angekommen, setzten wir uns zu ihr an den Tresen und gönnten uns noch einen Drink.
"Na schon aufgeregt wegen morgen?", fragte Beth mich und gab mir meinen Pina Colada. Ich nahm einen kräftigen Zug aus dem Strohhalm und lächelte Beth freundlich zu.
"Ja, doch schon etwas. Aber es wird schon schief gehen. Ich denke, ich bin gut vorbereitet."
Beth Blick schweifte von meinem rüber zu Clairs. Beth sah besorgt aus. Sie legte ihre Hand auf Clairs Schulter und versuchte, sie aufzumuntern.
"Hey, Cloud wird das schon packen. Er hat sich gut vorbereitet. Schenke ihm ein bisschen mehr vertrauen. Ich glaube, dann würde er sich besser fühlen."
"Du verstehst es nicht. Wenn du wüsste, was die dort mit ihm machen, glaube mir, dann würdest du nicht so reden.", keifte Clair.
"Mal drüber nachgedacht, warum Angeal nicht wieder auftaucht?"
Schockiert funkelte Beth Clair an.
"Weißt du etwas über ihn? Wenn, sag es mir bitte.", flehte Beth nun und wollte hören, was Clair zu sagen hat.
"Tut mir leid, ich weiß nicht, was mit ihm ist oder wo er ist. Aber SOLDAT..." Clair spürte meine Neugier und schluckte ihre Angst wieder hinunter.
"Beth du weißt was ich meine."
Beth nickte und senkte den Blick. Wusste Beth also bescheid?
"Weißt du etwa, was da morgen abgeht?", fragte ich nun Beth.
"Nein, aber ich weiß nur, dass wenn man sich einmal SOLDAT versprochen hat, ist man SOLDAT auf Lebenszeit. Ein normales Leben ist dann nicht mehr möglich."
Wir saßen noch eine ganze Zeit lang gemeinsam am Tresen. Sprachen über dies und jenes. Auch ich erzählte kleine Erlebnisse aus meiner Jugend. Meist Ereignisse, die ich mit Tifa erlebt hatte.
"Einmal war ein kleiner Jahrmarkt etwas außerhalb von Nibelheim. Der hatte Wahnsinns gute Attraktionen. Ich mein, wenn sich sowas mal bei uns niederließ, war es Highlite genug. Doch eine Situation ist mir sehr in Erinnerung geblieben." Ich musste schmunzeln, als ich mich erinnerte und spürte ein aufregendes Zittern in meiner Brust.
"Sie hat fürchterliche Angst im Dunkeln und kann es gar nicht leiden ins Dunkle zu blicken. Keine Ahnung was sie dazu getrieben hat dort rein zu gehn. Aber sie bat mich sie zu begleiten. Aber warum gerade in dieses Gruselkabinett. Ich wäre mit ihr überall rein gegangen. Aber gut, sie wollte unbedingt da rein." Immer mehr spürte ich die Wärme, während ich erzählte. Clair lächelte sanft und hörte zu.
"Sie vertraute dir einfach und fühlte sich mit dir an ihrer Seite mutig genug, sich ihren Ängsten zu stellen.", fasste Beth zusammen.
"Jedenfalls hat sie sich wahnsinig gegruselt und bei jedem Schocker auf gequiekt wie ein Chocobo-Küken und sich fest an mich geklammert. Und einmal hatte sie sich so sehr erschrocken, nicht wegen der Attraktion, sondern ich hatte ihr im moment der dunklen Stille was fragen wollen. Aus reflex vor schreck riss sie ihre Hände hoch und traf mich voll auf die Nase. Ende vom Lied, sie kam Kreidebleich vor Angst und ich mit dicker etwas blutender Nase wieder raus. Gott sei dank hat uns keiner gesehn."
Langsam ließ ich meinen Blick zu Clair schweifen und legte meine Hand auf ihren Schenkel. Sie lächelte und griff nach ihr.
"Ich denke, wir sollten hoch gehen, oder?", fragte ich sie und schenkte ihr ebenfalls ein Lächeln.
Gemeinsam gingen wir hoch und verbrachten die Nacht zusammen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass dies unsere letzte gemeinsame aufregende Nacht war.
Kaum geschlafen schlich ich mich früh morgens aus ihrem Bett und zog mich an, bis mich plötzlich warme, zarte Hände von hinten festhielten.
"Bitte geh nicht.", flehten ihre Hände, doch sie selbst sagte kein Wort. Sie wusste, dass es nichts bringen würde, da mein Entschluss fest stand. Einen flüchtigen Blick über meine Schulter schenkte ich ihr.
"Du tust es für Sie, richtig?"
Vollkommene Stille.
"Dein Herz gehört schon dem Mädchen, von der du gestern erzähltest. Im Gruselkabinett..."
'Sie weiß es.'
"Sie kann sich glücklich schätzen jemanden wie dich zu haben. Doch ich kann und will nicht begreifen dass sie DAS von dir verlangt."
"Sie verlangt es auch nicht. Es ist meine Entscheidung. Nur so bin ich würdig, ihrem Vater gegenüber zu stehen, um akzeptiert zu werden."
Ich löste ihre Hände von mir und ging zur Tür, aber zögerte noch kurz, um durch zu gehen.
"Danke Clair. Für alles. Du verdienst jemanden, der dich ehrlich und aufrichtig liebt."
Diese Worte klangen nach Abschied. Ich hörte ihr schluchzen und floh aus dem Zimmer. Aus allem, bis ich mich kurze Zeit später im Labor von SHINRA wieder fand. Ich war nicht alleine dort. Steev war auch schon anwesend.
Doch neben uns beiden waren noch drei weitere Kameraden anwesend, die die Prüfung antreten. Einer der Professoren kam auf uns zu und fragte uns nach unseren Personalien und prüfte unsere Unterlagen.
"Gut alle Bewerber sind Anwesend. Bitte einmal folgen."
Wir folgten dem jungen Professor in den hinteren Abteil des Labors, wo acht große leere Glassäulen standen. Der Geruch von Metalle gemischt von Desinfektion und ein Hauch von Mako lag in der Luft.
"So meine Herren, dann bitte ich euch, einmal bis auf die Unterwäsche zu entkleiden und jeder einzelnd in die Säulen zu steigen."
Skeptisch schauten wir uns gegenseitig an und zögerten etwas, der Anweisung des Mannes im weißen Kittel zu folgen.
"Beeilung die Herren. Wir haben nicht ewig Zeit.", drängte er nun.
Wie aufgescheuchte Chocobos begannen wir fast synchron uns zu entkleiden und stiegen hinein. Ich rümpfte die Nase, als ich drinnen stand. Ein starker konzentrierter Geruch von Mako befand sich in der Säule.
Immer wieder suchte ich die Blicke meiner Kameraden, denen genau so unwohl war wie mir.
"Einen angenehmen Morgen wünsche ich euch, ihr neuen angehenden SOLDATEN.", erklang eine krächzende Stimme von einem Wissenschaftler, der sich im oberen Teil des Labores, dem Kontrollraum befand. Er sprach durch eine Sprechanlage zu uns.
"Hübsche neue Versuchsobjekte. Aber wollen wir doch erstmal schauen, ob ihr würdig seid. Haha..."
Für jeden von uns kam ein mit Gasmaske ausgestatteter Professor in die Säule, die an jeden von uns Elektroden anbrachten und jeweils an beiden Armen einen Zugang legten.
"Wozu sind die?", fragte ich den maskierten Professor, der sich an meinem Arm zu schaffen machte.
"Zur Überwachung.", sagte er trocken und emotionslos.
"Die Elektroden ja. Aber die Zugänge? Und so große."
Innerlich schrie mich mein junges Ich mich an. Doch ich ignorierte es einfach.
Der Geruch von Mako war so konzentriert dass einem das Atmen schwerer viel.
Auf einmal war tumult im Labor und rotes Alarm Licht durchflutete den Raum dort draußen. Leicht panisch schaute ich mich um und sah das der Kamerad in der zweiten Säule zusammen geklappt ist.
"Oh, dabei bin ich noch gar nicht angefangen und schon einer der einknickt. Jammerschade.", ertönte sarkastisch die Stimme aus dem Kontrollraum oberhalb des Labors. Steev stand in der Säule rechts von mir und seltsamer weise lächelte er mir beruhigend zu.
Ein Summen, gefolgt von einem 'klick', das klang, als würde sich etwas fest verschließen, ließ mich aufschrecken. Nun war die Säule verriegelt. Kurz darauf ein noch höher konzentrierter Geruch von Mako, der von unten aufstieg. Es brannte in der Lunge. Wieder ein mechanisches Summen. Elektrische Kabel fuhren von oben hinunter und suchten gezielt die Kontakte der Elektroden.
"So Vitalwerte werden überprüft..."
Allmählich spürte ich, wie ich mit meinem Kreislauf kämpfte, bis mich der nächste Schritt erschrecken ließ. Jeweils links und rechts schossen aus der Bodenplatte der Säule dicke Schlangenartige Kabel hervor die sich mit den Zugängen an den Armen verbanden. Ein Schmerz durchdrang die Venen meiner Arme.
"So meine Herren, nun beginnt das lustige Spiel. Hahaa..."
'Was für ein Spiel?'
Ich schaute hoch und suchte den Augenkontakt des Professors im Kontrollraum. Nun erkannte ich ihn deutlich. Er war ein sehr schmaler, fast kränklich wirkender Mann. Seine dunklen, schulterlangen Haare trug er zu einem lockeren Zopf im Nacken gebunden. Eine dunkle Sonnenbrille mit runden Gläsern trug er tief auf seiner Nase. Seine Hautfarbe war gräulich nicht gesund.
"Was für tolle Augen das Objekt in der Säule Vier doch hat. Ob er auch würdig ist, wird sich zeigen. Hihi..."
Wieder tat sich etwas an den Kontakten. Rechts am Kabel was welcher mit meinem Arm verbunden war, stieg eine grüne Substanz durch ein Röhrchen hervor.
"Meine Herren, es wird euch ein klein wenig Mako in die Venen zugeführt, während ihr auf der anderen Seite schlafen gelegt werdet. Aber im Kopf werdet ihr nicht schlafen. Ihr werdet eine Art Simulation durchführen unter Mako-Einfluss."
Ein gemisch aus Gift war hier der Schlüssel. Panisch schaute ich nur zu, wie die Substanz sich immer näher meiner Vene näherte. Nicht nur gasförmig wurden wir Mako ausgesetzt, sondern es wurde uns zusätzlich über die Venen zugeführt.
Nun verstand ich die Angst von Clair. Hier wurde getestet, wie stark resistent wir gegen Mako sind. Mir wurde schwarz vor Augen und ich sackte zusammen. Aber nicht komplett. Ein Blick rüber zu Steev sah ich, dass er auch schon auf den Knien zusammen sackte, aber auch noch immer bei Bewusstsein war. Auch er suchte meinen Blick.
"Oh wie traurig. Das Objekt mit den tollen Augen sackt zusammen. Ich hatte mich darauf gefreut, mit ihm mehr zu experimentieren. Wie schade...", hörte ich noch das Krächzen der Stimme des verrückten Professors, bevor ich dann doch gänzlich mein Bewusstsein verlor. Was danach geschah, erfuhr ich nie.
