35. Rettung


Megumi kann alles sehen, aber er kann nichts an dem ändert, was passiert. Es ist als wäre er ein Gefangener seines eigenen Körpers und als hätte sein Körper einen eigenen Willen. Jede Handbewegung ist wie ein unfreiwilliges Zucken. Jeder Laut, der seinen Mund verlässt, wie ein instinktiver Schrei, den er nicht unterdrücken kann. Es ist als würde er unter Parkinson leiden oder dem Tourette-Syndrom oder beidem. Er fühlt sich fremd in seinem eigenen Körper, er fühlt sich als wäre er in der vorletzten Staffel in einer Fernsehserie eingestiegen und würde nicht begreifen was eigentlich vor sich geht oder auch nur wer die handelnden Figuren sind und was sie miteinander zu tun haben.

Hat sich Yuuji so gefühlt? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Yuuji war immer stärker als er, er ist immer zurückgekommen, und Megumi sieht keine Chance wie er zurückkommen kann. Sukuna behandelt ihn als wäre er nicht mehr als ein kleines Ärgernis, ein ungezogenes Balg, das er mit ein paar strengen Worten zur Seite schieben kann.

Zu Beginn hat er noch mit dem König der Flüche sprechen können, doch inzwischen scheint er nicht einmal mehr dazu fähig zu sein. Entweder das, oder Sukuna reagiert einfach nicht mehr auf ihn. Existiere ich überhaupt noch? Oder verschwinde ich zunehmend, verschwinde ich Moment für Moment immer um ein Stück mehr?

Bald ist nichts mehr von ihm übrig. Aber … er will vielleicht auch gar nicht, dass irgendetwas von ihm übrig bleibt. Er sieht die Gewalt um sich herum, sieht sie mit kühler Distanz an, und fragt sich warum er in so einer Welt, in der Leute einander gegenseitig das antun wollen, leben wollen sollte.

Die Jujujisten sind gekommen, doch sie sind nicht gekommen um dem Kaiser zu helfen, sie sind gekommen um ihn zu vernichten. Die Zen'ins, die Kamos, die Inumakis – sie sind alle gleich. Und dann sind da Getos Anhänger, die auch gekommen sind, um all jene umzubringen, die den Kaiser vernichten wollen, nicht aus Zuneigung zum Kaiser, sondern aus Abneigung den anderen gegenüber heraus. Die Kamos versuchen Choso und seine Brüder umzubringen, weil sie sie einfach aus Prinzip heraus hassen, genau wie Kenjaku sie gehasst hat. Und Kenjaku … er sieht dem Kampf einfach so zu, als wäre ein alter Römer, der einen Gladiatoren-Kampf besucht, er sieht dem Bösen zu und genießt es. Genau wie Sukuna.

Sukuna könnte sich dem Kaiser stellen und alles zu Ende bringen, doch er wartet ab, hofft, dass die anderen den Kaiser schwächen, damit er ihn leichter umbringen kann. Er opfert sie alle – alle und jeden, der hier ist – nur um das zu bekommen, was er will.

Megumi hasst das, er hasst das alles. Hat es schon immer gehasst. Seine Eltern und Tsumiki haben diese Welt verlassen, vielleicht haben sie es so besser getroffen. Wenn er bleibt, dann wird er noch mehr verlieren. Er hat gesehen, dass Geto Suguru entgegen jeder Hoffnung doch noch lebt, doch nun sieht er ihn kämpfen und sieht dabei zu wie er auf den Tod zusteuert, dieses Mal wirklich. Für ihn gibt es kein Happy End, nicht wahr? Kenjaku will ihn, und Sukuna will ihn ihm geben, um ihn ruhig zu stellen.

Er ist zu mächtig, du kannst ihm ihn nicht überlassen, hat Megumi gesagt, anstatt das zu sagen, was er wirklich denkt. Du kannst ihm ihn nicht überlassen, weil ich ihn brauche, weil er alles an Familie ist, was ich noch habe. Doch er weiß, dass seine Gefühle Sukuna nicht interessieren, für Sukuna ist er nur ein Hautanzug mit nützlichen Fähigkeiten.

Allein der Gedanke Geto erneut zu verlieren….

Kann er weiter existieren, wenn Getos toter Körper mit Kenjaku darin zusammen mit seinem hilflosen Körper umherläuft? Will er dann überhaupt noch weiter existieren?

Aber was ist die Alternative? Er kann seine Augen nicht schließen und sich nicht zu einem Ball zusammenrollen und nicht die Hände auf die Ohren pressen, weil es jetzt Sukunas Augen und Ohren sind, weil Sukuna sich niemals zu einem Ball zusammenrollen würde. Sukuna würde immer kämpfen, aber Megumi…

Vielleicht bin ich das Kämpfen einfach leid…

Vielleicht gibt es einen Weg nicht alles mitanzusehen. Vielleicht…


Und dann findet er sich an einem Bahnsteig wieder. Er weiß, dass er nur den nächsten Zug nehmen muss und dann endlich weg von hier kann, dass er endlich alles hinter sich lassen kann und mit Tsumiki und seinen Eltern vereint sein kann. Mit allen dreien von ihnen. Vielleicht findet er dort, wo er hinfährt, auch den echten Nanami, der nichts von dem ahnt, was Kenjaku mit seinem Körper angestellt hat.

Wenn er einsteigt und wegfährt, dann muss er nicht mehr mitansehen was Sukuna mit seinem Körper tut, dann muss er nicht mehr darauf warten, dass Sukuna mit seinem Körper diejenigen, die er liebt, umbringt….

Und dann steht er plötzlich vor ihm. Hier am Bahnsteig steht er – Itadori Yuuji. Als würde er sagen wollen: Hast du so schnell auf mich vergessen? (Megumi hat nicht auf ihn vergessen, auf ihn könnte er niemals vergessen).

„Megumi…"

Er scheint sogar mit ihm zu sprechen. Noch einmal seine Stimme zu hören, ein letztes Mal … vielleicht ist das die beste Art Abschied zu nehmen.

„Yuuji." Es ist mehr ein Versuch als eine Sicherheit, doch ja, hier kann er sprechen, er kann mit ihm sprechen. Ein letztes Mal mit ihm sprechen zu können, das ist vielleicht das beste Abschiedsgeschenk.

„Megumi, geht es dir gut?", fragt Yuuji, weil Yuuji wenn er hier wäre so eine Frage stellen würde. Weil Yuuji nie wirklich begriffen hat was um ihn herum vorgeht – niemals mehr seit er den Finger gegessen hat.

Wenn er noch lächeln könnte, dann würde Megumi jetzt lächeln. Sicherlich wäre es ein trauriges Lächeln, aber es wäre ja auch ein Abschiedslächeln.

„Ich wollte mich verabschieden, Yuuji", sagt Megumi, „Und mich entschuldigen. Wenn ich nicht gewesen wäre, dann hättest du dein friedliches Leben weiter leben können, hättest deine Lieblingsfilme ansehen können und wärst niemals ein Sklave geworden oder vor Gericht gestellt worden oder hättest untertauchen müssen. Du hättest deine Brüder nicht verloren. Hättest niemals Blut an deinen Händen gehabt. Deinen Körper nicht mit einem Monster teilen müssen… Das alles tut mir leid. Aber noch mehr tut mir leid, dass ich nie in der Lage war so für dich da zu sein wie du es verdient gehabt hättest. Ich konnte dir keinen Trost spenden, konnte dir kein Freund sein, weil ich dein Besitzer hätte sein sollen, und konnte dir kein guter Besitzer sein, weil du mir zu viel bedeutet hast um nur das sein zu können. Ich wollte dich nicht im Stich lassen, Yuuji, aber ich schätze es hat nie anders kommen können, weil du das Pech hattest mich zu treffen und nicht Yuuta oder Maki oder sonst irgendjemanden an jenem Tag damals."

Yuuji starrt ihn überrascht an. Weil Megumi nie freiwillig über seine Gefühle redete.

„Aber ich war so dankbar dafür, dass ich dich in meinem Leben hatte", fährt Megumi fort, „Ich war zum ersten Mal weniger alleine, hatte zum ersten Mal eine Aufgabe, eine Bestimmung. Und auch wenn ihr nicht gut nachgekommen bin, sie hat das Leben für mich lebenswerter gemacht. Du hast es für mich lebenswerter gemacht. Ich wünschte nur … dass es anders ausgegangen wäre."

Yuuji blinzelt. Dann sagt er: „Megumi. Du hast mich niemals im Stich gelassen. Aber wenn du jetzt aufgibst, dann ändert sich das. Wenn du in diesen Zug einsteigst und mich verlässt, dann lässt du mich zum ersten und einzigen Mal wirklich im Stich. Ich brauche dich, Megumi."

Worte, die Yuuji vielleicht sagen würde, wenn er hier wäre.

„Hör zu", sagt Yuuji, „Du kannst Sukuna besiegen. Ich konnte es, und ich weiß, dass du es auch kannst. Du denkst vielleicht, dass ich es nur konnte, weil ich als Gefäß gemacht wurde, aber das ist nicht der Grund. Der Grund ist, dass ich einfach sturer war als er. Und wenn es jemanden gibt, der noch sturer ist als ich, dann bist du das! Also kämpfe, kämpfe um deinen Körper und komm zu mir zurück. Komm zu mir zurück, bitte Megumi. Denn ohne dich … ohne dich wäre ich sehr einsam."

Megumi ist sich nicht sicher, ob das Worte sind, die Yuuji sagen würde, wenn er hier wäre. Oder…

„Yuuji?"

„Komm zurück zu mir", wiederholt Yuuji, „Ich weiß, dass du es kannst."

Und auch wenn er nicht weiß warum, glaubt Megumi zum ersten Mal in seinem Leben jemand anderen, wenn er ihm sagt, dass er etwas tun kann. Und tut es dann einfach.


Blutmanipulation hat viele Seiten. Aber von Choso und seinen anderen Brüdern hat Yuuji gelernt, dass Blut verbindet. Und Blutsbande, die engsten Bande sind. Die Visionen, die seine Brüder ihm geschickt haben, die konnte er empfangen, weil er durch Blut mit ihnen verbunden war. Sich mit Megumi auf diese Weise zu verbinden … war schwierig.

„Du wirst ihn ablenken müssen, damit er nicht bemerkt was du tust, bevor es zu spät ist", hatte Gojo ihm erklärt, „Du wirst gegen Sukuna kämpfen müssen, Yuuji."

Natürlich hatte Geto protestiert, und Yuuji war ihm dafür sogar dankbar gewesen, aber er hatte gewusst, dass der Kaiser recht hatte. Wenn es gelingen sollte, wenn er Sukuna mit seinem Blut infizieren wollte, dann musste er das geschickt anstellen. Sukuna musste denken, dass er ihn bekämpfen wollte, und wenn er diese Aktion überleben wollte, dann müsste er ihn auch wirklich bekämpfen.

„Du musst nicht lange durchhalten", hatte ihm Gojo versprochen, „Nur lange genug um Fushiguro-kun zu erreichen. Dann kann der den Rest erledigen."

Den Rest erledigen, das bedeutete sich von Sukuna zu befreien.

„Wir müssen die Verbindung zwischen ihren beiden Seelen durchtrennen", hatte Gojo erklärt, „Auch dabei kannst du helfen, Yuuji. In ihren Inneren kannst du die Verbindung durchtrennen, zumindest metaphorisch. Wir müssen sie nicht lange voneinander trennen, nur lange genug um Sukuna daran zu hindern in Fushiguro zurückzukehren."

Kusakabe hatte den Kaiser bei diesem Vorschlag angesehen als wäre er der Meinung dem Mann würde gerade ein weiterer Kopf wachsen. Dann hatte er etwas verschnupft erklärt: „Ich habe nirgendwo auch nur einen Hinweis darauf gefunden, dass so etwas funktionieren könnte."

„Ja, weil es auch noch nie jemand ausprobiert hat", hatte der Kaiser erwidert, „Weil die Kamos über die Möglichkeiten der Blutmanipulation schweigen, und deswegen niemand wusste wozu man durch sie fähig ist."

„Ich verstehe", erwiderte Kusakabe, „Wir werden alle sterben."

„Schon möglich", meinte Gojo dazu nur ungerührt, „Und jetzt mal sehen… Ui-Ui, besorg mir Yuuta und den Inumaki-Jungen, die brauchen wir, wenn das hier klappen soll. Und natürlich dich, Suguru."

Der Junge verschwand und teleportierte sich über das Schlachtfeld hinweg. Unterdessen warf Geto Yuuji einen düsteren Blick zu. „Sei nicht leichtsinnig", schärfte er dem Jungen ein, „Wir haben nichts davon, wenn Megumi gerettet wird, du dabei aber stirbst."

Deswegen versuchte Yuuji später auch wirklich nicht leichtsinnig zu sein, aber um Megumi zu retten, mussten sie sich erst einmal Sukuna stellen.

„Bevor du irgendwas tust, Yuuji-kun, musst du uns das Feld überlassen, wir müssen Sukuna dazu bringen seine Technik zu demonstrieren.", hatte ihm der Kaiser erklärt, „Yuuta kann nur kopieren, was er sehen bzw. miterleben kann. Suguru und ich werden ihn etwas provozieren, ihr Jungs haltet euch erst noch fern, und wenn es soweit ist, dann schlägst du zu."

Das Hauptproblem mit dem Plan war also, dass sie Sukuna dafür in einen Kampf verwickeln mussten, und das lange genug um Okkotsu-Senpai die Möglichkeit zu geben seine Technik zu kopieren, aber dabei sollte nach Möglichkeit niemand sterben, und erst danach sollte Yuuji angreifen und seine Blutmanipulationstechnik einsetzen um Megumi zu erreichen, und dabei sollte er ebenfalls nicht sterben, wenn das irgendwie möglich wäre. Und das alles sollten sie schaffen ohne, dass sich Kenjaku oder Uraume oder sonst jemand einmischen würde.

„Aufteilen und herrschen, nehme ich an", brummte Kusakabe und zog sein Schwert, „Ich mache euch drei den Weg zu Sukuna frei für Phase Eins. Ihr zwei Jungs versucht in der Nähe zu bleiben und nicht getötet zu werden."

„Ui-Ui wird dich zu uns teleportieren, sobald du dran bist, Yuuji", erklärte der Kaiser.

Und dann waren er, Geto und Okkotsu-Senpai Kusakabe auch schon hinterher gelaufen und bahnten sich ihren Weg zu Sukuna.

Sie erreichten den etwas perplexen König der Flüche sogar wirklich, aber nur für einen Moment, bevor sich Uraume einmischte.

„Wir müssen sie ablenken", befand Yuuji und warf einen kurzen Blick auf Kenjaku, der alles aber nur mit einer gewissen Distanziertheit in seiner Haltung beobachtete ohne sich einzumischen.

Yuuji versuchte also seine Blutmanipulation gegen Uraume einzusetzen und sie so von Sukuna fern zu halten, während Inumaki ihr mit weniger Erfolg „Bleib weg!" entgegen schrie. Er klang dabei allerdings ein wenig heiser und griff sich gleich danach an den Hals, der übrigens böse gerötet aussah, fast so als hätte jemand versucht ihn zu strangulieren.

„Schon dich lieber", riet ihn Yuuji, „Gojo-sama wollte dich für etwas Bestimmtes, spar dir deine Stimme dafür auf. Ich halte sie schon fern."

Das war ein mutiges Versprechen, denn Uraumes Eisangriffe waren nichts für Anfänger, und Yuuji war im Grunde genommen immer noch ein Anfänger.

Aus den Augenwinkeln konnte er erkennen, dass ihr Plan zumindest einen gewissen Erfolg hatte, da es Gojo und Geto gelungen war Sukuna in einen Kampf zu verwickeln, in dem dieser seine Kräfte offenbarte.

„Meine Güte, Junge, pass auf!" Kusakabe zog Yuuji gerade noch aus der Schusslinie von Uraumes nächsten Angriff, „Du bist für Teil 2 des Plans wichtig, schon vergessen?"

Und dann tauchte Ui-Ui auch schon neben ihm auf und teleportierte ihn hinüber zu Sukuna, von dem sich seine drei anderen Gegner gerade entfernten. Der König der Flüche wirkte mehr als nur ein wenig überrascht Yuuji zu sehen. „Wirklich?", wunderte er sich, „Du bist ihre Geheimwaffe?!"

„Ja, das bin ich", erwiderte Yuuji stolz und ging dann dazu über Sukuna mit Blutmessern ala Choso zu attackieren, denn immerhin sollte es echt aussehen, nicht wahr? Es sollte so wirken als würde er Sukuna bekämpfen wollen. Und für ein paar kostbare Sekunden tat er das auch, während er aber zugleich daran arbeitete sein Blut – das er nun wie seine Brüder heraufbeschworen konnte und nicht aus seinem eigenen Körper schon im Vorfeld spenden musste – in Sukunas Körper zu bekommen.

Und dann …

…. sah er auf einmal zwei Dinge auf gleichzeitig vor sich: das eine war Sukuna, der ihn bekämpfte, und das andere war Megumi auf einem Bahnsteig.

Da er seine Aufmerksamkeit nicht zweiteilen konnte, war der erste Erfolg dieser ganzen Aktion beinahe von Sukuna in Stücke gerissen zu werden. Doch Getos Flüche retteten ihn. Und dann war Okkotsu-Senpai da und hielt ihm den Rücken frei, was er auch tun musste, da Yuuji dabei war mit Megumi zu sprechen und sich deswegen nicht auf den Kampf konzentrieren konnte. Immerhin hatte er Arbeit vor sich.


Megumi rennt los, rennt den Bahnsteig entlang, rennt weiter, rennt zu Sukunas Thron, rennt auf diesen zu und springt ihn an.

„Keine Angst, ich bin hinter dir!", ruft Yuuji und schwingt ein Messer, und Megumi weiß, dass er nichts zu befürchten hat, dass Yuuji ihn mit diesem Messer befreien wird.


Yuuji wich gerade noch einen Angriff von Sukuna aus, und stolperte vor Okkotsus Beine, während er zugleich in der anderen Hälfte seines Sichtfelds Megumi hinterher sprintete und sein Blutmesser zog.

Megumi musste sich selbst befreien, das wusste Yuuji, aber er wollte ihm trotzdem helfen. Als Megumi auf Sukuna los sprang, durch diesen hindurch sprang, durchtrennte er den Schleier, der den dunkelhaarigen Jungen mit Sukuna verband, nachdem er wieder aus diesem hinaus fiel. Und dann rief er sein Blut zu sich zurück und konzentrierte sich auf die Gegenwart.

Und sah …

… nichts mehr.

Sekunden später kam er wieder zu sich und sah, wie Megumi aus Sukuna hinauszuspringen schien. Für ein paar Millisekunden zumindest.

„Oh nein, das tust du nicht!", brüllte Sukuna.

„Trennt euch!", schrie Inumaki zugleich.

„Sukuna, halt ein!", befahl Geto im selben Moment und machte eine herrische Geste.

Und dann fuhr Yuuta mit Sukunas eigener Technik auf die beiden immer noch miteinander verbundenen Seelen los und zerfetzte beide.


Megumi prallte auf den Boden und stützte sich mit seinen Händen auf. Sein Gesicht trug keine Markierungen mehr, und er wirkte wieder wie Megumi. Doch wo war Sukuna? Was war Sukuna jetzt, ohne Körper?

Yuuji…. Das war Sukunas Stimme. Er konnte sie in seinem Kopf hören. War Sukuna wieder in ihm?

„Sukuna-sama!", hörte er Uraume rufen und blickte sich nach ihr um. Und dann sah er ihn – ein Wesen nicht größer als zwei Handteller in Getos Händen. Yuuji…

Wieder die Stimme. Er hörte sie durch das Blut - sein Blut war immer noch in Sukuna, dadurch waren sie immer noch miteinander verbunden.

„Wartet", entfuhr es ihm, „Wartet, tötet ihn nicht!" Er wusste selbst nicht warum er das sagte, aber er wusste, dass sich Sukuna fast verzweifelt angehört hatte.

Geto sah von dem Fluch in seinen Händen hoch und warf Yuuji einen wütenden Blick zu. Er öffnete seinen Mund um etwas zu sagen – und spuckte im nächsten Moment Blut und brach in sich zusammen.

Hinter ihm ragte die Gestalt von Kenjaku auf, der seine Waffe wie nebenbei aus Getos Brust zog. „Tötet ihn oder auch nicht", meinte Kenjaku wegwerfend, „Das ist mir gleich, aber das hier – was ihr gerade getan habt – ist mir nicht gleich. Vergesst Geto. Okkotsu Yuuta, du bist derjenige, den ich stattdessen haben will."


A/N: Dieses Kapitel war schwierig und wer den Endteil vom Manga kennt, wird erkennen, dass ich versucht habe Stil, Locations, Dialoge und Gesamtgefühl zu referenzieren. Bis zum Twist am Ende des Kapitels versteht sich.

Denn ja, da ist immer noch Kenjaku, um den wir uns auch noch kümmern werden.

Schätzungsweise wird diese Fic noch zwei weitere Kapitel in Anspruch nehmen. Dann sollte sie aus sein.

Was bedeutet dass dies ein guter Zeitpunkt für Rückmeldungen ist.