Kapitel 84 – Nacht der Liebenden

12. Juli 1789. Gestern wurde der Finanzminister Necker seines Amtes enthoben. Seine Absetzung war das Signal für den Aufstand der Bevölkerung. Paris gleicht einem Pulverfass. Tag und Nacht ziehen bewaffnete Menschen durch die Straßen und das Volk ist nicht mehr länger bereit, sich mit den Machtverhältnissen abzufinden. Über hunderttausend Soldaten, die zum Schutz des Königshauses nach Paris beordert (worden sind) wurden, drangsalieren und bespitzeln die Bevölkerung. Die Lage ist verworren. Sie ist gekennzeichnet von Orientierungslosigkeit, Misstrauen und Brutalität. Soll es denn der Beginn des neuen Zeitalters sein? Ich weiß es nicht... Wie viele Opfer würde es noch geben, bis das große Ziel erreicht ist?" André unterbrach (sein) seinen Eintrag im Tagebuch und legte die Schreibfeder beiseite. Im Zimmer von Oscar erklang noch immer die liebliche Melodie vom Klavier, die ihre zartgliedrigen Finger schon seit einer Stunde spielten. Das dunkelgelbe, fast rötliche Licht der (untergehende) untergehenden Sonne fiel ins Fenster und André warf einen Blick auf die grauen Schleierwolken, die am Himmel wie eine Schiffsflotte langsam dahinzogen. Von seinem Platz aus sah alles so friedlich und ruhig aus. Wenn es auch so in Wirklichkeit wäre, dachte André kurz, stand auf und ging zu seiner Geliebten. Sanft legte er seine Hände ihr auf die Schultern und massierte sie. Oscar spielte entspannt weiter. Beide waren ganz alleine im Zimmer und genossen ihre Zweisamkeit. Ihre (gemeinsame) gemeinsamen Kinder(,) und auch der Sohn von Marie(,) befanden sich schon seit zwei Wochen in Paris. Marguerite und Philippe bei Rosalie und Bernard (Der Satz ergibt so keinen Sinn. Da fehlt ein Verb. „waren" sie dort? „befanden" sie sich dort? Hielten sie sich dort auf?). François und Augustin bei Alain und Constance (Genau so hier. Das ist kein vollständiger Satz, es fehlt das Verb). Soweit sie es von François wussten, ging es Augustin von Tag zu Tag besser. Auch das Verhältnis zwischen ihm und seinen Eltern verbesserte sich allmählich und obwohl er es ihnen nicht sagte, sah man ihm jedoch an, dass er ihnen mit der Zeit vergab.

Die Musik wurde unterbrochen, als Marie ins Zimmer kam und mitteilte, dass ein Soldat Namens Alain aus Oscars Kompanie sie zu sprechen wünschte. Oscar und André tauschten miteinander einen Blick aus und verließen das Zimmer.

Alain salutierte, als die zwei sich oben an der Treppe (sich) zeigten und kam sogleich zur Sache: „Kommandant, ich bin gekommen, um eine wichtige Meldung von Oberst Dagous zu bringen. Wir haben (von) vom Hauptquartier Order des Regiments bekommen. Morgen um acht Uhr der Abmarsch der Abteilung B der französischen Garde unter den Waffen (Was meinst du mit „unter den Waffen"?) (zu) zum Palais des Tuileries (Auch hier fehlt das Verb. Z.B. „ist" oder „soll… sein", o.ä.). Der Befehl lautet, die Aufständischen niederzuschlagen."

Oscar war geschockt. Sie hatte (es) geahnt, dass die Ruhe vor dem Sturm vorbei sein würde und nun schien das einzutreten. „Dann ist es soweit..."

„Wie wir befürchtet haben.", meinte Alain und wartete auf weitere Befehle von ihr.

„Hab dank, Alain. Begib dich jetzt zu deinem Regiment und sorge dafür, dass François und Augustin bei dir zuhause bleiben. Ich will nicht, dass sie morgen in den Kampf ziehen. André und ich werden dir bald folgen.", verabschiedete Oscar ihn und sobald Alain das Anwesen verließ, ging sie auf ihr Zimmer um sich ihre Uniform anzuziehen. André tat das Gleiche in seinem Zimmer und nach dem Abschied von Sophie und Marie(,) ritt er mit seiner Geliebten in die Kaserne. An dem kleinen Jagdhaus am See zügelten sie jedoch ihre Pferde. „Hier (waren) sind unsere Kinder entstanden.", bemerkte Oscar melancholisch und überraschte André mit ihren nächsten Worten: „Lass uns diese Nacht hier verbringen, als wäre das unsere (letzte) Letzte und vielleicht zeugen wir dabei ein Kind. Ein Kind das wir weder abgeben noch verleugnen müssen."

André verstand und schmunzelte. Sie stiegen ab, banden ihre Pferde an einem Pfosten und gingen ins Haus. „Ich bin mir sicher, das wird nicht unsere letzte Nacht sein." André zog Oscar in seine Arme, strich ihr die Haare über die Schulter, hielt ihr Gesicht in beiden Händen und sah ihr tief in die Augen. „Jedoch der Gedanke (um ein) von einem Kind gefällt mir. Ja, Oscar, meine Liebe, lass uns diese Nacht ein Kind zeugen."

Oscar verlor sich in dem sanften Grün seiner Augen. Wie jedes Mal, wenn er sie so zärtlich und liebevoll ansah, fühlte sie sich geborgen, geliebt und sicher. Alle Sorgen, alle Gedanken wegen dem morgigen Kampf, verschwanden Augenblicklich. Nur (jetzt und hier zählten) das Hier und Jetzt zählte. „Mein André... ich liebe dich aus (tiefsten) tiefstem Herzen..." Oscar entfernte seine warmen Hände von ihrem Gesicht, hielt sie fest und zog sich zu ihm auf (ihren) ihre Zehenspitzen hoch. „Wenn der Krieg eines Tages vorbei ist, werden wir feiern. Wir werden alle glücklich miteinander sein... zusammen mit unseren Kindern... wie eine richtige Familie, ohne Versteckspiel und Lügen."

„Ja, meine geliebte Oscar... so wird es auch geschehen..." André küsste sie sanft und liebkoste ihre Unterlippe mit seiner Zunge. „Ich liebe dich mein Leben lang... dich und unsere Kinder..."

Gegenseitig, langsam, mit Feingefühl ihrer Hände und zärtlichen Küssen, zogen sie sich gegenseitig die Kleider aus. Nackt, so wie Gott sie erschuf, liebten sie sich wenig später im Stehen und bei dem letzten Licht der untergehenden Sonne weiter. Haut an Haut, Körper an Körper, verschmolzen sie miteinander und genossen womöglich ihre letzte Nacht. André hielt seine Geliebte und die Mutter seiner Kinder ins seinen Armen. Ihr zierlicher Körper, der sich auch nach zwei Schwangerschaften und Geburten(,) (sich) kaum verändert hatte, drückte sich fest an (ihm) ihn und ihre behaarte Weiblichkeit rieb sachte an seiner harten Männlichkeit auf und ab. Nur ihr Becken, (den) das seine Hände während des Küssens streichelte, ging etwas in die Breite. Aber das störte ihn keineswegs. Das war noch immer seine Oscar, mit der er aufgewachsen war, mit der er (Freude) Freud und Leid geteilt hatte, die ihm drei wundervolle Kinder geschenkt hatte und mit der er womöglich in dieser Nacht noch eines zeugen würde.

Oscar hob ein Bein und schlang (ihn) es um die Seite von Andrés Becken. André fing ihr Bein auf, hielt am Oberschenkel fest und seine Männlichkeit drang in die feuchte und warme Höhle der Begierde ein. Oscar stöhnte, vergrub ihre Finger in seine (muskulöse) muskulösen Oberarme, warf ihren Kopf in den Nacken und keuchte seinen Namen bei jedem seiner Stöße. Seine Lippen versiegelten sogleich eine ihrer Brüste, saugten daran und seine Zunge spielte mit ihrer harten Brustwarze. Das machte sie besinnungsloser und wilder.

Ohne Eile und einfühlsam(,) bewegte sich André in ihr und brachte sie damit um den Verstand. Dann zog er sich aus ihr heraus, unterbrach seine (heiße) heißen Küsse an ihrem Körper und mit einem tief eindringlichen Blick in ihr wunderschönes Gesicht ging er vor ihr in die Knie. Oscar verstand, lächelte ihn an und setzte sich rittlings auf (sein) seinen (Schoss) Schoß. Mit einem (zufriedenem) zufriedenen Seufzer(,) nahm sie sein bestes Stück in sich auf und ritt auf ihm wie auf ihrem Pferd. Sie spürte das (pulsieren) Pulsieren seiner Männlichkeit in ihr, bewegte sich zuerst langsam und agil, dann wurde sie schneller und erreichte den Gipfel der Lust.

André spürte, wie ihre Scheidewände sein bestes Stück zusammendrückten und legte seine Geliebte sachte auf die am Boden (liegende) liegenden Kleider. Geschafft, aber glücklich, lag sie auf dem Rücken und öffnete für ihn ihre (Schenkeln) Schenkel. André war sogleich über sie, drang beinahe stürmisch in sie ein und vollendete den Liebesakt mit seinen gleichmäßigen Stößen. Oscar wölbte sich unter ihm, klammerte sich an ihn und als er den Strom seiner Samen in ihr ergoss, ließ sie ihn frei. André rollte sich von ihr ab, zog sie mit sich und Oscar schmiegte sich an ihn, wie eine zufriedene Katze.

Draußen wurde es bereits dunkel, die (helle) hellen Sterne zeigten sich am schwarzen Himmelsgrund (Das Wort „Himmelsgrund" gibt es nicht) und etwa um diese Zeit(,) erreichte Alain Paris. Jedoch ritt er nicht in die Kaserne, sondern zu Constance. Zusammen mit Diane, Anna und den Zwillingen, nahm sie gerade das Abendmahl ein, als er das Haus betrat. Constance stand sogleich vom Tisch auf, kam ihm entgegen und empfing ihn mit einem Lippendruck. Anna holte für (ihm) ihn (ein) einen Teller und Diane ein Glas Bier. Heute gab es eine Fischsuppe und als Alain (ans) an den Tisch kam, stand alles vor ihm bereit. Während des Essens(,) erzählte er ihnen über (den) die Order (von) vom Hauptquartier und was Oscar angeordnet hatte. Dabei sah er eindringlich die Zwillinge an, die ihm gegenüber am Tisch saßen. Vor allem Augustin ließ er nicht aus den Augen. „Ihr zwei werdet morgen hier bleiben und meine Frauen beschützen, falls es hier zu Überfällen seitens der ausländischen Soldaten kommen sollte. Habt ihr mich verstanden?", beendete Alain und die Zwillingsbrüder bejahten mit einem Nicken. Alain zweifelte daran, dass die zwei alles brav befolgen würden, aber er hatte seinen Anteil getan, ihnen die Anordnung von Oscar (ihnen) überbracht und wollte nun die Nacht mit seiner Constance verbringen. Es könnte ja seine letzte Nacht sein. Kein Mensch wusste, was für Kämpfe morgen bestritten werden würden und wie viele Opfer es geben würde. Sobald sein Teller und Glas leer waren, nahm er Constance bei der Hand und zog sich mit ihr in ihr gemeinsames Zimmer zurück. Sofort versiegelten sich ihre Lippen zu einem innigen Kuss und ihre Zungen umspielten einander, als hätten sie sich schon seit einer langen Zeit nicht mehr geliebt.

Alain hatte schon immer eine verführerische Zunge, dass (bei) ihr bereits jetzt feucht zwischen den Schenkeln wurde. Ihre Brüste spitzten sich an (Das klingt etwas komisch, als würde ein Bleistift angespitzt werden) und die harten Brustwarzen zeichneten sich sogar durch ihre Oberkleidung ab. Ihre flinke Zunge kam kaum noch hinterher und sie überließ sich einfach seiner Führung.

Alain genoss es, mit ihrer Zunge zu spielen und konnte es kaum erwarten, sie ganz zu besitzen. Aber davor musste er sie erst einmal ausziehen. Also unterbrach er den Kuss mit einem erregten Aufstöhnen und zog ihr das Kleid aus. Constance half ihm dabei und dann war er dran.

Wenig später lagen beide im Bett und verglühten in Leidenschaft und Fleischeslust. Alain saugte abwechselnd an ihren Brüsten. Seine Zunge umspielte ihre Brustwarze und raubte ihr die Sinne. Constance strich mit ihren Fingern wild durch sein dichtes, rabenschwarzes Haar (mit ihren Fingern) und wünschte (vom) von Herzen, ihr Geliebter möge morgen im Kampf am Leben bleiben und heil zu ihr zurückkehren.

Alain schob ihre Knie auseinander und begutachtete (ihren verführerischen) ihr verführerisches Dreieck nur kurz. Dabei fasste er sein Glied und rieb (ihn) es an ihren Schamlippen. Das betörte ihn noch mehr und er drang in sie ungeduldig ein. Constance glaubte, sich endgültig zu verlieren und krallte ihre Finger in seine (strafe) straffen Muskeln. Seine Männlichkeit in ihr und seine Stöße waren diesmal viel härter und hemmungsloser als viele Male zuvor, aber es brachte sie mehr um den Verstand.

Alain stieß wieder und wieder kraftvoll in sie (kraftvoll) und ihre enge Scheide schien dadurch noch feuchter zu werden. Er füllte sich in einem Meer voller Lust eingetaucht zu sein (Der Satz ergibt so keinen Sinn, was wolltest du denn sagen?)und stieß schneller in sie. Constance stöhnte besinnungslos seinen Namen und kam zum Höhepunkt. Ihre Scheidewände pressten seine Männlichkeit zusammen und er ergoss sich in ihr mit einem befriedigten Stöhnen. Geschafft, aber zufrieden, rollte er sich von ihr ab und Constance schmiegte sich an (ihm) ihn.

Diane und Anna räumten derweilen den Tisch ab und wuschen das Geschirr. François und Augustin gingen in das Zimmer, das Augustin seit seiner Verletzung bewohnte. „Ich gehe morgen trotzdem mit Alain und den anderen Kameraden in den Kampf.", offenbarte Augustin seinem Bruder beim Betreten des Zimmers. „Du bleibst aber bei den Frauen und beschützt sie."

„Das kannst du vergessen, Bruder. Ich will nicht, dass du kopflos in den Kampf stürzt, während ich hier sitze.", erwiderte François entschlossen, erreichte sein Bett und setzte sich hin mit dem Gesicht zu Augustin. „Entweder gehen wir beide oder keiner von uns. Vergiss nicht, ich bin als erster geboren worden. Das bedeutet, ich bin älter als du und du sollst demzufolge auf mich hören."

Augustin setzte sich auch auf sein Bett und grinste spitzbübisch. „Mag sein, dass du als erster geboren wurdest, dafür kam ich aber als erster in den Bauch unserer Mutter rein. Das bedeutet also, dass ich der ältere von uns beiden sein kann. Du (hast) bist mir nur gefolgt und weil ich dir wegen dem Platzmangel im Bauch unserer Mutter (ich dir) nicht ausweichen konnte, (deswegen) wurdest du als erster geboren."

François machte (sein) seinen Mund auf, wollte etwas erwidern, aber da öffnete sich die Tür und Anna kam herein. „Jean, ich möchte mit dir reden. François, würdest du uns bitte alleine lassen?"

Die Zwillinge runzelten verwundert die Stirn. Seit wann wollte Anna mit Augustin alleine sein? Das war das erste Mal, dass sie François aus dem Gespräch ausschloss. Aber gut. Augustin würde es ihm sicherlich (es) später erzählen. Also erhob sich François vom Bett. „Ich schaue, ob ich Diane beim (Aufwaschen) Abwaschen helfen kann."

„Danke, François.", sagte Anna als er an ihr vorbeiging. Sie selbst bewegte ihre Füße, erreichte das Bett und setzte sich neben Augustin. „Ich habe gehört, was du zu deinem Bruder gesagt hast."

Augustin ignorierte die Tatsache, dass sie ihn belauscht hatte. „Deswegen bist du also hier. Du willst mich davon abhalten, morgen in den Kampf zu ziehen." Das (waren keine Fragen) war keine Frage, eher eine Feststellung.

Anna schüttelte mit dem Kopf, wandte sich zu ihm und nahm seine Hand in ihre. „Ich weiß, dass ich dich von nichts abhalten kann und werde es erst gar nicht versuchen. Ich will nur..." Sie biss sich auf der Zunge. Wie sollte sie ihm das nur sagen? Sie hatte einen äußerst unanständigen Wunsch, den nur Jean erfüllen konnte. Wenn sie jemals heiraten würde, dann nur ihn. Aber wenn er morgen in den Kampf (zieht) zog, dann könnte es passieren, dass sie ihn nie wiedersehen würde.

„Was willst du?", fragte Augustin mit Nachdruck. So wie sie ihn mit ihren eisblauen Augen ansah, bescherte es ihm einen Schauer auf der Haut und machte ihn verwirrt (Man kann nicht verwirrt gemacht werden, das kann man so nicht schreiben. Es heißt: und verwirrte ihn). Er las eine Sehnsucht darin, die ihm noch völlig unbekannt war und gleichzeitig sich im (inneren) Inneren angenehm anfühlte.

Anna sammelte (ihr) ihren Mut zusammen, hielt seine Hände fester in den ihren und brachte das heraus, was ihr am Herzen lag. „Ich will nicht, dass du stirbst und wünsche mir, dass du mein Mann wirst. Nur du, Jean..." Ihr Gesicht kam (an den) dem (seinen) Seinen immer näher.

Augustin schluckte hart. Er wusste nicht wie er damit umgehen sollte und im nächsten Augenblick spürte er den weichen Druck ihrer Lippen auf den (seinen) Seinen. Ihr und sein erster Kuss. Beide waren darin noch unerfahren, jedoch in ihrem Leben hatten sie schon genug gesehen. Augustin erinnerte sich an seine Eltern, wie sie sich küssten und was sie machten, als er sie das eine oder andere Mal bei Liebemachen („bei Liebemachen" klingt sehr merkwürdig. Besser wäre „bei ihrem Liebesspiel", „bei ihrer Liebesnacht" oder einfach „bei ihrer Liebe" o.ä.) gesehen hatte. Aber wollte er das auch machen? Er war doch gerade mal vierzehn Jahre alt, genauso wie Anna... und beide hatten so etwas (intimes) Intimes noch nie gemacht...

Anna öffne leicht ihren Mund und streifte zaghaft mit ihrer Zungenspitze zwischen seinen Lippen. Auch sie war unerfahren darin und auch noch unberührt. Aber sie hatte schon genug die Fleischeslust zwischen ihrem Vater und Constance, oder früher zwischen ihm und ihrer Mutter, beobachten können. Sie war bereit diesen Schritt zu wagen und sich einem Mann hingeben, der ihr Freund seit der Geburt an war.

Augustin ließ den Zungenkuss zu. Er war wie benebelt. Sein Puls stieg höher, sein Blut floss warm durch (seinen) seine Adern und er glaubte dessen Rauschen an seinen Schläfen zu hören. Als er jedoch ihre Hand auf seinem Schritt spürte und wie ihre Finger zaghaft an der kleinen Wölbung tasteten, brach er sofort alles ab. Zugegeben, der Kuss hatte ihm gefallen und er hätte es gerne fortgesetzt, aber weiter und tiefer wollte er nicht gehen. „Ich kann nicht...", schnaufte Augustin pausenlos (Wieso pausenlos?)und stand vom Bett auf.

„(Hatte) Hat es dir nicht gefallen? Oder habe ich etwas falsch gemacht?" Anna stand auch auf und stellte sich direkt vor (ihm) ihn. Sie sprach ruhig zu ihm, ohne enttäuscht oder gar verletzt zu sein.

„Nein, nichts dergleichen..." Augustin betrachtete eingehend ihr hübsches Gesicht, als würde er dort nach einer passenden Antwort suchen wollen. „Ich bin noch nicht bereit dazu..."

„Ich verstehe..." Anna sah ihm tief in die Augen und legte ihm sachte ihre Hände auf die Brust. „Das ist wegen François nicht wahr? Du bist nicht bereit, weil Diane ihm die Gefühle nicht erwidert, die er für sie empfindet. Ist das so?"

Eine interessante Theorie und Augustin schluckte den Köder. „Wäre möglich, ich weiß es nicht..."

„Dann werde ich warten." Anna hauchte einen Kuss auf ihre Finger und drückte sie auf die Lippen ihres Freundes. „Ich werde auf dich warten, Jean." So wie ihre Mutter im Dorf immer auf ihren Vater gewartet hatte, wenn er aus Paris zu ihr kam. Das sagte Anna aber nicht und verließ das Zimmer.

Augustin überkam ein schlechtes Gewissen und gleichzeitig redete er sich ein, dass er alles richtig gemacht hatte. Er fiel rücklings aufs Bett und fasste sich an den Kopf. Seine Gefühle brodelten durcheinander. Was war das gerade gewesen? Was war in seine Freundin gefahren? Und wie sollte er damit umgehen? War das gut oder schlecht? Augustin wusste keine Antwort. Er hörte, wie jemand das Zimmer betrat und sah gewappnet hin. Das war François, aber leichter fühlte sich Augustin dadurch auch nicht und das spürte sein Bruder ganz genau. „Was ist zwischen dir und Anna passiert? Sie hat mich nicht einmal angesehen, als sie zu Diane ins Zimmer und an mir vorbei rannte."

Dann hatte er sie doch verletzt. Augustin fühlte sich schuldig, aber seiner Freundin nachrennen wollte er auch nicht. Besser gesagt, er wollte es (noch) nicht noch schlimmer machen, als es jetzt schon war. Augustin begann sich umzuziehen und fürs Bett fertig zu machen. „Anna wollte mich küssen...", offenbarte er seinem Bruder. (Das) Dass sie sich ihm noch dazu hingeben wollte und dass er ihr erster Mann wäre, verschwieg Augustin lieber.

„Oh.", meinte François leicht überrascht und fragte nicht weiter nach. Er konnte sich schon vorstellen, dass es nicht alles war, aber er ließ seinen Bruder in Ruhe. Er zog sich um, legte sich ins Bett und während er einschlief, wünschte er sich, dass Diane irgendwann genauso kommen würde wie Anna zu Augustin.