XIII
"Zeichen setzen"
M:"Oh klingt sehr harmonisch. War er jemand, mit dem du dich verstanden hast?"
C:"Ja, Sam ist mir positiv im Gedächtnis geblieben. Mit ihm habe ich mich ganz gut verstanden."
M:"Hast du ihn mal wieder getroffen?"
C:"Leider nein."
M:"Leider? Klingt so, als würdest du ihn gerne mal wieder treffen, wenn es möglich wäre."
C:"Ich sehe keinen Grund, es nicht zu wollen. Soweit ich weiß, hatten wir uns bis zu dem Tag, als ich nach Nibelheim aufbrach, gut verstanden. Nur leider kam ich nicht zurück."
M:"Stimmt."
C:"Aber die Tage an denen die drei, Sam, Leo und Tarek auf ihrer ersten Mission waren, war einiges unter uns jungen Männern passiert. Wie gesagt, die ersten Wochen waren vorbei und langsam zeigten sie sich, die wahren Gesichter der Anderen."
M:"Echt so ja? Erzähl."
Ich erinnere mich daran, dass ich nach einer meiner Trainingseinheiten aus dem Simulator aufs Zimmer gehen wollte, da bis zum Mittag noch eine gute Stunde Zeit war. Dort angekommen, sah ich, dass noch einer der Anderen dort anwesend war. Ich ging in die Küche, nahm mir ein Glas aus dem Schrank und gönnte mir einen kräftigen Schluck Wasser aus der Leitung. Mit einem flüchtigen Blick durchstreifte ich das offene Wohnzimmer und bemerkte, dass auf der Couch ein Kleidungsstück in einem zarten blauton lag.
'Hat es einer der Jungs dort vergessen?'
Neugierig ging ich hin und nahm es in die Hand, um es mir genauer anzuschauen.
"Eine Bluse?"
'Was macht eine Damenbluse hier?'
Uns war es verboten, Damen mit aufs Zimmer zu nehmen.
'Wenn das rauskommt, gibt es harte Konsequenzen. Für jeden von uns. Ist neulich in einem anderen Wohnhaus schon passiert.'
Leises Kichern und Süßgerasspel kam aus der Richtung unserer Zimmer. Kaum ist der Sergeant aus dem Haus, tanzten die Ratten auf den Tischen. Leicht angewidert legte ich das Kleidungsstück zurück und hoffte, dass die Zwei, die sich sehr wahrscheinlich grad miteinander vergnügten, sich nicht in meinem Zimmer aufhielten. Als ich gerade in Richtung meines Zimmers wollte, ging die rechte Tür auf und ließ eine leicht bekleidete junge Dame im Türrahmen stehen. Sie kicherte und erschrak leicht, als sie mich im Flur bemerkte.
"Ups, Steev, wir scheinen nicht allein zu sein.", sagte sie und schaute verlegen zurück ins Zimmer, um dann grinsend ins Bad zu verschwinden.
"Scheiße, wer ist es denn…", fluchte er und sprang an die Tür und erblickte mich kurz, bevor ich hinter meiner Zimmertür verschwand.
"Cloud, bitte verrate mich nicht!", rief er rüber und knallte seine Tür heftig wieder zu.
Solche Situation wiederholte sich täglich in den nächsten Tagen, nur dass ich an den anderen Tagen in Begleitung mit Kameraden war. Und einer von denen muss gequatscht haben. Denn einige Tage nachdem der Sergeant aus der Mission zurückgekehrt war, hielt er uns Abends eine Predigt über das, was vorgefallen war. Er war wirklich sauer.
"Ich verstehe nicht, was man an dieser Regel 'KEINE DAMEN aufs Zimmer' nicht versteht! Mir ist nun von mehreren auch außerhalb unseres Wohnhauses zu Ohren gekommen, dass hier einer Schwierigkeiten hat, seine Hosen geschlossen zu halten!"
Ein Raunen unter uns machte sich breit und jeder schaute sich überrascht um und überlegte, wer wohl der vermeintliche Frauenheld spielte. Bis auf ich.
"Nochmal! Damen sind aus einem guten Grund hier nicht erlaubt, weil ihr euren Fokus verliert! Ihr seit abgelenkt!", brüllte er und schaute jeden von uns ernst an. Einige zuckten zusammen und konnten seinem Blick nicht standhalten. Ich behielt meinen Fokus und rührte keine Mugs.
"Fokus, den brauchen wir hier doch nicht. Hier schlafen wir doch nur.", widersprach Steev und machte sich über diese Regel etwas lustig.
"Habe ich dir erlaubt zu sprechen, REKRUT!?", feuerte der Sergeant ihm prompt entgegen.
Alle, sogar ich zuckten zusammen und schauten beschämt zu Boden.
'Peinlich. Respektlos. Zieh uns noch weiter in die Scheiße, Arschloch.'
Welche Strafe wir wohl alle für seine Regelmissachtung hinnehmen müssen?
"Denk an deine Kameraden, die auch hier wohnen. Die sich hierher zurückziehen wollen, um zu lernen oder einfach mal Ruhe brauchen. Geht schlecht wenn einer meint hier wild durch die Gegend zu FICKEN!"
Er ließ eine Pause und beobachtet uns. Darauf wartend, dass noch jemand was gegen einzuwenden hätte. Stattdessen fingen einige an zu kichern und auch der Sergeant änderte ein wenig seine Haltung.
"Nun, das eigentlich darf und will ich euch nicht verbieten. Wer mit welcher Dame und wie viele, interessiert mich nicht, klar! Nur ich dulde es nicht auf unsere Zimmern! VERSTANDEN!?"
"Sir, Ja Sir!", schoss es synchron aus uns allen raus.
"500 Sit Ups's! Sofort! ALLE! Möchte sehen was ihr schon drauf habt!"
Ohne zu zögern fingen wir alle damit an.
"Und wenn ihr damit fertig seid, wartet auf euch die beste Dusche am Abend. Denn ich bin schon dort.", befahl er uns, während er streng an uns vorbei ging und im Bad verschwand.
Am darauffolgenden Wochenende hatten einige der Jungs mich überreden können, mal mit ihnen auszugehen. Sie meinten, ich müsste auch mal raus und was erleben. Interessiert war ich schon ein bisschen, da sie immer sehr euphorisch über ihre Ausgänge sprachen. Also schloss ich mich Sam und Leo an.
"Was zieht man denn an?", fragte ich und schaute in meinen Schrank, der spärlich bestückt war. Neben all der Uniformen war wenig Privatkleidung vorhanden.
"Hast du ein Hemd?", fragte Sam und schaute neugierig über meine Schulter.
Ich durchforstete meine paar wenigen privaten Kleidungsstücke, die meine Mutter mir eingepackt hatte. Ich wurde fündig und zog es hervor.
"Geht sowas hier?", fragte ich, während ich ein türkisfarbenes Kleidungsstück aus schüttelte und hoch hielt.
"Ja warum nicht? Sieht nach einem Hemd aus. Zieh es mal an.", sagte Sam und guckte etwas skeptisch und begann in seinem Schrank zu wühlen.
Ich schälte mich aus meiner Uniform Jacke und zog das Hemd über. Es spannte etwas am Oberarm und im Schulter Bereich. Auch beim Zuknöpfen merkte ich, dass es überall spannte.
"Wie es aussieht, brauchst du neue Privatkleidung Cloud. Das Training zahlt sich aus.", staunte Leo
"Sieht wohl so aus."
Ich schaute in den Spiegel meines Schrankes und fühlte mich so gar nicht wohl in diesem Hemd. Das bisschen Freude, dass ich bis dato noch hatte, verflog schnell und ich war leicht enttäuscht.
"Tja, dann bleib ich wohl lieber hier, denn so kann ich schlecht raus gehen.", sagte ich und klang doch etwas erleichtert darüber, nicht mit los zu müssen.
'Soll wohl nicht heute sein. Dann ein anderes mal.'
"Quatsch so ein Unsinn. Du kommst mit Cloud. Hier zieh eines vor mir an. Hab mir neulich schon neue besorgt, weil mir meine alten auch zu knapp waren. Wir haben in etwa die gleiche Größe. Hier pass das mal über."
Sam hielt mir ein azurblaues Hemd hin, welches ich nahm und überzog.
"Wow, Cloud…", staunten beide und bekamen ihre Münder nicht mehr zu.
Ich zupfte noch hier und da alles zurecht und schaute mich erneut in den Spiegel an.
'Wow, bin das wirklich ich?'
Es passte wie angegossen.
"Ich fand die Farbe echt toll, aber leider steht sie mir nicht. Mein Rotstich im Haar passt einfach nicht dazu. Aber dir, Cloud, schmeichelt die Farbe."
"Ja und wie. Wir sehen blass aus neben dir, ganz klar.", klang Leo etwas neidisch.
"Ja stimmt, ein Hingucker bist du alle mal."
'Ich soll ein Hingucker sein? Wovon reden die zwei da? Will ich es überhaupt sein?'
Unser erster und auch einziger Stopp war eine Bar in der Innenstadt von Sector 4. Sam und Leo meinten die Bar sei ganz nett. Wahrscheinlich meinten sie wohl eher die Dame am Tresen. Die Bar schien unscheinbar, aber dennoch war sie gut besucht. Einige einfache Soldaten von uns tranken gemütlich ihr Bier und unterhielten sich mit anderen Zivilisten.
"Komm, setzen wir uns an den Tresen und wünschen Beth einen guten Abend."
"Ja gute Idee. Komm Cloud, du musst Beth unbedingt 'Hallo' sagen."
Die zwei ließen mir keine Möglichkeit, irgendetwas dagegen einzuwenden und zerrten mich mit aller Kraft an den Tresen. Nun saß ich da völlig unbeholfen auf einen der Barhocker und versuchte lässig und entspannt zu wirken.
'Verdammt, warum habe ich mich darauf eingelassen? Ich will hier weg.'
"Guten Abend Jungs, was darf ich euch anbieten?", fragte die Dame hinterm Tresen nett und freundlich. Sie war wirklich hübsch. Ihr dunkles Haar trug sie streng zurückgebunden, eine helle Bluse mit einem sehr tiefen Ausschnitt und eine dunkle Jeans, soweit ich es unter ihrer Schürze, die sie um ihre Hüfte trug, erkennen konnte.
"Ein Bier wie immer?"
"So sieht's aus, Liebes.", scherzte Sam.
Sie lächelte ihm entgegen, zählte, wie viele Gläser sie zapfen sollte, erblickte mich und schaute mich fragend an. Ich verneinte und signalisierte ihr, dass sie für mich keins Zapfen braucht.
"Oh ein neues Gesicht und so ein hübsches noch dazu.", begann sie zu schäkern.
'Ich will nach Hause. Bitte, lasst uns gehen.'
"Ja, das ist Cloud."
Sie riss überrascht die Augen auf, als sie meinen Namen hörte.
"Wir hatten doch neulich von ihm erzählt, erinnerst du dich?", warf Leo nun ein.
'Die haben über mich gesprochen? Warum tun die das? Und worüber?'
Ich merkte das ich leicht rot wurde und schaute verlegen zu Boden.
'Das kann ja noch interessant werden.'
Beth stellte den beiden ihr Bier hin und widmete sich dann wieder mir zu.
"Also Cloud, ich bin Beth. Diese Bar hier ist mein Schätzchen. Freut mich, dass du den Weg hierher gefunden hast. Was darf ich dir anbieten?"
Der Klang ihrer Stimme, wie sie mich nun ganz persönlich ansprach, war anders als zuvor. Es lag etwas Erotik darin, was mich nervös machte. Auch ihr Vorbeugen auf dem Tresen machte es nicht einfacher.
'HILFEEE!'
"Äh, eine Limo?", stotterte ich leicht fragend.
"Gut, eine Limo für Cloud. Kommt sofort."
Sie grinste breit und stellte mir eine Dose gekühlte Zitronenlimonade hin. Ich schaute rüber zu den anderen beiden, die mich leicht spotteten. Sam und Leo konnten es nicht fassen, dass ich ernsthaft nur eine Limo bestellt habe. Verlegen schaute ich zu Boden und dachte nur an Flucht.
Beth bemerkte mein Unbehagen und stellte den beiden klar, dass nicht jeder Alkohol braucht, um Spaß zu haben und es auch nicht jedem schmeckt. Sie überlegte kurz, drehte sich um und inspizierte ihren Alkohol Bestand.
"Du magst es also süß…"
Sie griff nach einer Flasche im Regal mit durchsichtigem Inhalt. Ich vermute es war Vodka. Dann drehte sie sich kurz wieder zu uns um und lächelte uns an, um dann im nächsten Moment eine Etage runter zu verschwinden. Sie wühlte im Kühlschrank unter dem Tresen und suchte etwas.
"Oh, was hat sie wohl vor?", fragte Leo und schaute neugierig rüber.
Sie stellte drei große Longdrinkgläser mit Eiswürfel auf den Tresen. In jedem der Gläser steckte sie ein Strohhalm rein und begann akrobatisch ihren Shakebecher zu schütteln. Während sie das tat, blickte sie uns neckisch an und ließ verführerisch ihre Zunge über ihre Lippen fahren.
"Wenn euch der nicht schmeckt, dann weiß ich auch nicht.", sagte sie und kippte den Inhalt des Shakers in die Gläser. Es sah cremig aus. Fast wie Milch.
"Ist das Milch?", fragte Leo skeptisch. Beth verneinte und schüttelte den Kopf.
Auch ich war skeptisch, nahm das Glas in die Hand und schnupperte erstmal dran.
'Kokos?'
"Es ist Kokosmilch.", bestätigte ich und schnupperte noch einmal dran.
Beth war überrascht und lächelte.
"Oh, ein feines Näschen. Aber nicht nur Kokosmilch."
"Nein stimmt, da ist noch was Fruchtiges bei…"
'Ist es Ananas? Es könnte aber auch Mango sein…'
"Ich bin mir nicht ganz sicher, es könnte Ananas sein, aber ebenso gut auch Mango."
"Probier doch, vielleicht liegst du ja richtig.", neckte sie mich und grinste frech dabei.
'Soll ich es tun? Ich mein, den Apfelwein meiner Mutter hatte ich auch vertragen.'
Gut, also nahm ich einen Schluck aus dem Halm und ließ mir den Cocktail schmecken. Es schmeckte süß und vom Alkohol schmeckte man nicht viel. Nur ein klein wenig bitter im Nachgang.
"Und, schmeckt's?", fragte Beth neugierig und war gespannt auf meine Reaktion.
'Ananas!'
"Ja, der ist wirklich lecker. Und es ist Ananas."
"Sehr gut, ich wusste, ich finde was für dich. Und ja, du hast recht. Ich habe diesmal Ananas Saft dafür verwendet. Aber mit Mango warst du auch nicht verkehrt. Den kann man durchaus auch für den 'Pin a Colada' verwenden."
Sam und Leo probieren ebenfalls und waren genauso begeistert davon.
"Wow, besser als Bier!", stöhnte Sam und leerte sein Glas.
Während wir unseren Cocktail genossen, ging im hinteren Teil der Bar etwas vor sich. Ein lautes Gespräch war zu hören. Wir drehten uns in die Richtung, um zu schauen, was da los war.
"Bin gleich wieder da Jungs.", sagte Beth und schlängelte sich um Tresen hervor.
"Reiß dich zusammen und konzentriere dich auf das Wesentliche, wenn du aufsteigen willst!"
"Angeal! Komm schon, verstehst du keinen Spaß mehr?"
Neugierig schaute ich rüber und erkannte, dass es SOLDATEN waren. Rang-1 und Rang-3. Man erkannte die Rangstufen an der Farbe ihrer Uniformen.
Rang-1 = dunkel bis fast schwarze Uniform.
Rang-2 = dunkelblaue Uniform.
Rang-3 = dunkelviolette Uniform.
Wie es schien, war es harmlos, denn Beth unterhielt sich mit dem Mann in der dunklen, fast schwarzen Uniform und strich ihm sanft über die Schulter. Er war wohl der Mentor vom anderen Rang-3 SOLDATEN und hielt ihm eine Standpauke. Kurz darauf verließen die zwei die Bar und es kehrte wieder etwas Ruhe ein und Beth kehrte an ihrem gewohnten Platz hinterm Tresen zurück.
"Soll ich euch noch einen fertig machen?"
"Klar gern.", sagten Leo und Sam motiviert und hielten eifrig ihre Gläser hin.
Ich nickte stumm und schaute unauffällig den beiden SOLDATEN hinterher. Beth lächelte freundlich und fing an ihren Shaker zu schütteln.
"Du scheinst auch nicht der Gesprächigste zu sein oder Cloud?", stupste sie mich an und stellte mir meinen neuen Cocktail hin.
"Nein, nicht wirklich."
Sie beobachtete mich und versuchte, sich selbst auf meine Ebene zu setzen, um mit mir ein Gespräch anzufangen. Sam und Leo nahmen ihre Getränke und gingen an einen Tisch.
'Hey, warum tun die das? Die können doch nicht einfach gehen und mich hier mit Beth alleine lassen.'
Völlig unbeholfen und unsicher, saß ich allein am Tresen bei Beth. Sie bemerkte meine Unsicherheit, aber versuchte dennoch, eine lockere Atmosphäre zu schaffen.
"Nun erzähl mir ein wenig von dir."
"Was soll ich über mich erzählen?"
Sie schaute mich an und zog eine Augenbraue hoch.
'Hab ich sie nun verärgert?'
"Erzähl mir einfach, von wo du herkommst. Was sind deine Ziele und welche Interessen hast du so."
"Ich komme aus Nibelheim…"
"Nibelheim? Wow, das ist ganz schön weit weg. Der junge SOLDAT von eben, kommt auch von weiter weg.", sagte sie überaus begeistert.
"Und ich möchte SOLDAT werden. "So wie Sephiroth.", setze ich fort.
"Sephiroth…Er ist schon sehr speziell."
"Kennst du ihn?", fragte ich nun aus purer Neugier.
Sie lachte etwas über meine Euphorie.
"Da ist aber jemand sehr begeistert von Ihn. Nun ja, kennen nicht richtig, flüchtig vielleicht. Er kommt meistens nur kurz hierher um jemanden der unter seiner Führung agiert abzuholen. Ich sag ja, er ist sehr speziell."
"So unerreichbar."
"Unheimlich eher. Wenn er hier auftaucht, herrscht immer eine komische Stimmung. Etwas an Ihm gefällt mir ganz und gar nicht."
Sie schüttelte sich als sie ihn sich vorstellte und schaute mich wieder fragend an.
"Und meine Interessen? Zu Hause war ich viel Angeln, habe mich viel in den Wäldern aufgehalten und bin auf Bäume geklettert."
"Angeln? Cool, ich beneide diejenigen die das können und Geduld dafür haben."
"Ich liebe gerade die Ruhe dabei."
Wieder schenkte sie mir ein Lächeln. Es wirkte fast so, als flirte sie mit mir. Ich bemerkte, wie ich rot wurde und nahm verlegen einen Schluck meines Cocktails.
"Du bist ein echt interessanter und süßer Kerl. Aber du wirkst sehr kindlich. Ich denke, aber du bist reifer als wie du optisch ausschaust."
"Was meinst du?"
"Du bist wirklich ein sehr Interessanter und Attraktiver Typ. Aber für mich persönlich wirkt irgendetwas sehr kindlich an dir…"
Nun schaute sie mir intensiv in die Augen und fing an, an ihrem Zopf zu spielen.
'Meint sie meinen Zopf?'
Instinktiv tat ich ihr gleich und sie fing sofort an zu lächeln und nickte mir zu.
"Sehr Aufmerksam bist du, denn du hast mich wohl verstanden. Gute Eigenschaft. Hat es einen Grund, warum du deinen Zopf trägst?"
"Eigentlich nicht."
"Also würdest du ihn problemlos abschneiden lassen?", fragte sie mich nun sehr euphorisch.
'Meinen Zopf abschneiden? Warum nicht? Ich würde damit vielleicht ein Zeichen setzen.'
"Hast du eine Schere da?"
Überrascht schaute sie mich an und fing an, in einer Schublade zu wühlen.
"Wow, nun machst du wirklich Nägel mit Köpfen. Gefällt mir.", sagte sie und reichte mir eine Schere.
Ich schüttelte den Kopf und blickte sie fragend an. Sie verstand mich und kam um den Tresen herum. Nun stand sie hinter mir und fuhr mit ihren Fingern durch meinen Zopf.
"Soll ich wirklich? Weil wenn ab dann ab.", fragte sie mich nochmal ernsthaft,bevor sie die Schere ansetzte.
"Mach einfach. Ist doch nur Haar. Wenn es mir nicht gefällt, lass ich sie einfach wieder wachsen."
"Nun gut."
SCHNAPP
Ich fühlte, wie die einzelnen Strähnen nach vorne ins Gesicht fielen. Es fühlte sich irgendwie leicht an.
"Bitte sehr."
Beth legte meinen Zopf neben mir auf den Tresen und schaute mich erwartungsvoll an, während sie ihre Hände schon hob und mir durchs Haar strich. Es fühlte sich gut an, was sie machte. Genau wie bei Tifa, wenn sie mit meinen Haarsträhnen spielte.
'Wie ein Chocobo. Sagte sie immer und freute sich darüber.'
"Mit etwas Gel kann man einiges machen. Aber auch so sieht es schon deutlich besser aus…", sagte sie und zupfte noch immer meine Strähnen zurecht.
"...Wärst du nicht so jung, glaub mir, würde ich dich auf der Stelle vernaschen."
"Ich bin fast 17."
"Ja, eindeutig zu jung.", neckte sie mich und stand wieder an ihrem gewohnten Platz.
Nun fragte ich mich, warum mich ihre Aussage so verlegen machte.
