„Das ist also Suna", sagte Tenten, als sie durch den Spalt im Felsen traten.
„Warst du noch nie hier?", fragte Sasuke mit einem belustigten Unterton.
„Machst du dich über mich lustig?", entgegnete sie mit einem Lächeln. „Wohin müssen wir?"
„Ich war auch noch nie hier", gab Sasuke zu und grinste leicht. „Aber wir sind Verbündete. Und ich glaube, dort drüben ist unsere Kontaktperson." Er deutete auf einen jungen Mann mit lila Bemalung im Gesicht.
Als sie näher kamen, bewegte sich der Fremde direkt auf sie zu.
Tenten spürte, wie ihr Herzschlag leicht schneller wurde, als der Mann auf sie zukam.
„Ich nehme an, ihr seid Sasuke und Tenten? Willkommen in Sunagakure, ihr zwei", sagte er freundlich.
„Du musst Kankuro sein", sagte Sasuke lässig.
„Ich nehme das als ein Ja", erwiderte Kankuro mit einem schmunzelnden Blick auf Tenten.
„Können wir jetzt los?", fragte sie ungeduldig und sah zu Sasuke.
Ohne ein weiteres Wort setzten sie sich in Bewegung und blieben erst vor einem imposanten Gebäude stehen.
„Wir sind da", erklärte Kankuro und lächelte Tenten an.
Sasuke zögerte nicht und betrat selbstbewusst das Gebäude, die anderen folgten ihm. Als sie die Treppe erreichten, übernahm Kankuro wieder die Führung.
Im zweiten Stock hielten sie an.
„Das Problem ist… wir haben nur eine Person angekündigt – Sasuke. Ich habe erst heute erfahren, dass du mitkommst", erklärte Kankuro.
„Wir haben deshalb nur alles für eine Person vorbereitet, inklusive Hotelzimmer. Ich werde mich darum kümmern, aber eigentlich habe ich Besseres zu tun, als Leute abzuholen", fügte er gestresst hinzu.
„Wir sind als Team hergekommen, und…", begann Sasuke streng.
„Sie kann solange in meinem Büro warten. In der Zwischenzeit suche ich ein freies Zimmer – was einem Wunder gleichen wird", sagte Kankuro gereizt.
„Ist schon in Ordnung", sagte Tenten mit einem Lächeln. „Wie lange dauert das Gespräch mit Gaara?"
„Ich schätze, eine Stunde", antwortete Kankuro leicht genervt.
„Dann geh", sagte sie zu Sasuke, der daraufhin in Richtung Kazekages Büro verschwand. Kankuro führte sie stattdessen in sein eigenes Büro.
Dort angekommen, war Tenten beeindruckt. Der Raum war groß und hell.
„Du kannst dich auf das Sofa setzen und ausruhen", bot er an.
„Danke, aber falls das mit dem Hotel nicht klappt – ich habe schon öfter mit Sasuke ein Zimmer geteilt." Sie ließ ihren Blick durch den Raum schweifen. „Die Geschäfte in Sunagakure scheinen gut zu laufen."
„Ja, sehr gut. Deshalb sind die Beziehungen zum Feuerreich stabil", bestätigte Kankuro mit einem Lächeln.
Tenten setzte sich auf das Sofa.
Kankuro nahm neben ihr Platz und sah sie eindringlich an.
„Ich glaube, ich sollte gehen", murmelte er dann, stand langsam auf und verließ den Raum.
Tenten fühlte sich plötzlich seltsam allein, unsicher, was sie tun sollte.
Da öffnete sich die Tür und eine junge Frau trat ein. Sie servierte ihr ein Glas Wasser.
„Brauchen Sie sonst noch etwas?", fragte sie höflich.
„Was denn?", fragte Tenten naiv.
„Vielleicht etwas anderes zu trinken oder etwas zu essen? Egal was. Ich habe ihn noch nie so enthusiastisch erlebt", fügte sie mit einem Lächeln hinzu.
Tenten grinste. „Würden Sie mit mir essen gehen? Ich meine, Sie sagten ‚egal was'."
Die Frau lachte. „Mein Name ist Cho."
„Ich bin Tenten", stellte sie sich ebenfalls vor.
„Ich habe schon eine Idee. Wie wäre es mit Sushi?"
„Sehr schön!", rief Tenten begeistert. „Ich glaube, wir werden uns gut verstehen, Cho."
Gerade als sie gehen wollten, öffnete sich die Tür erneut. Sasuke und Kankuro traten ein und fanden die beiden Frauen vor, die sich prächtig amüsierten.
Sasuke ließ sich mit einem genervten Seufzen neben Tenten auf das Sofa sinken. „Ich bin fertig", sagte er gestresst.
Kankuro runzelte die Stirn und richtete sich an Cho. „Ich glaube, du hast noch etwas zu tun."
Cho verzog leicht die Lippen, dann verließ sie den Raum schnell.
„Es tut mir leid", sagte Tenten und wollte aufstehen.
„Nein, schon gut", winkte Kankuro ab. „Setz dich ruhig wieder."
Sie ließ sich zurück auf das Sofa sinken. „Konntest du ein Zimmer organisieren?"
„Nicht wirklich. Ich habe dir ein Zimmer hier im Gebäude vorbereitet", erklärte Kankuro.
„Nein", widersprach Sasuke sofort. „Wir lassen uns nicht trennen. Wir sind ein Team."
„Was er meint, ist, dass wir noch nicht lange Verbündete sind", erklärte Tenten ruhig.
„Ich kann Sasuke ebenfalls hier unterbringen", bot Kankuro an. „Es ist eine Ehre, euch hier zu haben."
„Wir nehmen das Hotelzimmer und reisen morgen ab", sagte Sasuke entschieden.
„Bleibt doch einfach noch einen Tag länger und erkundet Suna", schlug Kankuro vor.
Tenten sah zu Sasuke. „Ich hätte nichts dagegen."
Sasuke seufzte genervt. „Von mir aus."
„Gut, ich lasse euch Frühstück zubereiten und alles Weitere mitteilen", sagte Kankuro zufrieden.
„Das war alles, oder?", fragte Sasuke ungeduldig.
„Ja", bestätigte Kankuro, und die beiden verließen das Büro, wo bereits Cho auf sie wartete.
„Bleibt ihr noch?", fragte sie aufgeregt.
„Ja", sagte Tenten mit einem Lächeln.
„Perfekt! Dann nehme ich dich heute Abend mit in eine neue Bar, die kürzlich eröffnet hat."
„Klingt gut, aber ich habe nichts Passendes zum Anziehen."
„Dann gehen wir vorher shoppen! Ich kenne einen tollen Laden für Kleider."
„Musst du nicht arbeiten?", fragte Tenten skeptisch.
Cho grinste. „Ich frage nach, ob ich dich begleiten darf. Und wenn du mich fragst – Kankuro steht auf dich."
Tenten lachte. „Nein, die meisten Typen nehmen mich gar nicht wahr."
„Ach ja? Ich habe dich auf derselben Etage wie die Familie des Kazekage untergebracht."
„Könntest du Sasuke ein Zimmer in der Nähe geben?", fragte Tenten.
„Mach ich!", sagte Cho mit einem Augenzwinkern. „Ich bringe dich jetzt zu deinem Zimmer, und dann kümmere ich mich um Sasuke."
„Dann warte ich", sagte Sasuke, sichtlich genervt.
Sie verließen das Büro und gingen in Richtung der Schlafräume.
„Von wegen, niemand nimmt dich wahr", neckte Cho. „Ich hab's zuerst nicht gemerkt, aber dein Begleiter – der schönste Mann, den ich je gesehen habe – ist eifersüchtig."
„Du spinnst!", lachte Tenten.
Später am Abend saßen die beiden Frauen in der neuen Bar.
„Was für eine tolle Bar", sagte Tenten begeistert und nippte an ihrem Cocktail.
„Und dein rotes Kleid steht dir hervorragend", fügte Cho grinsend hinzu. „Weißt du, wem es auch gefallen wird? Kankuro."
Tenten drehte sich um – und tatsächlich kam Kankuro auf sie zu.
„Hallo, die Damen", begrüßte er sie – doch sein Blick ruhte nur auf Tenten.
Bevor sie reagieren konnte, wurde sie von einem anderen Mann angesprochen.
„Hallo, du musst Tenten sein", sagte er mit einem freundlichen Lächeln.
„Darf ich vorstellen? Das ist Aang, ein guter Freund meines Bruders", erklärte Kankuro.
„Hallo, Aang", sagte Tenten höflich.
„Hallo, Aang", fügte Cho mit gespielter Genervtheit hinzu.
„Cho! Ich hab dich glatt übersehen. Und ich dachte, Kankuro und ich wären auch Freunde", erwiderte Aang amüsiert.
„Ich wäre wohl unhöflich, wenn ich nicht die nächste Runde zahlen würde", sagte Kankuro grinsend.
Cho verdrehte die Augen. „Eigentlich wollten wir zwei allein ausgehen."
„Kein Problem!", sagte Aang mit einem breiten Lächeln. „Ich wollte nur Hallo sagen – aber die Rechnung geht trotzdem auf mich."
