Die ersten Sonnenstrahlen krochen durch die Vorhänge und warfen ein sanftes, goldenes Licht auf die schlichten Wände des kleinen Zimmers. Tenten blinzelte verschlafen und spürte sofort die Wärme des Körpers neben sich. Sasuke lag noch immer in ihrem viel zu kleinen Bett, sein Arm fest um ihre Taille geschlungen. Sein Atem war ruhig, gleichmäßig – er schlief noch.
Ein zufriedenes Lächeln schlich sich auf ihre Lippen. Die Nacht war intensiv gewesen, voller Leidenschaft und Verlangen, doch jetzt genoss sie einfach diesen Moment der Ruhe. Sie drehte sich vorsichtig in seinen Armen und betrachtete sein Gesicht – entspannt, friedlich, fast schon sanft. So sah ihn kaum jemand.
Sie ließ ihre Finger sanft über seine nackte Schulter gleiten, doch in diesem Moment klopfte es plötzlich an der Tür.
Verdammt!
„Tenten? Bist du wach?" Kankuros Stimme klang gut gelaunt – viel zu gut gelaunt für ihren Geschmack. „Ich wollte dich zum Frühstück abholen. Es wird im privaten Rahmen mit Gaara stattfinden."
Ihre Augen weiteten sich panisch. Sasuke! In ihrem Bett! Wenn Kankuro das herausfand…
Sasuke öffnete träge die Augen, schien aber nicht annähernd so besorgt zu sein wie sie. Ganz im Gegenteil – er zog sie noch enger an sich und murmelte mit einer rauen Morgenstimme: „Ignorier ihn."
„Spinnst du?!" zischte sie und versuchte, sich aus seinem Griff zu winden. „Wenn er reinkommt, sind wir geliefert!"
„Dann lass ihn nicht rein", meinte Sasuke mit einem leichten Schmunzeln. Es gefiel ihm offensichtlich, wie nervös sie war.
Tenten unterdrückte den Drang, ihn zu treten, und rief stattdessen mit möglichst entspannter Stimme: „Ich bin gleich soweit! Geh ruhig vor, ich komme nach!"
Draußen herrschte kurz Stille. Dann: „Sicher? Ich kann warten."
Verdammt, Kankuro!
„Nein, nein, schon gut! Ich brauche nur noch ein paar Minuten."
„Na schön", sagte er schließlich. „Aber beeil dich. Gaara wartet nicht gern." Dann entfernten sich seine Schritte.
Tenten atmete erleichtert aus und schlug Sasuke auf die Brust. „Steh auf! Ich muss mich fertig machen."
Er grinste nur. „Warum so panisch? Hast du Angst, dass jemand erfährt, dass du die Nacht mit mir verbracht hast?"
„Ja", sagte sie schnell, aber als sein Blick sie durchbohrte, fügte sie seufzend hinzu: „Ich will nur keine unnötigen Fragen. Und Kankuro… er ist zu neugierig."
Sasuke setzte sich langsam auf, sein Blick war noch immer belustigt. „Na gut. Aber du schuldest mir was, wenn ich mich jetzt aus dem Staub mache."
„Sicher, sicher", murmelte sie, während sie ihn mit einem Kissen bewarf.
Er fing es mit Leichtigkeit, beugte sich dann jedoch zu ihr und küsste sie sanft. „Viel Spaß mit Gaara."
Sie verdrehte die Augen. „Ja, ja. Jetzt verschwinde!"
Er zog sich langsam an, als hätte er alle Zeit der Welt, und huschte schließlich aus dem Zimmer, als die Luft rein war.
Tenten ließ sich einen Moment lang aufs Bett fallen und atmete tief durch. Das war knapp.
Dann stand sie auf, zog sich an und machte sich bereit – bereit für ein Frühstück mit dem Kazekage und für Kankuros neugierige Blicke.
Tenten saß auf einem weichen Kissen vor dem niedrigen Holztisch und versuchte, sich nichts anmerken zu lassen. Der Raum war schlicht, aber elegant eingerichtet – helle Wände, dunkles Holz und ein großes Fenster, durch das warmes Morgenlicht fiel. Der Duft von frischem Tee und gedämpftem Reis lag in der Luft.
Gaara saß ruhig am Kopfende des Tisches, seine Mimik wie immer neutral. Sein rotes Haar fiel ihm leicht in die Stirn, während seine kühlen, türkisfarbenen Augen abwechselnd auf Tenten und Kankuro ruhten.
Kankuro hingegen schien angespannt. Er schob mit seinen Essstäbchen etwas Reis herum und vermied es, seinem Bruder zu lange in die Augen zu sehen.
„Du bringst Gäste mit", stellte Gaara schließlich fest, ohne eine Emotion zu zeigen.
Tenten, die gerade einen Schluck Tee nahm, hob eine Augenbraue. „Ist das ein Problem?"
„Nein." Gaara legte ruhig seine Tasse ab. „Ich bin nur überrascht. Du bist normalerweise nicht... gastfreundlich."
Kankuro verschluckte sich fast an seinem Essen. „W-Was soll das denn heißen?!"
Gaara musterte ihn weiterhin emotionslos. „Es bedeutet genau das, was ich gesagt habe."
Tenten grinste leicht und nahm sich ein Stück gebratenes Gemüse. „Vielleicht will er sich einfach von einer neuen Seite zeigen."
Kankuro schnaubte. „Ich wollte ihr nur Suna zeigen, okay?"
Gaara schwieg für einen Moment, bevor er leise, aber direkt sagte: „Oder du willst ihr imponieren."
Tenten blinzelte überrascht, während Kankuro sich an seinem Tee verschluckte und sich hektisch räusperte. „Gaara! Ich will doch nicht— Das ist doch—!"
Gaara hob eine Augenbraue. „Ich habe nur eine Feststellung gemacht."
Tenten lehnte sich mit einem amüsierten Lächeln zurück. „Und was denkst du darüber, Kazekage-sama? Soll ich mir Sorgen machen?"
Gaara betrachtete sie für einen Moment, dann trank er ruhig seinen Tee. „Das hängt davon ab, wie du es siehst."
Kankuro seufzte lautstark und fuhr sich mit einer Hand durch die Haare. „Er macht das extra."
„Natürlich", sagte Gaara trocken.
Tenten musste sich ein Lachen verkneifen.
„Also", lenkte Kankuro ab und nahm wieder seine Stäbchen. „Nach dem Frühstück zeige ich dir Suna, okay?"
„Gerne", sagte sie mit einem Lächeln. „Ich bin gespannt."
Gaara beobachtete die beiden einen Moment lang, dann nickte er langsam. „Viel Spaß."
„Glaub mir, das werde ich", meinte Tenten grinsend und sah Kankuro herausfordernd an.
Er wurde leicht rot, tat aber so, als hätte er es nicht gehört, und aß schnell weiter.
Gaara hingegen nahm noch einen Schluck Tee und sagte ruhig: „Interessant."
Tenten war sich nicht sicher, ob sie diesen Kommentar ignorieren oder sich geschmeichelt fühlen sollte.
Nach dem Frühstück führte Kankuro Tenten durch die Straßen von Sunagakure. Die Sonne stand hoch am Himmel, die sandfarbenen Gebäude warfen lange Schatten. Der Wind trug feine Sandkörner mit sich, aber Tenten fand die Stadt faszinierend. Sie war so anders als Konoha – rauer, trockener, aber voller Leben.
„Beeindruckend, oder?" fragte Kankuro und grinste sie an.
Tenten nickte. „Es hat definitiv seinen eigenen Charme. Und es ist heiß." Sie wischte sich eine Schweißperle von der Stirn.
„Warte, ich weiß, was hilft." Kankuro führte sie zu einem kleinen Stand, wo ein alter Mann kalte Getränke verkaufte. Er kaufte zwei Becher mit süßem, gekühltem Tee und reichte ihr einen.
„Danke, sehr aufmerksam von dir", sagte sie und nahm einen Schluck.
Kankuro wirkte zufrieden. „Ich hab doch gesagt, dass ich dir Sunagakure von seiner besten Seite zeigen will."
Sie gingen weiter durch die belebten Straßen, vorbei an Märkten, Waffenschmieden und kleinen Läden mit exotischen Waren. Kankuro zeigte ihr einige der wichtigsten Orte, darunter die Trainingsplätze der Sand-Ninjas und ein riesiges, in Stein gemeißeltes Wandbild, das die Geschichte von Sunagakure erzählte.
„Also, was hältst du von Suna?" fragte er, während sie auf einer Mauer saßen und über die Stadt blickten.
Tenten lehnte sich zurück und sah ihn mit einem zufriedenen Lächeln an. „Es ist faszinierend. Anders als Konoha, aber auf eine gute Weise."
Kankuro musterte sie kurz, dann sah er weg und kratzte sich verlegen am Hinterkopf. „Freut mich, dass es dir gefällt. Vielleicht solltest du öfter herkommen."
Sie schmunzelte. „Mal sehen."
Doch bevor Kankuro darauf reagieren konnte, spürte sie eine vertraute Präsenz hinter sich.
Sasuke.
Sie drehte sich um – und tatsächlich stand er einige Meter entfernt, mit verschränkten Armen und einem undurchdringlichen Gesichtsausdruck. Seine dunklen Augen fixierten Kankuro, der sich sofort anspannte.
„Da bist du ja", sagte Sasuke kühl, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt, dass er sie hier aufspürte.
Tenten hob eine Augenbraue. „Hast du mich gesucht?"
Sasuke ignorierte die Frage und musterte Kankuro. „Du bist also ihr Fremdenführer?"
Kankuro lehnte sich gegen die Mauer und verschränkte die Arme. „Und? Stört dich das?"
Ein Hauch von Spannung lag in der Luft.
Tenten seufzte. „Oh bitte, Jungs, jetzt fangt nicht an."
Sasuke ließ ein kaum hörbares Schnauben vernehmen, dann wandte er sich an Tenten. „Gaara will dich sprechen. Ich soll dich holen."
Sie blinzelte überrascht. „Gaara? Was will er?"
Sasuke zuckte mit den Schultern. „Frag ihn selbst."
Tenten seufzte. Sie hatte sich auf den Spaziergang gefreut, aber wenn der Kazekage etwas wollte, konnte sie schlecht nein sagen. Sie stand auf und wandte sich an Kankuro. „Danke für die Tour. Es war wirklich schön."
Kankuro nickte leicht, aber sein Blick ruhte noch kurz auf Sasuke, bevor er sich abwandte. „Jederzeit."
Als Tenten mit Sasuke davonging, konnte sie es nicht lassen, ihn herauszufordern. „Bist du etwa eifersüchtig?"
Sasuke sah sie nur ausdruckslos an. „Träum weiter."
Doch Tenten bemerkte, dass seine Kiefermuskeln leicht angespannt waren – und sie konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.
Tenten folgte Sasuke durch die Gänge des Kazekage-Turms. Sie konnte sich denken, dass Gaara nicht einfach nur „plaudern" wollte. Er war nicht der Typ für unnötige Gespräche.
Als sie den Besprechungsraum betraten, saß Gaara bereits an einem niedrigen Holztisch. Seine türkisen Augen musterten sie mit gewohntem, ruhigem Ausdruck.
„Setz dich", sagte er knapp und deutete auf das Kissen vor ihm.
Tenten tat, wie ihr geheißen, während Sasuke sich an die Wand lehnte und die Arme verschränkte, als hätte er nicht vor zu gehen. Gaara ignorierte ihn vorerst.
„Kankuro hat mir von eurer Stadtführung erzählt", begann Gaara und sah sie aufmerksam an.
Tenten nickte. „Ja, er war ein guter Gastgeber."
Gaara legte den Kopf leicht schief. „Er scheint sehr an dir interessiert zu sein."
Tenten verdrehte die Augen. „Kankuro war nur nett, mehr nicht."
Gaara schien ihre Worte zu überdenken, dann sagte er ruhig: „Kankuro bringt selten Gäste mit – und noch seltener Frauen. Du hast ihn beeindruckt."
Tenten kratzte sich am Kopf. „Ich bin mir nicht sicher, ob ich etwas damit anfangen soll."
Gaara ließ seinen Blick kurz zu Sasuke wandern. „Und dein Begleiter hier scheint das ebenso zu bemerken."
Sasuke reagierte nicht direkt, aber Tenten konnte spüren, dass er sich leicht anspannte.
„Ich sehe keinen Grund, mir darüber Gedanken zu machen", sagte Sasuke mit einer Stimme, die absolut nichts verriet.
Gaara ließ ihn nicht aus den Augen. „Bist du sicher?"
Tenten verschränkte die Arme. „Warum habe ich das Gefühl, dass ihr gerade über mich redet, als wäre ich nicht anwesend?"
Gaara sah sie direkt an. „Weil ich verstehen will, warum du nicht alleine hergekommen bist."
Tenten blinzelte. „Wie bitte?"
„Wenn ihr eine diplomatische Mission begleitet, gibt es keinen Grund für eine zweite Person. Warum also Sasuke?"
Tenten sah kurz zu Sasuke, aber er sagte nichts.
„Er wollte mitkommen", antwortete sie ehrlich.
Gaara musterte sie einen Moment, dann schloss er kurz die Augen. „Verstehe."
Er sagte nichts weiter, aber Tenten hatte das Gefühl, dass er viel mehr verstanden hatte, als ihr lieb war.
Nach einer kurzen Pause fügte er hinzu: „Kankuro will dir noch mehr von Suna zeigen. Ich nehme an, du hast nichts dagegen?"
Tenten zögerte kurz. Sie wusste, dass Sasuke das nicht gefallen würde, aber es war eine Gelegenheit, mehr über Sunagakure zu erfahren.
„Nein, warum nicht", sagte sie schließlich.
„Gut", sagte Gaara knapp. „Dann ist das Gespräch beendet."
Tenten stand auf und warf Sasuke einen Seitenblick zu. Sein Gesicht verriet nichts, aber als sie das Zimmer verließ, hörte sie ihn knapp sagen:
„Wir sprechen später."
Sie wusste nicht, ob sie sich darauf freuen oder es fürchten sollte.
Nachdem Tenten das Zimmer verlassen hatte, wartete Kankuro bereits draußen auf sie. Er grinste sie an, die Arme verschränkt.
„Und? Hat Gaara dich ausgefragt?"
Tenten seufzte. „Ein bisschen. Er scheint zu denken, du wärst interessiert an mir."
Kankuro hob eine Augenbraue, schien aber nicht überrascht. „Tja, mein Bruder ist nicht gerade subtil, wenn es um Beobachtungen geht."
Tenten schmunzelte. „Und? Bist du?"
Kankuro lachte verlegen und kratzte sich am Hinterkopf. „Ich finde dich definitiv interessant. Du bist anders als die meisten Frauen hier."
Tenten lachte. „Das ist eine diplomatische Art zu sagen, dass ich aus Konoha bin."
„Vielleicht." Kankuro trat einen Schritt näher. „Wie wäre es, wenn ich dir noch mehr von Suna zeige? Ich kenne ein paar Orte, die du bestimmt mögen würdest."
Tenten war sich bewusst, dass Sasuke das nicht gefallen würde, aber sie wollte mehr von Sunagakure sehen – und sie mochte Kankuros entspannte, offene Art.
„Klingt gut", sagte sie mit einem Lächeln.
Kankuro grinste. „Perfekt. Dann treffen wir uns nachmittags. Ich verspreche, du wirst es nicht bereuen."
Mit diesen Worten drehte er sich um und ließ sie stehen, während Tenten nachdachte. Sie wusste, dass dieser Tag noch interessant werden würde – und dass Sasuke sicher nicht begeistert sein würde, wenn er davon erfuhr.
Tenten ging die Straßen von Sunagakure entlang, während sie sich mit Kankuro für eine kleine Stadtführung verabredet hatte. Sie hatte sich auf den Spaziergang gefreut, auch wenn ihre Gedanken immer wieder zu Sasuke wanderten. Was zwischen ihnen gewesen war, ließ sie nicht so schnell los, und die Erinnerung an die letzten Stunden in seinem Zimmer ließ ihr Herz noch immer schneller schlagen. Aber heute war ein neuer Tag, und sie war hier, um mehr über diese mysteriöse Stadt zu erfahren, in der sie sich so fremd fühlte.
Als sie Kankuro sah, der aus der Ferne auf sie zukam, spürte sie ein kleines Kribbeln in ihrem Bauch. Er war charmant, seine Bewegungen waren selbstbewusst und sein Grinsen ansteckend. In seinem einfachen, aber beeindruckend durchdachten Outfit, das seine muskulöse Statur betonte, wirkte er wie ein Mann, der wusste, was er wollte. Doch Tenten war unsicher, was sie von all dem halten sollte.
„Bist du bereit, mir mehr von Suna zu zeigen?" fragte er mit einem schelmischen Lächeln, das direkt in ihre Augen stach.
„Natürlich, ich bin gespannt, was du mir noch zeigen kannst", antwortete Tenten, ihre Stimme klang ein wenig unsicher, als sie sich an ihn anlehnte. Sie war sich nicht ganz sicher, ob sie sich auf diese „Stadtführung" wirklich einlassen sollte – besonders da sie wusste, dass sie bald wieder nach Konoha zurück musste.
„Dann folge mir, Tenten. Ich habe da einen besonderen Ort für uns ausgesucht", sagte Kankuro und deutete auf die ruhige Gasse, die in einen geheimen kleinen Park führte. Die Sonne brannte heiß auf ihre Haut, aber der Schatten der Bäume ließ die Luft etwas kühler erscheinen.
„Ich habe gehört, du magst Sonne genauso wenig wie ich", sagte er, als sie nebeneinander gingen. „Aber ich wollte dir diesen Ort zeigen. Es gibt hier so viele kleine Ecken, die nur darauf warten, entdeckt zu werden."
Tenten nickte. „Ich liebe es, neue Orte zu erkunden. Aber...", sie sah ihm unsicher in die Augen, „ich muss zugeben, es ist ein bisschen viel auf einmal, weißt du?"
Kankuro sah sie mit einem ernsten Blick an, der Tenten für einen Moment das Gefühl gab, als würde er durch sie hindurchsehen. „Ich verstehe", sagte er ruhig. „Aber ich will dir nicht nur diese Stadt zeigen. Ich will auch etwas mehr über dich erfahren, Tenten. Du bist etwas ganz Besonderes."
Tenten blinzelte, überrascht von der Intensität in seiner Stimme. Sie konnte die Wärme in seiner Ausstrahlung spüren, seine Nähe verunsicherte sie gleichzeitig und zog sie an. Es war, als ob er ein Geheimnis in sich trug, das sie unbedingt lüften wollte.
„Was meinst du damit?" fragte sie vorsichtig, auch wenn sie wusste, dass sie die Antwort vielleicht nicht hören wollte.
Kankuro trat einen Schritt näher und ließ seinen Blick langsam über sie gleiten, ohne dabei aufdringlich zu wirken. „Du bist nicht wie die anderen. Es gibt etwas in dir, das mich fasziniert. Und ich kann nicht anders, als dir zu sagen, dass ich mehr von dir will. Nicht nur als Konoha-Gast. Sondern als Frau."
Tenten spürte, wie ihr Herz schneller schlug. Sie konnte nicht leugnen, dass Kankuro einen besonderen Eindruck auf sie machte, aber sie wusste auch, dass sie nicht einfach in einem so kurzen Zeitraum Gefühle für ihn entwickeln konnte. Und dennoch... Etwas in ihr flüsterte, dass es nicht nur Freundschaft war, was sie für ihn empfand.
„Kankuro... ich weiß nicht", sagte sie leise und senkte den Blick. Ihre Finger spielten nervös mit dem Rand ihres Kragens. „Ich habe viel im Kopf. Ich meine, wir haben uns doch gerade erst getroffen, oder?"
Kankuro ließ sich nicht von ihrer Zurückhaltung abhalten. „Ich weiß. Aber du verstehst nicht, wie sehr du mich beeindruckst. Ich will dir nicht nur ein paar Sehenswürdigkeiten zeigen. Ich will, dass du bleibst. Dass du noch mehr über mich erfährst. Ich will, dass du mich so siehst, wie ich wirklich bin."
Tenten konnte sehen, wie ernst er es meinte. Die Art, wie er sie ansah, seine Körpersprache, all das wirkte so intensiv und gleichzeitig einladend. Es war, als würde er nicht nur um ihre Aufmerksamkeit bitten, sondern sie mit einer Leidenschaft herausfordern, die sie so noch nie erlebt hatte.
„Kankuro...", begann sie zögernd. „Ich weiß nicht, ob ich das kann. Ich... ich bin verwirrt. Ich... habe nicht viel Erfahrung mit solchen Dingen. Und wir müssen morgen schon wieder abreisen."
Er sah sie an und stellte sich direkt vor sie, so dass ihre Blicke sich trafen. Seine Augen waren warm, fast schon sanft, und sein Lächeln war jetzt nicht mehr scherzhaft, sondern tief und aufrichtig. „Ich weiß, dass du nicht sofort alles verstehen kannst, Tenten. Aber was ich dir sagen will, ist, dass du in meiner Stadt willkommen bist. Und vielleicht... wenn du nach Hause zurückkehrst, solltest du darüber nachdenken, mich zu besuchen. Vielleicht gibt es mehr, das wir entdecken können."
Tenten fühlte sich von seinen Worten verunsichert, aber auch gleichzeitig von einer seltsamen Wärme erfüllt. Sie war sich nicht sicher, was sie tun sollte. Sie mochte Kankuro, das wusste sie, aber war sie bereit, sich auf mehr einzulassen? Die Frage, ob sie ihm vertrauen konnte, ob sie mehr von ihm wollte, lag schwer auf ihrem Herzen.
„Ich... werde nachdenken", sagte sie schließlich, ein leichtes Lächeln auf den Lippen, aber ihre Stimme klang verletzlich.
„Das ist alles, was ich von dir verlange", sagte Kankuro, und sein Ton war sanft, fast beruhigend. „Denke darüber nach, Tenten. Aber lass mich dir sagen: Du hast etwas, das mich wirklich fesselt. Ich werde nicht aufhören, dir zu zeigen, wie besonders du bist."
Tenten nickte, auch wenn sie wusste, dass sie nicht sofort eine Entscheidung treffen konnte. Doch irgendwie fühlte es sich an, als ob dieser Moment der Anfang von etwas war, das weit über diese Stadtführung hinausging. Vielleicht war es das Gefühl, dass Kankuro mehr von ihr wollte – oder vielleicht war es das Verlangen, dieses „Mehr" zu verstehen, das sie tief in ihrem Inneren spürte.
