Kapitel 31 - Ein wahrhaftig toter Mann

TW: Gore, Strong Language, Detaillierte Gewalt

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01:10 Uhr

Beika Hafen

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Vermillion atmete auf, während sie sich mit ihrem Taucheranzug mühsam auf das Deck des Frachters hievte. Sie zog sich schnell um und warf hin und wieder einen Blick um sich. Dann lehnte sie sich an die Wand und sank auf die Knie.

(„Du weißt doch, was der alte Cheng gesagt hat. Hab Vertrauen in mich.")

Vertrauen…

(„Hier.", sagte Hive und drückte ihr mehrere Flaschen in die Hand, die er aus einer Plastiktüte herausholte. Sie befanden sich noch auf dem Dach des Warenhauses und führten eine Lagebesprechung durch.)

(„Was soll ich damit?", fragte sie verwirrt.)

(„Nimm diese Flaschen und kipp den Inhalt in dieses Regenrohr runter.")

(„Was sind das für Flaschen? Was ist da drin?")

(„Wirst du schon sehen, glaub mir.", sagte er und grinste blöd.)

(„Sag mal, für wie bescheuert hältst du diese Leute eigentlich? Glaubst du wirklich die beißen bei dir an?")

(„Finden wir es heraus.")

(Vermillion seufzte schwer.)

(„Okay, nehmen wir an, was auch immer du vorhast, funktioniert: Was ist dann mit mir? Wie soll ich denn an denen vorbei zum Frachter kommen?")

(„Ich gebe dir ein Zeichen, alles klar?", erklärte er und gab ihr aus der gleichen Tüte einen Taucheranzug samt Ausrüstung.)

(„Du hast in meinen Sachen rum gestöbert? Hast du denn keine Ahnung von Privatsphäre?")

(Hive zuckte mit den Schultern.)

(„Nicht die Bohne. Zieh es trotzdem an und begib dich vom Dach aus an ihnen vorbei ins Wasser. Mache einen Bogen um sie herum, wenn's nötig ist. Von dort aus tauchst du dann zum Frachter, kletterst die Sicherheitsleiter hoch und springst ans Deck.")

(Vermillion war sprachlos.)

„Hive, du…", murmelte sie, während sie an seinen Plan dachte.

(„Halte mich bitte nicht für dämlich, Vermillion. Das bin ich nicht und das weißt du besser als jeder andere.", antwortete er mit ernster Miene.)

„Du bist nicht dämlich…"

Hatte sie ihn in der Vergangenheit jemals überhaupt ernst genommen?

Sie merkte, dass sie langsam mit ihren Gedanken abschweifte und reißte sich zusammen, denn momentan gab es Wichtigeres zu tun: Die Sicherung der Fracht.

Also gut, laut Bericht gab es zwei Container, die jeweils mit einem Code versehen waren. Was die Hondo-Familie versuchen könnte, wäre zu warten, bis jemand diesen Code eingibt und somit den Container öffnet. Daraufhin wäre es ein leichtes Spiel für sie, sie umzubringen und die Ware für sich zu beanspruchen, noch bevor der Container die Ware automatisch sichert.

Die Codes an sich waren kein Problem, nur setzte der innere Schutzmechanismus bei einer einzelnen falschen Eingabe ein Gas frei, welches die Ware kontaminiert, verdampfen lässt und somit jegliche Beweise zerstört. Damit müssten sie jedoch die Mission als gescheitert erklären.

Die Container befanden sich einmal Backbord und einmal Steuerbord in der unteren Etage des Frachters. Vermillion öffnete eine kleine Luke an Deck und stieg die Leiter ins Innere des Frachters hinab. Im gesamten Frachter war keine Menschenseele, wahrscheinlich hat die Mannschaft gewusst, was ihnen drohen würde, je länger sie sich auf dem Schiff aufhielten. Alleine also, schaltete sie eine kleine Taschenlampe an und ging die einzelnen Container durch. Nach einer Weile fand sie auch den Container und sah sich nach dem Schaltpanel um.

Ein Geräusch von oben ließ sie jedoch innehalten. Dumpfe Schritte hallten leise aus dem Deck, die der Mitte des Frachters, also dort, wo sich die Luke befand, immer näher kamen.

„Verdammt.", murmelte sie und schaltete die Taschenlampe aus.

Die Luke öffnete sich und Licht erhellte einen kleinen Teil der Etage.

Vermillion sah von ihrem Versteck hinter einen der Container zu, wie mehrere Männer die Leiter nach unten kletterten und sich mit Taschenlampen im Inneren des Frachters umsahen. Unter ihnen befand sich eine Frau, die mit einer Pistole bewaffnet war; Jedenfalls war es das was sie aus dieser Entfernung ausmachen konnte.

„Es könnten zwei oder mehrere Container sein, also sucht sie gründlich ab, passt jedoch auf, keinen von ihnen zu betätigen.", befahl einer der Männer und die anderen schwärmten aus.

„Ryoko, du kommst mit mir.", sagte ein anderer und die Frau in ihrer Gruppe nickte.

Die wissen womöglich schon, dass es sich um einen Passwort geschützten Mechanismus handelt, dachte Vermillion. Diese Leute waren vorbereitet und das gab ihr Grund genug, sie ja nicht zu unterschätzen.

Sekunden vergingen und fühlten sich an wie Stunden. Die Männer suchten die einzelnen Container ab und näherten sich ihr mit jedem Augenblick.

„Da ist noch einer!", rief die Frau und zeigte auf den Container, der die Ware enthielt, direkt neben dem, hinter dem sich Vermillion versteckt hielt.

„Shit!", fluchte sie leise. Die Männer warfen die Lichter der Taschenlampen in ihre Richtung.

Aber was soll's? Es war sowieso nur eine Frage der Zeit bis sie entdeckt wurde. Sie griff in ihre Tasche und umfasste das Gerät, während die Männer sich ihr näherten.

WOMM!

Ein lauter dumpfer Knall hallte durch den Raum und brachte die Männer dazu, sich umzusehen.

„Was war das?"

„Bruder!", rief die Frau verzweifelt. Einer der Männer holte sein Funkgerät heraus.

„Shin, was ist-"

„PAKKOOO!", schrie jemand aus dem Funkgerät.

„Was, Pakko?"

„Das ist Bunta's Stimme!"

Ein weiterer dumpfer Knall.

„DIESER ARSCH HAT UNS IN EINE FALLE GELOCKT!"

„Shin!", rief die Frau erneut und klammerte sich krampfhaft an das Funkgerät in ihren Händen.

„Dieser Dreckskerl hat ihn erwischt."

War das ein Zeichen? Als würde Hive ihr etwas vermitteln wollen.

(„Jetzt oder nie!")

Vermillion atmete ruhig ein. Sie spürte, wie Wellen ihren Körper durchdringen und das Piepsen ihren Verstand übernahm.

Wiiiiieeeee…

Sie hielt das Gerät fest in ihrer Hand und rückte aus. Es kribbelte in ihrer Hand und wanderte von dort aus zur Schulter und dann zum Kopf, bis es das Gehirn erreichte. Sie nutzte das Chaos aus und startete mit einem Angriff auf den ersten, der ihr vor die Füße kam.

„DA IST JEMAND! SCHIEẞT!", schrie einer der Männer.

0.00s

–––––––––––––––––

Absoluter Flow.

Eine Linie bildete sich und eine perfekte Welle zeichnete sich vor ihr aus, die durch jeden einzelnen von ihr visuell erkannten Gegner floss.

0.63s

–––––––––––––––––

Calculate.

Der Laplacesche Teufel wurde in Gang gesetzt. Sie bekam leichte Kopfschmerzen.

Thought process: Rational.

1.42s

–––––––––––––––––

Execute.

Mit übersinnlicher Geschwindigkeit packte sie den Kopf des Mannes, der eben mit der Taschenlampe auf ihr Versteck zukam und rammte mit punktgenauer Präzision ihr gepanzertes Knie gegen seinen Schädel.

3.58s

–––––––––––––––––

„Aghkkk…"

Der Rückstoß ließ ihr Bein erzittern und ein stechender Schmerz schoss durch ihr Kniegelenk. Sie verlor für einen Augenblick bei der Landung das Gleichgewicht, konnte sich jedoch wieder fangen.

Ergebnis: glatter Schädelbruch, sofortiger Tod.

Next Target.

Der Nächste versuchte sie mit der Pistole zu treffen…

–––––––––––––––––

Calculate.

Vermillion begann leicht zu schwitzen, doch sie machte entschlossen weiter.

Thought process: Rational.

–––––––––––––––––

„FRISS DAS, DU RATTE!"

Execu-

Ein Mann schoss in einiger Entfernung mit einer Maschinenpistole auf sie. Die Kugeln flogen zwar mit etwas weniger Präzision auf sie zu, doch waren auf einen gewissen Radius zufällig verstreut.

Command cancelled.

Recalculate.

Ihre Kopfschmerzen wurden plötzlich enorm stärker und schränkten ihre Sicht ein, sodass sie kurzerhand entschied, sich hinter den Containern wieder zurückzuziehen.

Command cancelled.

Sie atmete schwer und hielt einen Eisklumpen an ihrem Kopf. Diese Kalkulationen, die ihr Gehirn in so kurzer Zeit durchmachen musste, wurden ihr langsam zum Verhängnis.

„Scheiße…", murmelte sie, vor Schmerzen stöhnend.

Ihre Schläfen pochten, ein dünner Blutfaden lief aus ihrer Nase. Schwarze Flecken tanzten vor ihren Augen, als ihr Gehirn gegen die Überlastung rebellierte.

Sie zog aus ihrer Jackentasche zwei Pistolen heraus und wechselte so unentdeckt wie möglich ihr Versteck, indem sie leise von Container zu Container abrollte. Die Männer waren ihr dicht auf den Fersen.

0.00s

–––––––––––––––––

Absoluter Flow.

Eine weitere Linie wurde gebildet und zeichnete eine perfekte Welle ab, die in einem Zickzack-Muster an den Containern vorbeiging. Sie sah jemanden mit einer Taschenlampe an der Kante des Containers auf sie zurennen.

Vermutung: Dieser Mann war bewaffnet und würde bei Kontakt sofort den Abzug drücken.

0.58s

–––––––––––––––––

Calculate.

Sie befand sich einen Meter vor der Kante des Containers. Der Laplacesche Teufel wurde erneut in Gang gesetzt. Zwei Schüsse genügen.

Thought process: Rational.

1.84s

–––––––––––––––––

Execute.

Vermillion sprang aus ihrer Deckung und landete einen Volltreffer mit beinahe unmenschlicher Genauigkeit. Die erste Kugel landete im Zeigefinger der rechten Hand des Mannes, der gerade dabei war, den Abzug seiner Pistole zu drücken. Der Zweite war ein direkter Kopfschuss.

2.62s

–––––––––––––––––

Die Kugel traf seine Stirn, ein kleines Loch öffnete sich, woraufhin ein heftiger Schwall aus Blut und Hirnmasse aus dem Hinterkopf heraus platzte.

Ergebnis: Sofortiger Tod, Gegnerischer Treffer erfolgreich verhindert.

Next Target.

Die Kopfschmerzen haben ein wenig nachgelassen, pochten aber immer noch in ihrem Kopf herum. Dennoch fühlte sie sich beinahe dem Kotzen nahe. Mit viel Mühe riss sie sich zusammen und knöpfte sich den nächsten vor.

„Kazuma?", rief einer der Männer durch den Raum.

Stille.

„Scheiße, auch das noch. Ruft die Verstärkung!"

„Sie ist eine einzelne Frau, verdammt! Was ist los mit euch?!"

„Ryoko, halte dich zurück und suche nach dem Container. Wir geben dir Rückendeckung."

„Jetzt auch das noch. Na gut, dann beeile ich mich mal.", murmelte Vermillion und konzentrierte sich.

Es sind drei Männer und eine Frau in diesem Raum. Einer von ihnen hatte eine Maschinenpistole, was nicht gut auf ihre Rechenleistung zu sprechen war. Sie wusste zwar, wie man Dinge für einige Momente ausblendet, solange sie keine höhere Prioritätseinstufung benötigen, doch diesmal war sie sich nicht sicher, ob sie die Kugeln ausblenden sollte. Es schien ihr nicht rational genug. Mit anderen Worten: Jetzt planlos da rumzurennen wäre absolut dämlich!

Entweder sie blendete die Maschinenpistole aus und kam auf die Versuchung, die Streukugeln der Waffe zu unterschätzen, oder sie erlitt das Risiko, durch Gehirnüberlastung draufzugehen.

Kurzgesagt: Es war totaler Selbstmord.

WOMM!

Eine weitere Explosion hallte dumpf durch die Halle, als würde er ihr dadurch eine Nachricht senden wollen.

(„Jetzt oder nie!", sagte Hive.)

„Ich kann nicht…", murmelte sie.

Sie erinnerte sich daran, dass sie immer versucht hatte, irrationalen Aktionen aus dem Weg zu gehen.

WOMM!

„Ich…"

(„JETZT! ODER! NIE! HAST DU MICH VERSTANDEN?!", schrie er.)

Sie stand auf und seufzte schwer.

„Und gerade deswegen…"

(„Oh bitte, spar dir das. Wir gehen da rein, killen die Bastarde, sichern die Ware und gehen wieder raus. Ganz einfach…")

(„Oh ja, natürlich. Wir zu zweit gegen 20 von denen. Super Idee. Am besten lass ich mich selber abknallen, damit es einfacher ist.")

(„Ich hätte kein Problem damit, nein.")

(„Hah, dann will ich sehen, wie du wie ein durchlöchertes Stück Käse zurückkommst.")

(„Da stimme ich dir zu, wäre schon witzig.")

„Gerade deswegen hasse ich dich…"

Vermillion hielt das Gerät schwer atmend fest in ihrer Hand und betätigte den Knopf…

Wiiiiieeeee…

„Wie lange noch, Ryoko?", fragte der Mann mit der Maschinenpistole.

Ryoko saß mit ihrem Handy vor dem Panel und versuchte damit, den Code des Containers zu entschlüsseln.

„Codebreaker braucht noch eine Weile, um die Sicherheitsvorkehrungen zu bypassen. So, wie der Mechanismus aufgebaut ist, reicht womöglich eine falsche Eingabe aus, um die Ware im Inneren zu vernichten. Gebt mir also noch mindestens zwei Minuten.", antwortete sie.

„Und was ist mit dem Code?"

„Wird auch ne Weile dauern."

„Hä, sind doch nur einzelne Nummern, oder?"

„Nein, darunter fallen auch Buchstaben."

„Und was heißt das?"

„Im Englischen gibt es 26 Buchstaben, die beliebig positioniert werden können, in Großschrift oder in Kleinschreibung. Zieht man zusätzlich noch in Betracht, dass darunter auch einzelne Zahlen sein können, kommt man auf Millionen, wenn nicht sogar Milliarden von verschiedenen Kombinationen. Das Ganze braucht seine Zeit."

„Fang mit den Zahlen zuerst an."

„Bin schon dran."

„Yusuke, ich glaube, sie kommt auf uns zu.", warnte sein Partner.

„Macht euch bereit, Leute."

–––––––––––––––––

Absoluter Flow.

Die Welle zeichnete sich plötzlich wie ein Spinnennetz in vollständig wilder Natur vor den drei Männern aus und durchdrang Yusuke zuerst.

Thought process: Irrational

–––––––––––––––––

(„Denk einfach nicht nach…")

Calculation cancelled.

Execution cancelled.

Vermillion schloss ihre Augen und konzentrierte sich nur noch auf ihren Instinkt.

–––––––––––––––––

Irrational.

Nahezu Animalistisch.

Ohne jegliche Logik.

„Chaos Theory."

–––––––––––––––––

„Hä, wo de- ääghhhh…"

KRRCKK!

Ein Stöckelschuh durchbohrte von oben das linke Auge des Mannes, während die plötzliche Wucht ihn zu Boden schlug und die Maschinenpistole fallen ließ.

„YUSUKE!"

Seine Komplizen wandten sich um und sahen ihn tot auf dem Boden liegen, während Blut aus seiner Augenhöhle zu Boden floss. Tief in seinem Schädel gebohrt befand sich der jetzt mit Blut befleckter Stöckelschuh, in dem sich ein schweres Metallteil befand.

„ZEIG DICH, VERDAMMT NOCH MAL!", schrie Kotobe.

Sie richteten die Pistolen nach oben und schossen ziellos zur Decke in der verzweifelten Hoffnung, das Ziel zu treffen.

„Nagare, sie ist da vorne!"

In einiger Entfernung stand Vermillion vor ihnen und rannte auf sie zu.

„Ist diese Bitch lebensmüde?!", rief Kotobe und eröffnete zusammen mit Nagare das Feuer auf sie.

Geschickt wich sie jeder Kugel aus und verringerte ihren Abstand mit jeder Sekunde. Sie führte einen Sprung vom Container neben sich aus und entfernte ihren zweiten Schuh vom Fuß.

Jetzt konnte sie es benutzen.

–––––––––––––––––

Absolute Flow.

Calculate.

Der Laplacesche Teufel wurde wieder genutzt.

Thought process: Rational.

–––––––––––––––––

Execute.

Sie warf den zweiten Schuh auf Ryoko's Handy und pinnte es förmlich an die Containerwand.

–––––––––––––––––

Nagare führte mehrere Schüsse auf sie aus und traf mit einen von ihnen ihre Schulter, was die Frau in der Luft vom Gleichgewicht brachte und womit sie zu Boden fiel. Sie konnte sich rechtzeitig noch zum Schutz hinter einem Container verstecken, bevor ein weiterer Schuss sie noch traf.

„Nein, ich war so nah dran!", rief Ryoko und versuchte, ihr Handy aus der Wand zu kriegen, doch das Gerät war längst hinüber.

„Ryoko, kümmer dich nicht um das Ding, sondern lauf weg!", schrie Kotobe.

„Aber Shin hat mir gesagt, dass ich…"

„Es geht mir am Arsch vorbei, was dein Bruder gesagt hat! Du verziehst dich jetzt von hier und zwar sofort!"

„Shin hat…"

„VERPISS DICH NACH OBEN, HAST DU VERSTANDEN!"

Ryoko zögerte.

Nagare machte einen Hechtsprung auf die Seite und positionierte sich zum Schutz hinter einem der Container.

„WAS STEHST DU HIER NOCH RUM?! GEH!"

Das Mädchen rührte sich nicht, sondern starrte mit Tränen zu Boden.

Kazuma…

Yusuke…

Bunta…

Pakko…

Sie alle waren tot. Ihre Familie…

Beide Seiten standen sich jetzt in einem Patt gegenüber. Niemand wagte es, aus seinem Versteck herauszukommen. Jedenfalls dachten sie das, als plötzlich…

Vermillion kam aus ihrer Seite heraus und zielte auf Ryoko, die offen vor dem Container stand und sich vor Angst nicht rühren konnte. Sie drückte ab.

„Ryoko!", schrie Kotobe und versuchte verzweifelt, sie gerade noch rechtzeitig aus der Schussbahn zu schubsen, als die Kugel genau das traf, worauf der Schuss es in Wirklichkeit abgesehen hatte.

Sie fiel zu Boden und sah zu, wie die Kugel seinen Schädel durchbohrte und Kotobe tot zu Boden fiel.

Sie wollte in Panik schreien, während sich das Blut langsam auf dem Boden verteilte, doch jemand packte sie von hinten und hielt ihr den Mund zu. Es war Nagare, der sie hinter dem Container dazu aufforderte, still zu sein.

Beide versuchten so leise wie möglich zu sein, um irgendein Geräusch aufzufassen, doch es kam nichts.

Vielleicht war sie schon an ihrer Wunde verblutet, konnte ja immerhin sein, weil Kotobe vorhin einen guten Treffer gelandet hatte.

Kotobe jetzt auch noch…

„Es ist nicht deine Schuld, Ryoko.", flüsterte Nagare.

„Du lügst doch.", schluchzte sie leise, als Tränen ihr Gesicht herunterflossen.

„Bitte hör auf zu weinen."

„Nein."

„Wenn du nicht aufhörst, gehen wir womöglich beide drauf."

Sie warteten minutenlang. Nichts geschah.

„Ryoko, komm mit.", sagte er und stand leise auf.

Sie nickte.

War es möglich, dass sie durch die Verletzung verreckt ist?

Nagare nahm einen Stein in der Nähe und warf ihn aus dem Versteck. Der Stein sprang leicht auf den Boden und blieb dann vor Vermillion's Versteck liegen.

Keine Reaktion.

„Alles klar bei euch da unten?", kam es aus dem Funkgerät.

„Das ist Karui.", flüsterte Ryoko erleichtert.

„Kommt runter, wir haben momentan ein Problem.", berichtete Nagare in sein Funkgerät.

„Verstanden."

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01:31 Uhr

Beika Hafen

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Vermillion atmete schwer, als man sie gewaltsam aus dem Frachter brachte. Ihr Bewusstsein hängte gerade noch am seidenen Faden und die Kugel in ihrer Schulter schien ihr nahezu den Rest gegeben zu haben. Ihr Kopf dröhnte und ihr Gleichgewichtsverlust brachte sie auf dem Weg dorthin mehrmals zum Brechen. Alles um sie herum war wie betrunken, verschwommen und gedämpft, als ihr das Blut aus dem Mund, Nase und ihrer Schulter tropfte.

„Hhhh…"

„Ich schlage vor, sie auf der Stelle zu töten.", hörte sie jemanden gedämpft sagen.

„Nein, wir warten auf weitere Befehle von Shin.", sagte jemand anderes.

„Gaghh…"

Sie spürte, wie man ihren schwer verletzten Körper unsanft auf den harten Boden warf und sie sich die Nase einschlug.

Dann spürte sie harte Tritte auf ihrem Rücken.

„Du dreckige SCHLAMPE!", schrien die Männer, während mehrere gewaltsam mit ihren Schuhen auf sie herum traten.

„TÖTET SIE!"

„SCHNEIDET IHR DEN HALS AUF!"

Vermillion wurde an ihren Haaren hochgezogen und verspürte einen stechenden Schmerz im Magen, als jemand ihr mit Anlauf in die Magengegend kickte.

Sie würgte erneut und ging zu Boden.

„Lasst sie. Wir sind nicht diejenigen, die über ihren Tod entscheiden.", sagte Nagare.

Einer spuckte auf sie.

Ein anderer zog seine Hose runter und pinkelte auf ihren Kopf. Wieder andere lachten über seinen Vorschlag.

„Wir lassen sie am Leben, solange Shin noch mit dem Typen beschäftigt ist.", fügte Karui hinzu.

„Du hast Glück, du Drecksschwein!", sagte einer der Männer und gab ihr einen letzten Tritt in die Hüfte.

Mit letzter Kraft hob Vermillion den Kopf gen Lagerhalle, welches Lichterloh brannte.

„Ha… hhhh… Hi-... Hive…", brachte sie heraus.

„Ich finde Ryoko verdient die Ehre sie abzuknallen, was sagt ihr, Leute?", schlug einer vor.

Einige grölten zustimmend.

„Du schaffst das, Schwester!"

„Mach 'n Kopfschuss!"

„Blas ihr die Lichter aus!"

„Huh?", murmelte Ryoko überrascht.

„Keine schlechte Idee, muss ich sagen.", sagte Karui.

„Hive…"

Das Feuer spiegelte sich tanzend in ihren Augen wider. Sie sah in der Ferne zwei verschwommene Silhouetten, die sich gegenüber standen.

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„Du hast es dir schön leicht gemacht, uns blöd dastehen zu lassen, wie?", sagte Shin und wischte sich das Blut von der Nase. Hinter seinem Gegner befand sich seine Pistole, die er ihm bei einem Überraschungsmanöver aus der Hand geschlagen hatte.

„Ich gebe mir keine Mühe, alles passiert, wie es passieren sollte.", antwortete Hive, warf sein Messer hinter sich und nahm eine Kampfposition ein.

„Du glaubst also das Schicksal hat dich dazu bestimmt dich mit mir zu messen? Wie kindisch."

Hive wurde ernst.

„Als ob du davon eine Ahnung hast.", murmelte er.

Die Flammen umringten sie, fast wie bei einer Arena.

„Ich werde nicht zulassen, dass du an mir und meiner Familie vorbeikommst.", versprach Shin und nahm auch eine Kampfstellung ein.

„Halt einfach deine Fresse und KÄMPFE!"

„RRAAAAHHH!"

Shin lief auf ihn zu und visierte seinen Hals an.

Sein Gegner wich aus. Konterte mit einem Schlag in die Magengrube.

Shin musste ein paar Schritte Abstand halten, um sich vom Schlag zu erholen.

Hive war schneller und startete eine Abfolge an Schlägen rund um seine Kopfgegend.

Der erste Schlag traf zwar seine Stirn, aber die meisten Schläge trafen zu Shin's Glück seine Arme, die er rechtzeitig zum Kopfschutz hochhielt. Das gab ihm genug Zeit, nach einer Öffnung zu suchen, die er gleich darauf auch fand.

Er wich dem nächsten Schlag von links aus und beugte sich. Dann packte er ihn mit beiden Armen am Becken und rammte seinen Körper an einer brennenden Holzkiste, die in mehrere scharfe Holzpfeiler zerberstete. Mit der Schulter stieß er ihm beim Aufprall zusätzlich in die Rippen.

Hive keuchte. Das gab Shin erneut eine sehr kurze Zeit, um seine Abfolge an Schlägen auszuführen.

„Zu Langsam!", schrie er und setzte es fort, mit all seiner Kraft die gottverdammte Scheiße aus ihm rauszuprügeln. Ein Gefühl, als würde man ganz alleine gegen eine Flut von Steinhagel kämpfen.

Doch bevor einer der Schläge einen weiteren Treffer machen konnte, hielt Hive seinen Arm fest. Daraufhin reagierte Shin schnell und warf ihn über seinen Rücken, sodass er mit seinem Gewicht auf den Boden krachte und sich dort den Kopf anstieß.

„Gaagkkkhh…"

„Du hast es mir ordentlich gezeigt, das muss ich zugeben.", sagte Shin entschlossen und machte sich auf den Weg zu seiner Pistole.

Hive stand auf und rieb sich den Kopf.

„Hah…"

„Oh, du stehst schon auf? Ich dachte, ich hätte dir schon deine letzten fünf Hirnzellen abgetötet."

„Glaubst, du wärst wohl witzig, was? Du kannst nichts töten, was NIE EXISTIERT HAT!", rief Hive und stürzte sich auf ihn, bevor er überhaupt an die Pistole rankam. Stattdessen spürte Hive etwas anderes. Einen Stich in der Brust.

Das Messer, welches er vor einer Minute, wie der selbstsichere Vollidiot der er war, hinter sich geworfen hatte, wechselte nun seinen Besitzer. Der Stich war tief und reichte durch seine Kleidung fast bis an sein Herz.

„Mnnn…"

Doch Hive grinste über alle Ohren.

Ein Schock fuhr Shin über den Rücken. Was war das für ein Gefühl?

Er schrie laut auf und versuchte das Messer tiefer in seine Brust hinein zu rammen. Bemerkte es zu spät, sah etwas auf sich zukommen und kassierte ein ganzes brennendes Holzbrett ins Gesicht. Das Brett zerberstete und hinterließ brennende Splitter, die sich in seine Augenlider, Lippen, Wangen und seine Nase verteilten.

„Gaaahhh…!"

Der Aufprall war so heftig, dass es sein Gehirn erschütterte und ihn erst einmal rückwärts taumeln ließ.

„SHIN!", riefen seine Mitglieder und waren bereit über die Flammen zu springen, um ihm aufzuhelfen, doch Shin hielt sie auf.

„DIESCHER KAMPF ISCHT MEINER UND MEINER ALLEIN!", schrie er. Blut lief aus seiner zertrümmerten Nase und ihm fehlten mehrere Zähne. Sein Gesicht war beinahe verbrannt und war wegen der Hitze an einigen Stellen sogar leicht angeschwollen. Er konnte vor lauter Schmerzen nicht einmal seine Wangen spüren.

„Genau, lasst ihn alleine hier sterben!", rief Hive spöttisch rüber.

„Du hältscht deinen verschischenen Rand, kapiert?", fauchte ihn Shin an und spuckte ein paar weitere Zähne aus.

„Wir wissen sowieso, wie der Kampf enden wird, also bringen wir es endlich mal hinter uns. Schließlich muss ich mich noch um den Rest deiner Leute kümmern. Ich hab es langsam leid."

Rest seiner Leute?

Ryoko…

„Du… WILLSCHT DU MICH VERARSCHEN?!"

Shin riss sich zusammen und stürzte sich auf ihn.

„SO LOB ICH MIR DAS, KOMM HER!"

Als Hive zum Schlag ins Gesicht ansetzen wollte, duckte er sich stattdessen reflexartig und führte von unten einen sauberen Beinfeger aus, der seinen Gegner zum Fallen brachte.

Was würde ihr geschehen, wenn dieser Abschaum sie in seine Finger bekam? Als ihm das Bild für einen Augenblick in den Sinn kam, verlor er endgültig den Verstand.

„FINGER WEG VON MEINER FAMILIE,…", schrie Shin.

Mitten im Fall stützte er sich mit den Händen ab, machte mit ihnen eine vertikale Drehbewegung und traf seinen Schädel von der anderen Seite mit dem Innenspann seines Schuhes…

„Eughh-"

„…DU VERDAMMTER BASCHTARD!"

WAMM!

…, sodass er in einer sekundenschnellen Bewegung die Fallrichtung wechselte und mit mehreren Kapriolen in der Luft nach hinten flog. Hive krachte gegen einen der brennenden Holzpfeiler mit so einer Wucht, dass dieser Pfeiler seinen Nacken durchbohrte und von der anderen Seite heraus schaute, während Blut aus seiner Wunde spritzte.

KRCKKS!

„UUAAAGGHKK…!"

Shin wollte wieder aufstehen und bemerkte, dass sein Knöchel durch den Aufprall mit seinem Schädel gebrochen war.

„Scheiße…", murmelte er und wischte sich den Schweiß von seiner Stirn.

Sein Gegner steckte mit dem Hals im Holzpflock fest, aber noch war er nicht tot. Erst jetzt bemerkte Shin die Pistole, die hinter ihm gelegen hatte. Er hob sie auf und nahm sie in die Hand.

„Schieß.", hörte er jemanden sagen. Shin hielt inne und sah sich um.

Hive starrte ihn an, langsam keuchend, als würde er aus dem letzten Loch pfeifen.

Shin zielte und setzte zum Kopfschuss an. Doch bevor er auch nur daran denken konnte abzudrücken, passierte etwas, was er von einem Gegner nie erwartet hätte.

Hive, leise schnaufend, begann zu lachen und es war eines der ekelhaftesten, verstörendsten und markerschütterlichsten Geräusche, die ein Mensch jemals von sich geben würde. Es war kein Lachen mehr, sondern fast ein röhrendes, krächzendes Lallen, gemischt mit einem heulenden Wasserkocher, (auf welche sonst nur ältere betrunkene Kettenraucher kommen könnten).

Shin blickte angewidert auf das Spektakel vor ihm…

„Du bist wahrhaftig zum Kotzen."

…und drückte ab.

BANG!

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01:39 Uhr

Beika Hafen

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BANG!

Das Funkgerät meldete sich.

„Ich hab ihn. Er ist tot."

„Was?", rief einer der Männer.

„Das ist unser Shin!", johlte ein anderer.

„Hast du das gehört, Ryoko! Auf Shin kannst du dich immer verlassen!"

„So macht man das, Shin!"

„Dieser Scheißkerl ist tot, Shin hat ihn umgebracht!"

„Es ist vollbracht, Leute. Beenden wir es.", kam es aus dem Funkgerät.

„Nein…", murmelte Vermillion verwirrt und verzweifelt, als die ganze Yakuza-Bande um sie herum anfing zu jubeln und sich gegenseitig abzuklatschen.

„Gute Arbeit, Shin! Wir sind stolz auf dich!"

„SHIN! SHIN! SHIN! SHIN!"

Andere Mitglieder stimmten mit ein.

„SHIN! SHIN! SHIN! SHIN!"

„Was…?", gab sie von sich.

Das konnte nicht wahr sein. Wie war das nur möglich? Tränen flossen ihre Wangen hinunter, als sie auf dem Boden lag und fassungslos auf das Lagerhaus starrte. Sie konnte es nicht glauben. Hive konnte nicht einfach so verlieren, oder? Nein, es war unmöglich…

„SHIN! SHIN! SHIN! SHIN!"

„Schaut mal, da kommt er!"

Eine dunkle Silhouette zeichnete sich im Eingang des Lagerhauses ab, die auf sie zukam. Er schien irgendetwas in der Hand zu haben.

„Was trägt er da eigentlich bei sich?", fragte einer.

„Jetzt wo du es sagst, ja, er trägt schon etwas bei sich."

„Warte mal, hält der ihn an den Haaren, oder spinn ich?"

„Heilige Scheiße, hat er ihn geköpft?"

„Krass, unser Boss hat von Anfang an Recht gehabt. Shin macht echt keine halben Sachen."

„Du bist Klasse, Shin!"

Ryoko wirkte erleichtert und ein wenig besorgt, als sie den Kopf in seiner Hand sah. So brutal und skrupellos hatte sie ihn nie erlebt. Generell war es das erste Mal, dass sie ihr Zuhause verlassen hatte und mit ihrem Bruder einen Auftrag erfüllte, aber auch das war schon genug, um ihr den kalten Schauer über den Rücken zu laufen. Immer hatte sie ihren Bruder als streng, aber auch nett in Erinnerung behalten, ganz im Gegenteil zu den Geschichten, die ihre Familienmitglieder in ihrer Jugendzeit über ihn erzählt hatten. Doch sie konnte diesen Geschichten damals keinen Glauben schenken, weil sie es selbst nicht fassen konnte, dass ihr Bruder so eine Seite in sich hatte. Und jetzt…

Jetzt glaubte sie ihnen jedes einzelne Wort.

„SHIN! SHIN! SHIN! SHIN!"

Der Mann hielt den Kopf seines enthaupteten Gegners an den Haaren und stampfte unaufhaltsam weiter in die Mitte.

Dann blieb der Mann in Schwarz vor ihnen stehen.

„Shin, der Kampf war unglaublich!"

„Absolute Meisterleistung!"

Der Mann demonstrierte schweigend den Kopf seines Opfers und hielt sie vor sich. Die Menge um ihn verstummte sofort. Mit einer Handbewegung warf er den Kopf vor ihnen zu Boden.

Ein unklares Raunen ging durch die Runde und selbst Vermillion, die auf dem Boden lag und wie jeder andere hier versammelt war, konnte in der Dunkelheit das Gesicht nicht erkennen.

WAMM!

Für einen Augenblick explodierte es vom Lagerhaus und der Windstoß wehte an der Silhouette des Mannes vorbei.

Der daraus resultierende Lichtblitz erhellte das Gesicht des enthaupteten Mannes und jeder erkannte es sofort. Auf seiner Stirn befand sich ein tiefes Schussloch, das durch seinen Kopf ging.

Dieser Augenblick war genug, um die gesamte Mannschaft in eine regelrechte Schockstarre zu versetzen. Ryoko war die Erste, die sich meldete.

„SHIN!"

„DAS IST SHIN!"

„TÖTET DIESEN WICHSER!"

„DAFÜR BEZAHLST DU MIT DEINEM LEBEN!"

Die Meute war außer sich. Einer von ihnen behielt jedoch auch in dieser Situation einen klaren Kopf.

„Das reicht jetzt.", sagte Izami und zerrte Ryoko mit sich zum nächsten Wagen. Sie wehrte sich und versuchte sich von seinem Griff loszureißen.

„ABER SHIN! ER… ER…"

„Es wird zu gefährlich für dich. Es ist besser, wenn du jetzt mit mir wegfährst."

„BRUDER!"

„Du kommst jetzt mit, verdammte Scheiße! Agh-"

Sie schlug ihn mit dem Ellenbogen ins Gesicht, doch Izami blieb standhaft und griff härter an ihren Arm.

„AUAAAHH! LASS MICH LOS, DU TUST MIR WEH!"

Er öffnete die Hintertür des Wagens und warf sie gewaltsam in den Sitzraum. Sofort wollte sie entkommen, doch Izami schlug die Tür vor ihrer Nase zu. Sie versuchte die Tür zu öffnen, aber alle Mühen waren vergeblich. Die Kindersicherung war eingeschaltet und alles, was ihr noch übrig war, war an die Fensterscheiben zu hämmern.

„BRUDERHERZ!"

Das brachte auch nichts, denn der Mann stieg in den Fahrersitz, startete den Wagen und drückte aufs Gaspedal. Sie konnte nur noch mit Tränen in den Augen zurücksehen, als der Wagen wegfuhr.

Währenddessen warf Hive seinen Mantel ab und zeigte sein Gesicht. Auf seiner Stirn befand sich ein verbrannter Hautfleck.

„AUF IHN!"

„BRINGT IHN UM!"

Einige Männer nahmen Maschinenpistolen und feuerten unaufhaltsam auf ihn. Hive wich gekonnt aus und verringerte schnell ihren Abstand, während er auf die Männer zu rannte. Einer nach dem anderen wurde niedergemetzelt und ihre schmerzerfüllten Schreie füllten den sonst ruhigen Nachthimmel.

War sie wirklich froh ihn zu sehen? Sorgte sie sich so sehr um ihn?

(„Du weißt doch, was der alte Cheng gesagt hat. Hab Vertrauen in mich.")

„Hive…"

Vermillion merkte, wie ihre Sicht verschwand und immer schwammiger wurde. Die stechenden Schmerzen in ihrer Schulter waren unerträglich und machten ihr das Atmen schwer. Schließlich verlor sie durch den Blutverlust ihr Bewusstsein.

– Kapitel 31 ENDE –