FORTSETZUNG….
Am frühen Abend kam ich im Zimmer der Herberge wieder zu mir. Zack saß mir gegenüber auf seinem Bett. Ich setzte mich auf und schaute zu Boden.
"Tifa geht es gut, keine Sorge.", begann Zack zu erzählen.
"Wäre ich doch nur ein SOLDAT..."
Ich schämte mich für mein Versagen und Zack war ungewöhnlich still. Es muss irgendwas im Reaktor passiert sein.
"SOLDAT ist wie eine Monsterhöhle. Bleib ihr fern.", versuchte er mich umzustimmen. Darauf hin fragte ich ihn was passiert sei.
Er druckste etwas herum, aber begann doch etwas zu erzählen.
"Weiß auch nicht...Ich dachte, ich wüsste es, aber..."
Er wirkte zerstreut und müde und warf sich daraufhin aufs Bett.
"Kennst du Tifa eigentlich?", fragte Zack mich nun.
Ich wendete mich leicht von ihm weg, da es mir unangenehm war, darüber zu sprechen.
"Kann man so sagen..."
"Mit ihr schon gesprochen?"
"Nein..."
Zack setzte sich leicht auf und versuchte mir Mut zu machen.
"Scheint mehr dran zu sein... Nicht locker lassen, Mann!"
Verdammt diese Situation war mir so unangenehm. Am liebsten hätte ich mich total im Erdboden verkrochen.
"Toller Ratschlag, was?"
Die ganze Stimmung war betrübt. Selbst Zack wusste nicht mehr so genau, was er wollte.
"Bein bei SOLDAT... Ich kämpfe nur noch. Lösungen finden andere. Was ist los? Wer ist der Feind? Mir ist das gleich!"
Er war völlig außer sich und griff nach seinem Panzerschwert und nahm eine Kampfhaltung ein. An dieser Stelle lastete so viel auf seinen Schultern. Daraufhin hielt er sein Schwert fast betend an seine Stirn und schloss die Augen, um dann noch einmal tief durch zu atmen.
"Hey Zack, dein Schwert ist echt beeindruckend, gefällt mir.", bewunderte ich ihn. Für einen kurzen Moment wirkte er abwesend, als ob er sich an etwas erinnerte. Sehr wahrscheinlich an Angeal. Daraufhin schaute er intensiv auf die prachtvolle Klinge seines Schwertes
"Dies ist das Symbol meiner Träume und Ehre. Nein...Es ist mehr. Richtig... Fast hätte ich's vergessen."
Während er sprach und seine Klinge ansah, fingen seine Augen wieder klarer an zu sehen.
"Danke Cloud."
'Danke? Wofür? Habe doch nichts gemacht.'
Er stellte sein Schwert wieder an die Seite.
"Genau! Ich schlaf erstmal eine Runde!"
Er machte kurz einige seiner Kniebeugen und schmiss sich daraufhin aufs Bett. Es war sehr erstaunlich, wie schnell er einschlafen konnte. Kurz darauf legte ich mich auch schlafen.
Am nächsten Morgen waren Zack und Sephiroth schon früher verschwunden. Sicher hatten sie mich schlafen lassen wegen dem Trubel am gestrigen Tag. Ich dachte darüber nach, was Zack mir gestern Abend geraten hatte. Meinte er es ernst, dass auch Tifa Interesse hätte? Dass ich dran bleiben soll, sie wirklich aufsuchen soll und mit ihr reden soll? Würde er mich begleiten, wenn ich ihn fragen würde? Ich wusste es nicht.
'Aber meine Mama, sie sollte ich vielleicht wirklich besuchen.'
Also machte ich mich frisch, schlüpfte in meine Uniform, nahm meinen Helm unter den Arm und schaute noch einmal in den Spiegel. Was ich sah, stimmte mich traurig. Ich war wirklich nicht stolz darauf, nur diese nichtssagende Uniform zu tragen. Die eines einfachen Soldaten der untersten Schiene. Ein Fußabtreter aller anderen.
Enttäuscht über mich selbst, zu nichts besserem fähig zu sein, setzte ich meinen Helm auf und machte mich auf den Weg. Innerlich bereitete ich mich schon auf das Gespräch mit meiner Mutter vor.
Draußen schaute ich hoch zum Wasserturm. Einst war dort mein Lieblings Platz. Unsicher ließ ich meinen Blick weiter durch die Dorfmitte streifen und hoffte, Tifa nicht zu erspähen. Es muss nicht sein das sie es mitbekommt das ich meine Mutter besuche.
Ich stand vor der Tür meiner Mutter und schaute sicherheitshalber noch einmal um mich herum, ob wirklich die Luft rein war. Es war keine Tifa in Sicht.
Gut.
Klopf, klopf, klopf
Ich atmete einmal tief ein, als ich Schritte vernahm. Sie war also zu Hause. Kurz darauf öffnete sie die Tür und spähte durch den Spalt, überrascht Besuch zu bekommen.
"Guten Tag, wie kann ich helfen?", fragte sie unsicher.
"Entschuldigung, dürfte ich rein kommen?", fragte ich sie und neigte meinen Kopf nach unten. Sie schaute mich irritiert an, aber sie gewährte mir Einlass. Also ging ich hinein.
Sie schloss die Tür hinter mir und sagte kein Wort. Sicherlich musterte sie den für sie fremden Mann in Uniform. Ich stand da im offenen Wohnzimmer und ließ meinen Blick hindurch schweifen. Genauso die Treppe, die nach oben führt.
"Cloud? Bist du es etwa?", fragte sie, während sie sich in meine Blickrichtung drängte. Sie hat mich tatsächlich erkannt. Also nahm ich meinen Helm ab.
"Hey, Mama.", begrüßte ich sie nun und versuchte ein leichtes Lächeln über die Lippen zu bekommen, aber ich hielt meinen Blick trotzdem gesenkt.
Sie zog hörbar die Luft tief ein, denn sie war wirklich überrascht mich zu sehen.
"Mein Gott Cloud, sieh dich an. Aus dir ist ein Mann geworden."
Sie klang stolz und konnte nicht anders als mich von allen Winkeln begutachten.
"Wie geht es dir? Erzähl mir, isst du auch gut? Sicher laufen dir die Mädchen reihenweise hinterher."
Sie kam gar nicht mehr raus aus ihrem Redefluss. Ich schmiss mich lässig auf die Couch und schloss die Augen.
"Hm, nicht wirklich."
"Obwohl ich glaube, eine etwas ältere und reifere Frau würde besser zu dir passen. Dann müsste ich mir keine Sorgen machen."
Sie begann zu erzählen, was sie die letzten Wochen erlebt hatte. Sie war einfach wie immer. Ihr Mund stand selten still. Sie war immer sehr gesprächig.
"Oh du musst Tifa unbedingt besuchen. Sie wird sich bestimmt sehr freuen dich zu sehen."
"Tifa sollte am besten nicht wissen, dass ich hier bin.", zischte ich ihr ins Wort, so dass sie überrascht leicht zusammen zuckte. Mit weit aufgerissenen Augen schaute sie mich an, konnte meine Reaktion auf Tifa nicht so ganz verstehen. Sie kannte meine Zuneigung zu Tifa. Daher war sie gerade so überrascht.
"Gut, sicher hast du deine Gründe, die ich gerade nicht verstehe, aber ich respektiere deine Entscheidung und werde ihr nichts verraten."
"Tut mir leid Mama, ich wollte dich nicht anfahren. Aber es ist im Augenblick besser so."
"Schon gut. Aber ich bin so froh dich zu sehen. Komm mal her und lass dich knuddeln.", sagte sie, während sie schon auf mich zukam und mich drückte. Ich hatte nicht mal die Chance, mich zu wehren. Aber ich wollte es auch ehrlich gesagt nicht. Es tat gut, von ihr so umarmt zu werden.
"Mama, ich bin leider nicht bei SOLDAT."
Sie ließ etwas locker und schaute mich fragend an.
"Du bist ein Soldat. Was willst du mehr? Ich bin so stolz auf dich, was aus dir geworden ist. Sieh dich an. So ein stattlicher, gut aussehender junger Mann. Ich wüsste nicht, was eine junge Frau mehr möchte."
Ihre Worte klangen unglaublich gut. Aber es sind Worte, die jede stolze Mutter ihrem Sohn erzählen würde.
"Wenn du möchtest, kannst du dich gerne hier ausruhen. Wenn du natürlich Zeit dafür hast. Ich muss noch eben kurz was einkaufen. Hatte vor deinen Lieblings Eintopf zu machen. Vielleicht möchtest du zum Essen bleiben?"
Ich lächelte ihr zu.
"Sehr gern. Dürfte ich einen Kameraden einladen, der hier mit isst? Ich würde ihn dir gerne vorstellen."
Ihre Augen strahlten, als ich Ihre Einladung zum Essen zu bleiben annahm.
"Natürlich. Ich würde mich freuen, Freunde von dir kennenzulernen."
"Gut.", nickte ich ihr zu und nahm sofort mein Handy in die Hand, um Zack zu schreiben. Sie verschwand durch die Tür.
Also schrieb ich Zack eine Einladung, bevor ich meine Augen schloss.
Als ich wieder aufwachte, war meine Mutter zurück und stand wie immer in der Küche und schnibbelte das Gemüse.
"Hast du das auch gehört?", fragte ich sie, denn auch sie schaute aus dem Fenster. Sie nickte.
"Was ist da draußen nur los?", fragte sie besorgt und wollte grad zur Tür.
"Warte, bleib du lieber hier. Ich werde schauen, was da draußen los ist.", hielt ich sie auf, während ich meinen Helm auf setzte und durch die Tür verschwand. Der Himmel war Rot. Der Geruch von Rauch lag in der Luft. Etwas stimmte nicht. Einige Bürger rannten panisch durch die Gassen.
"Er ist verrückt geworden! Bringt euch in Sicherheit!", riefen sie. Einige Häuser am Rand des Dorfes waren Lichterloh am Brennen. Ich rannte einfach in die Richtung, aus der das Feuer kam, in der Hoffnung helfen zu können. Panik herrschte überall. Sie schrien. In einigen Häusern, die brannten, befanden sich Leute. Ich zog meinen Kraken tief ins Gesicht und rannte hinein, um ihnen zu helfen. Ich schaffte es, eine Frau mit zwei Kindern rauszuführen. Doch das Ausmaß, das das Feuer annahm, war immens.
'Was ist passiert? Wer hatte dieses Feuer gelegt?'
"Er ist wahnsinnig geworden! Er wird uns alle töten!" schrien sie wieder.
'Wen meinten sie den?'
"Man hätte ihn nie herholen dürfen!"
Ich drehte mich um und schaute mich um und sah das Elend Das Feuer breitet sich nun auf das ganze Dorf aus.
'Mama...'
Der Gedanke an sie ließ mich zurück nach Hause laufen. Doch auch das Haus meiner Mutter stand mittlerweile Lichterloh in Flammen. Ich hörte nur noch schreie. Überall um mich herum. Ich wollte die Tür öffnen, um meine Mutter dort rauszuholen, bis sie plötzlich selber aufsprang. Doch es gab keinen Weg mehr dort rein zu kommen. Das Haus stand voll und ganz in Flammen.
'Nein! Mama!'
Es war zu spät. Mir blieb nur zu hoffen, dass sie das Haus schon vorher verlassen hatte. Ich sackte zu Boden geschockt vom ausmaß was hier gerade geschah. Das gesamte Dorf stand in Flammen. Plötzlich sah ich Sephiroth, wie er das Dorf Richtung Reaktor verließ.
'Warum scherte er sich nicht um die Sicherheit der Leute hier. Warum haute er ab?'
Ich stand auf und wollte ihm folgen, da sah ich, dass Zack ihm schon auf den Fersen war. Wie es schien war auch er überrascht über Sephiroth Verhalten. Ich überließ Zack erstmal Sephiroth und ich versuchte hier im Dorf zu helfen. Einige Männer rannten schon mit Eimern voll Wasser und versuchten das Feuer zu löschen. Ich klinkte mich ein und begann das Gleiche zu tun, bis ich den Bürgermeister Zander auf einem der Wege am Boden liegen sah. Ich nahm meinen Helm ab und kniete mich zu ihm. Er sah übel aus. Man hatte ihn geköpft. Der Anblick ließ meinen Magen rebellieren.
Als ich einigermaßen wieder gefasst war, durchdrang mich nur ein Gedanke.
'Sephiroth!'
Ich blendete alles um mich herum aus und machte mich auf den Weg zum alten Reaktor. Dort angekommen, ging ich hinein. Was ich vorne an sah, ließ mich stocken.
"Tifa!"
Reglos lag sie am Boden.
'Was macht sie hier? Warum ist sie hier?'
Ich ging zu ihr auf die Knie und sah überall Blut. Sie hielt ihre Hand über ihre blutende Wunde. Aber sie atmete. Ich nahm sie auf die Arme und trug sie unter Tränen von der Stelle.
"Dabei hattest du doch...versprochen zu helfen...wenn ich mal in Not bin.", sprach sie die Worte kaum hörbar aus.
'Es tut mir leid, Tifa, ich habe versagt. Ich habe in allem versagt.'
Ich legte sie beiseite ab und strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht.
'Bitte Tifa, halte durch.'
Ich hoffte es so sehr, dass sie es schaffen würde. Ich nahm meinen Mut zusammen und stand am Ende der Treppe.
Sephiroth befand sich dort oben.
"Cloud... Erledige Sephiroth...", erklang die Stimme von Zack doch ich sah ihn nirgends. Ich schaute mich um und sah sein Panzerschwer am Boden liegen und auch ihn selber entdeckte ich dann. Er Lag auf den Stufen der Treppe. Auch er war Sichtlich am Ende. Er musste mit Sephiroth gekämpft haben. Ich nickte ihm zu, nahm sein Schwert worauf er mir zustimmte.
Fest entschlossen, ihn zu erledigen, rannte ich schreiend die Treppe hinauf.
Im Raum hinter dem Durchgang, wo drüber groß JENOVA stand, stand Sephiroth auf dem Podest vor der großen Glaskapsel, in der sich die Überreste Jenovas befanden. Völlig in Trance schaute er der Frauen ähnlichen Kreatur hinauf.
"Mutter, endlich bin ich hier.", faselte er und wirkte komplett besessen. Er war wirklich nicht mehr der Sephiroth, den ich noch vor zwei Tagen kannte.
"Du hast meine Mutter und Tifa getötet! Und das Dorf in brand gesetzt!", schrie ich ihn an.
Langsam drehte er sich zu mir um und lachte seltsam dabei.
"Ich bin der Auserwählte. Schon bald werde ich über diesen Planeten herrschen.", begann er zu predigen. Er war wirklich nicht mehr er selbst. Es war nicht Sephiroth, der dort zu mir sprach. Irgendwas anderes übernahm seine Kontrolle.
"Dabei haben wir dir alle vertraut... Aber du bist nicht länger der strahlende Held, den wir einst kannten!"
Wieder rannte ich schreiend auf ihn zu und hielt das Panzerschwert ihm entgegen. Auch er kam blitzschnell mir entgegen und hielt sein Masamune mir entgegen. Es ging verdammt schnell und in meiner Raserei hatte ich nicht aufgepasst, da spürte ich nur noch einen heftigen Schmerz in meiner Brust und hing wie ein Schaschlik an seinem Masamune.
"Provozier mich nicht!", hörte ich ihn nur noch knurren.
