XXVI

Wiedersehen alter Freunde

M:'schnäuzt die Nase und wischt sich Tränen aus dem Gesicht.' "Ist das traurig. Ich weiß nicht was ich sagen soll. Am liebsten würde ich dich drücken. So viel Leid und Schmerz. Seinen gefundenen Seelenverwandten auf diese Art zu verlieren. Es zerreißt mir mein Herz."

C:'versucht auch unbemerkt ein paar Tränen aus den Augen zu wischen.' "Danke für dein Mitgefühl. Es stimmt mich noch immer sehr emotional, wenn ich an diesen Moment zurückdenke. Doch es gab eine Zeit, wo ich diese Erinnerung verdrängt habe."

M:"Hat Tifa dir da wieder geholfen, diese Erinnerung wiederzufinden?"

C:'lächelt' "Ja, ganz genau. Jede meiner wieder gewonnen Erinnerungen ist ihr Verdienst. Ich war wirklich durch all die Dinge, die passiert waren, so gebrochen, dass ich wie eine leere Hülle war. Um es in Sephiroth's Worten zu sagen, 'eine willenlose Puppe'. Deshalb konnte er mich ja leider so manipulieren. Naja, um genau zu sein, nicht er, sondern Jenova. Dadurch, dass ich ja einen Teil ihrer Zellen in mir trage, gelang es ihr dadurch leichter. Ich muss zugeben, es gibt noch immer Zeiten, in denen ich noch immer davon geplagt werde. Aber ich lerne auch dank Tifa und den Kindern immer mehr damit umzugehen.. Sie sind mein Anker, mein Halt, wenn ich drohe, mich wieder zu verlieren. Ich habe lange gebraucht, es einzugestehen und es wahr zu haben, dass ich nicht immer der Starke sein kann und auch nicht sein muss. Auch ich darf Schwäche zeigen und auch zulassen.

Wie sagt Tifa es immer…? 'Es ist menschlich.'

Auch Aerith sagt dies immer..." 'wirkt kurz abwesend und schaut zur Seite, als ob jemand neben ihm stehen würde.'

"Oh, Verzeihung war kurz abgelenkt."

M:"Okay...alles gut. Sind wir gerade nicht alleine hier?" 'ist irritiert und schaut sich fragend um'

C:'lacht über die Unsicherheit des Moderators' "Nein, wer sagt denn, dass wir alleine sind? Außerhalb dieser Kabine des Studios sind doch deine Kollegen die zuhören. Oder was genau meinst du?"

M:"Ist Sie oder Er gerade hier anwesend?"

C:"Wen meinst Du? Aerith und Zack?"

M:'nickt und schaut sich wieder fragend um'

C:'lächelt und spottet etwas über das Verhalten seines Gegenübers' "Tja, wer weiß das schon. Aber nein, ich kann dir versichern, hier gerade in der Kabine sind wir beide alleine."

M:" Okay... Wie ging es weiter? Bist du dann direkt nach Midgar und bist dort dann gelandet und hast Tifa getroffen?"

C:"Nein. Ich irrte noch eine ganze Zeit lang planlos umher. War ne scheiß Zeit. Aber ich muss gestehen, ohne die SOLDAT-Fähigkeiten hätte ich dies nicht überlebt. Und das Panzerschwert war mir eine große Hilfe. In der Zeit habe ich erst herausgefunden, wozu ich fähig war. Ich habe verschiedene umherliegende Orte entdeckt und auch erstmals richtig gelernt, Materia einzusetzen. Ich würde behaupten, dass mich diese Zeit geprägt hat und mir gezeigt hat, was es heißt, alleine klarzukommen und zu überleben."

M:"Wie lang war diese Zeit, bis du auf Tifa trafst?"

C:"Puh, lass mich mal überlegen, das müssen ca. 2 Monate gewesen sein. Tut mir leid, ich hatte da echt kein Zeit Gefühl. Viel Leute, die auf mich trafen, machten einen großen Bogen um mich. Ich wirkte wohl nicht menschlich. Ich würde behaupten, sie fürchteten sich etwas."

M:"Kann ich mir vorstellen. Du wirkst ja noch immer sehr respekteinflößend, wenn man dich so auf der Straße trifft. Allein deine Waffen, die du mit dir trägst."

C:'schmunzelt beim Kompliment seines Auftretens' "Danke, das ist mir auch sehr wichtig, dass es so ist. Denn ich zeige mich nicht gern jedem verletzlich."

M:"Aber deine engsten Leute wissen, dass es nur eine Fassade ist. Frei nach dem Motto 'Der beißt nicht, er sieht nur so aus.'"

C:"So siehts aus. Immerhin bin ich für die Sicherheit von Tifa, Marlene und Denzel verantwortlich. Wenn Ihnen etwas geschehen würde, würde ich es mir nie verzeihen. Ich habe ja schon bereits für mich sehr wichtige Personen verloren, weil ich nicht fähig war, sie zu schützen. Enttäuschenden."

M:'merkt, dass Cloud in Selbstzweifel verfällt' "Hey, du solltest dir aber nicht die Schuld für den Tod deiner Freunde geben. Zack hatte selbst entschieden, diesen Weg zu gehen. Genau so auch Aerith. Niemanden trifft irgendwelche Schuld."

C:"Danke für deine netten Worte. Diese bekomm ich immer wieder zu hören... "

Ein kurzen Moment herrschte Stille.

M:"Lass uns das Thema wechseln. Wie war das Aufeinandertreffen mit Tifa?"

C:"Du hast recht. Ich erzähle einfach mal weiter."

Nach wochenlangem Umherirren und Durchkämpfen des Ödlands, erreichte ich die Slums von Sektor 7. Mein Gedanke, nach Midgar zu kommen war der Zug. Also schleppte ich mich völlig müde und angeschlagen zum Bahnhof und ließ mich am Steg des Gleises nieder. Ich wartete auf den nächsten Zug, der mich nach Midgar bringen sollte, bis plötzlich ein Schatten vor mir stand. Doch ich schenkte dem Schatten vor mir keine Beachtung.

"Unmöglich, kann es sein? Cloud? Bist du's?", erklang ihre zarte Stimme in meinen Ohren.

'Es wird Zeit, dass ich mal wieder schlafe. Nun hab ich sogar halos und höre Tifa's Stimme.', dachte ich nur und schaute nicht mal auf. Ich hatte wirklich Angst vor der Enttäuschung, dass ihre Stimme nicht real ist.

Bis sich der Schatten dann doch tatsächlich auf mich zu bewegte und sich gänzlich vor mir hockte.

"Cloud, was machst du hier?", fragte sie. Sie hatte mich tatsächlich erkannt. Auch ich war nun überrascht, ihre Stimme doch richtig gehört zu haben und schaute zu ihr auf.

"Ti... fa?"

Es fühlte sich seltsam an, nach all der Zeit ihren Namen auszusprechen. Es fühlte sich unreal an, zumal ich dachte, sie hätte es damals nicht überlebt.

"Was für eine Überraschung dich hier zu treffen. Du siehst erschöpft aus."

Ich war wirklich sehr erschöpft. Ich hatte tagelang nicht geschlafen und war deshalb nicht fähig, mit ihr vernünftig zu kommunizieren. Mich plagten tierische Kopfschmerzen.

"Ja, bin… ziemlich müde.", bekam ich dann doch mühsam aus mir raus. Wollte ihr gegenüber nicht unhöflich erscheinen.

Sie lächelte mir freundlich zu. Es lag Freude in ihrem Gesicht. Sie freute sich wirklich, mich gefunden zu haben.

"Denn komm am besten erstmal mit mir mit. Ich hab eine Bar hier in den Slums.", sagte sie und half mir auf. Dabei wanderte ihr Blick kurz auf Zacks Panzerschwert, aber sie ging nicht weiter darauf ein.

"Danke Tifa, aber ich komm schon klar.", sagte ich und bekam in dem Moment einen so heftigen Stich im Kopf, der drohte, meinen Kopf zu zerplatzen.

Besorgt schaute Tifa mich an.

"Hm glaubst du wirklich, es geht dir gut? Ich kann dir eine Unterkunft besorgen, wo du schlafen kannst."

In dieser Sache hatte sie sich noch immer kein Stück geändert. Und das wird sie wohl auch nie. Sie ist immer besorgt um ihre Mitmenschen und kümmert sich um diejenigen, die Hilfe benötigen. Eine sehr emphatische Eigenschaft von ihr, aber auch etwas, was andere gerne ausnutzen.

"Danke, das ist nett von dir, aber ich werde schon was finden.", versuchte ich, sie abzuwimmeln. Ich wollte sie nicht unnötig in meine missliche Lage hineinziehen. Sie hatte mein Rumgedruckse durchschaut und ließ nicht locker.

"Du kannst dich selber kaum auf den Beinen halten, da willst du mir sagen, dass du allein zurecht kommst? Tut mir leid, aber das kaufe ich dir nicht ab. Begleite mich einfach ein Stück und ich zeige dir die Gegend."

Wie damals schon konnte ich ihrem Vorschlag nichts entgegensetzen. Sie hatte wirklich recht. Also willigte ich ihrer Bitte sie zu begleiten ein und ließ mir von ihr die Gegend zeigen.

"Also nun erzähl schon, was hast du die letzten fünf Jahre so gemacht? Ich habe mich schon immer gefragt, was mit dir nun passiert ist."

Sie traf gleich direkt den Nagel auf den Kopf. Ich zögerte zu antworten, tat einfach so, sie nicht gehört zu haben. Doch sie ließ nicht locker und fragte noch einmal.

"Komm schon, erzähl mir von deinen Abenteuern bei SOLDAT."

"Abenteuer? Wie kommst du auf Abenteuer? Es war kein Zuckerschlecken dort.", begann ich ihr dann doch etwas zu erzählen. Wollte ja doch nicht unhöflich sein.

"Verstehe…Äh da fällt mir ein, ich muss noch eine Lieferung abholen für meine Bar. Könntest du mir da kurz aushelfen? Ich könnte ein paar starke Arme gebrauchen."

Kaum als sie es aussprach, waren wir bei dem besagten Lieferanten. Sie wickelte den Kauf mit dem Händler ab und wies mir die Kiste zu, die ich tragen sollte.

"Dort sind Zutaten drin für ein neues Getränk, das ich kreiert habe. Meine Kunden lieben es. Was hast du getrunken, wenn du mit deinem Kameraden los warst?"

Wieder fragte sie nach meiner vergangenen Zeit beim Militär. Sie war wirklich sehr interessiert daran zu wissen, was ich getan habe.

"Ich war selten los. Entweder gab es Bier, oder eine Art Cocktail. Aber Bier bekommt mir nicht gut und schmeckt mir nicht. Der Cocktail war dann doch eher meine Wahl."

Tifa kicherte leicht, ihr schien der Gedanke zu gefallen, dass mich Bier in die Knie zwingen kann.

"Stimmt, Bier muss man wirklich mögen. Was war es denn für ein Cocktail, den du bevorzugt hattest? Vielleicht kann ich ihn bei Gelegenheit auch mal mixen."

Ich überlegte kurz, doch es war schon etwas her, als ich ihn das letzte Mal getrunken hatte.

"Woran ich mich gut erinnere ist, dass er süß schmeckte."

Sie lächelte und überlegte schon, welche Kombination Richtung süß gehen würde.

"Süß…Verstehe. Welche Richtung süß? Fruchtig oder eher Sahnig?"

"Eine Mischung aus beidem, würde ich sagen. Und er war hell."

In der Zwischenzeit waren wir in ihrer Bar angekommen. Ich stellte ihre Kiste hinter dem Tresen ab und schaute mich dabei etwas um. Nette kleine Bar hatte sie. Rechts neben der Schwenktür hatte sie eine kleine Küchenzeile mit Herd und einige Pfannen an der Wand hängen. Links von der Schwenktür befand sich das Herzstück. Der lange Tresen an dem 6 Personen sitzen konnten und dort hinter eine große Auswahl verschiedener Spirituosen. Ich war wirklich beeindruckt vom Inventar und auch von der Größe der Bar allgemein. Noch völlig fasziniert von allem setzte ich mich auf einen ihrer Barhocker. Sie begann die Kiste auszupacken und den Inhalt zu verstauen und erzählte dabei einige Dinge. Nur für mich in diesem Sinne völlig uninteressant. Und auch wegen meiner Müdigkeit konnte ich ihr schlecht folgen. Aber nur allein den Klang ihrer Stimme nach all dieser Zeit wieder zu lauschen, beruhigte mich. Ich legte meinen Kopf in meine Hände und schloss dabei einfach meine Augen. Nie im Leben hätte ich damit gerechnet sie wieder zu sehen.

"Was darf ich dir anbieten?", schreckte sie mich aus meiner Position. Ich war tatsächlich kurz eingenickt.

"Was? Äh…Wasser."

Sie lächelte und schenkte mir ein Glas Wasser ein und stellte es mir hin. Wir unterhielten uns noch eine ganze Zeit lang, bis in den späten Abend hinein. Sie fragte mich viele Dinge über das Kämpfen und wofür es sich zu kämpfen lohnt. Auch sie hatte wohl viel erlebt und durchgemacht in den letzten Jahren. Aber es tat wirklich gut, sich mit ihr zu unterhalten. Sie versuchte auch immer wieder, Situationen von damals anzusprechen, um gemeinsam mit mir in Erinnerungen zu schwelgen. Doch leider fehlten mir an diesem Punkt schon einige Erinnerungen, wirkte dadurch leider etwas abwesend und desinteressiert.

"Du wirkst wirklich sehr müde, Cloud. Ich habe hier eine Couch, auf der du dich ausruhen kannst. Eine Unterkunft besorge ich dir dann gleich Morgen früh."

Ehe ich auf ihren Vorschlag antworten konnte platze Barrett durch die Bartür und trug Marlene auf seinen Schultern.

"Wir haben alles besprochen und geplant für morgen. Es könnte losgehen, wenn uns nicht noch einer abgesprungen wäre. So eine Pfeife. Wenn es ernst wird ziehen diese Weicheier ihre Schwänze ein!", fluchte er und beschwerte sich über die Moral mancher Männer. Er schenkte mir keine große Beachtung nur einen kritischen Seitenblick, während er sich neben mir auf einen der Barhocker setzte. Auch Marlene wirkte eingeschüchtert als sie mich sah und versteckte sich schützend hinter ihm. Er bemerkte ihre Unsicherheit und griff mich gleich verbal an.

"Ey du, hör gefälligst auf, mein Mädchen hier Angst einzujagen. Du aufgeblasener..."

'Ey, was ist dein Problem? Ich habe nichts getan. Und dann bist du auch noch respektlos und beleidigend.'

Ich versuchte seine negative Bemerkung zu ignorieren, schenkte ihm einen kurzen Seitenblick und zeigte ihm nur meine kalte Schulter. Ihm gefiel mein Verhalten nicht, da packte er mich einfach an die Schulter.

"Ey, hörst du schlecht!"

"Fass mich gefälligst nicht an!", zischte ich, stand auf und griff nach meiner Waffe. Tifa bemerkte die negative Stimmung sehr schnell und stellte sich zwischen uns und versuchte, die Situation zu schlichten.

So war es, als zu viel Testosteron auf Testosteron traf.

"Barrett bitte beruhige dich. Das ist Cloud, ein alter Jugendfreund von mir."

Sie begann zu erzählen, um sein Temperament zu zügeln und etwas runter zu fahren.

"Vielleicht wäre Cloud ja bereit uns zu helfen, da jemand abgesprungen ist."

Sie schaute mich fragend an.

'Ich soll diesem aufgeblasenen Typen hier helfen? Tifa ist das dein Ernst?'

Ich atmete tief ein und löste meine Anspannung, verschränkte die Arme vor der Brust und schaute zu Boden.

"Cloud, ich brauche deine Hilfe. Du hattest mir versprochen, wenn ich in der Klemme stecke, dass du kommen wirst und mir zur Hilfe eilst."

'Stimmt. Ich erinnerte mich an mein Versprechen von damals.'

"Gut, kommt auf die Bezahlung an. Ich mache es nicht umsonst."

Barrett schnappte hörbar nach Luft. Er war offensichtlich sauer, dass ich etwas von ihm verlangte.

"Cloud bitte. Du kannst hier Essen und Trinken was du möchtest. Wir sind zur Zeit etwas knapp bei Kasse. Können wir das anders Regeln?", versuchte Tifa zu handeln.

"Ich nehme keine Almosen. 2000 Gil."

Barrett war kurz vorm platzen und versuchte zu verhandeln.

"Cloud bitte...", flehte Tifa erneut.

"2000. Nicht mehr und nicht weniger. Sonst müsst ihr jemand anderes suchen."

Barrett knurrte. Er hasste mich. Aber er wusste, dass er keine andere Wahl hatte und gab sich meinem Deal hin.

"Und wehe du hast nichts auf den Kasten. Bezahlung gibt's am Ende des Auftrags. Morgen früh beim ersten Sonnenstrahl am Bahnsteig. Sei pünktlich."

Mit diesen Worten schnappte er sich Marlene und verschwand in den Keller der Bar. Tifa dankte mir noch ein paar Mal, dass ich einspringe und zeigte mir die Couch im Raum hinter der Bar.

"Die können wir Ausziehen. Ich hoffe, es stört dich nicht, wenn wir beide drauf schlafen?"

"Äh, mir macht es nichts aus, aber ich kann auch auf dem Boden schlafen. Danke , mach dir keine Umstände."

Ich half ihr beim Ausziehen des Sofas, dabei bestand sie darauf, dass ich gefälligst drauf liege.

"Es ist wirklich Platz genug für uns beide.", sagte sie und schmiss zwei Decken aufs Sofa und ging noch mal nach vorne in die Bar. Sicher um die Tür vorne zu schließen und das Licht aus zu machen. In der Zwischenzeit machte ich es mir doch wirklich bequem auf dem Sofa und schlief sofort ein. Ich bekam nicht mal mit wie Tifa sich zu mir legte. Es war mir so unangenehm, aber es war auch ein tolles Gefühl, ihr wieder so nah zu sein. Ich wachte in der Nacht einmal auf als ich ihren Geruch wahr nahm. Sie roch tatsächlich noch immer wie früher.