Kapitel 17 "Einsamkeit"
Tag 7
Egal wie sehr sich Nene aus seinem Griff zu befreien versuchte, es gelang ihr nicht. Der Ozean erstreckte sich nun vor ihm und er flog gezielt zu der kleinen Insel, von welcher er vor ein paar Tagen die restlichen Dragonballs entwendet hatte. Elegant landete er auf dem feinen weißen Sand und er warf Nene zu Boden.
„Hilfe! Hilfe!", schrie sie und Muten Roshi, Pool, Oolong und Yamchu stürmten aus dem Haus.
„Oh nein, was will der denn hier!?", rief Yamchu panisch, wusste er genau, dass er Cell nicht gewachsen war.
Nene wollte weg kriechen, aber Cell stellte sich mit einem Bein auf ihren Brustkorb, so feste, dass sie festgenagelt war, so leicht, dass sie atmen konnte. „Na, wo ist Mina denn jetzt?", zischte Cell und sah zu Nene herunter. „Vielleicht warst du schneller als sie!", heulte sie und ruderte wild mit den Armen um sich zu befreien. „Wie meinen?", fragte Muten Roshi beunruhigt und sah Cell an. „Sag es ihnen!", forderte Cell und drückte mit seinem Fuß warnend auf ihren Brustkorb. „Urgh, Cell... ugh", sie spuckte Sand aus ihrem Mund:"Mina, sie... sie wollte hierher kommen!"
Cell kniff die Augen zusammen und hob seinen Fuß von ihr weg, nur um sie dann an ihrem Nacken in die Luft zu heben. „Was hast du mir eben erzählt, was wollte Mina hier?", knurrte er und Nene schluckte. „Sie... Mina will...", ungeduldig schüttelte er sie warnend. „Was wollte sie denn hier, sag schon." forderte Muten Roshi verwirrt und Yamchu war fassungslos über Cells Brutalität:„Was soll das!? Lass sie runter, du Monster!"
Das hätte Yamchu besser nicht gesagt. Beleidigt sah Cell zu Yamchu und bohrte seine Fingernägel in Nenes Haut. Sie kreischte vor schmerzen und rückte endlich mit der Sprache heraus. „Mina wollte die Dragonballs hierher bringen!"
Entsetzen.
Ungläubige Blicke ruhten nun auf Nene. „Was!? Dann stimmt das alles gar nicht was du uns erzählt hast?", fiepte Pool mit weit aufgerissenen Augen und hielt sich betroffen die Pfoten vor den Mund. „Du hast uns an der Nase herumgeführt!", rief Oolong verwundert aus und starrte sie finster an. „Das heißt, Minami wollte die Dragonballs gar nicht nutzen?", hackte der Herr der Schildkröten noch einmal nach. „Na, sag schon, warum lügst du?", keifte Cell und Yamchu sah sie fassungslos an:"Nein, das glaube ich nicht! Yoko, das stimmt nicht!", aber Cell gluckste bei dem Namen. „Yoko? Ach Nene, du bist so kreativ!", witzelte er und ganz zart wanderte seine Faust in ihre Magengrube. Sie war sofort bewusstlos und er ließ sie fallen.
Stille.
Cell musterte Son Gokus Freunde. Sie sahen alle bedrückt aus und sahen zu Boden, so, als würden sie sich schämen.
Er durchbrach die Stille:"In Zukunft wird Mina in Ruhe gelassen." und flog augenblicklich davon.
Wütend und aufgebracht wusste Cell nicht was sein Ziel war. Am liebsten würde er zu Minas Haus zurück fliegen und sich vergewissern, dass sie nicht da war, aber andererseits wollte er sich abregen.
Seine Energie pulsierte und blitzschnell schwebte er schon über ihrem Haus.
Ihr Flieger!
Sie war da!
Schnurstracks landete er grob auf der Erde und wirbelte Staub und Steinchen auf. Das Geräusch alarmierte Mina.
„Cell?", fragte Mina verunsichert und kam zur Eingangstür heraus. Schüchtern sah sie ihn an und hielt sich ihre Arme defensiv vor die Brust. „Wo warst du?", fragte Cell schroff und Mina wich das Blut aus ihrem Gesicht. Ertappt sah sie panisch zu Boden und fing an zu stottern.
„Ja, also... ich...", Mina sah zögerlich zu ihm auf:"Ich möchte dass du die Dragonballs von hier wegbringst. Sie machen mir wirklich Angst!" Tränen liefen nun ihre Wangen hinunter und sie fuhr fort:"Das habe ich ernst gemeint. Sie machen mir solch eine Angst, dass ich nicht schlafen kann und ich habe Angst, dass ich überfallen werde, weil sie jeder haben will." Sie wischte sich mit einem Tuch Tränen weg.
„Verräter", sagte Cell kalt. Wie konnte sie nur. Das waren ihre Dragonballs, die hatten sie zusammen gesucht! Mina sah ihn schockiert an und schüttelte langsam den Kopf:"Nein! Nein, ich bin nicht... DU hast MICH im Stich gelassen! DU hast die Dragonballs nicht an dich genommen als ich dich darum gebeten hatte! Ich habe dir gesagt, dass sie mir Angst machen!", und sie fing aus Verzweiflung an zu heulen.
„Grrrr...Wer würde es wagen MIR die Dragonballs zu stehlen?", zischte er und Mina sah ihn fragend an. Als sie darüber nachdachte, gelangte sie zu der Erkenntnis, dass er im Grunde recht hatte und dass ihre Angst irrational war. Besiegt hingen ihre Schultern schlaff herunter und sie sah zu Boden:"Du hast recht, es tut mir leid."
„Wolltest du die Dragonballs zu Son Goku bringen?", fragte Cell nun in einem ruhigeren Tonfall. Mina atmete tief ein und schwieg. Langsam hob sie ihren Blick und sah ihm in die Augen. „...Ja. Das wollte ich.", gab sie zu und Cell fühlte sich hintergangen. Sie vertraute ihm nicht und das schadete beiden.
Was konnte er tun, damit sich der Zustand änderte?
„Gib sie mir!", befahl er und Mina gehorchte. Sie ging flink in ihr Häuschen zurück und kam mit der schwarzen Kiste wieder. Er schnaufte und nahm die Kiste entgegen. Sie sah zu Boden und sagte nichts mehr. Vorsichtig schwebte Cell in die Luft, wollte er Mina nicht mitreißen.
Nun musste er ein geeignetes Versteck für die Dragonballs finden. Er hatte zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen; Uranai Baba hielt sich raus und dank der Kiste konnte kein Erdling sie finden. Cell grinste und erfreute sich an seinem Glück. Mit Mina... da müsste er nochmals drüber nachdenken... Was sollte er nun mit ihr? Aber zugegeben, sie war unterhaltsam. Eine Wärme breitete sich in seinem Körper aus, als er an ihren Geruch und ihre weiche Haut dachte. Sehr unterhaltsam...
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Das Labor befand sich in dem selben Zustand, wie er es zurückgelassen hatte. Jeder einzelne Raum wurde inspiziert, ob er als Versteck für die Dragonballs geeignet war. Mehr und mehr sah Cell von dem unterirdischen Gebäudekomplex und zu seiner Überraschung fand er doch Sarkophage mit Prototypen drin. Diese Roboter waren es nicht wert aufgeweckt zu werden, waren sie nicht für den Kampf geschaffen worden, sondern für den einfachen Zweck bei der Finanzierung von Dr. Geros Projekten zu helfen. Cell war plötzlich froh, dass Dr. Gero tot war. Er erinnerte sich an Trunks Worte, dass es in dieser Zeitebene noch viel mehr Laboratorien geben sollte und das beunruhigte Cell. Nicht auszudenken was Dr. Gero mit seinem Genmaterial tun würde... Es gab nur einen Cell und das sollte auch so bleiben. Es war besser, wenn er tot blieb. Gelangweilt sah er sich im Raum um und sah an der Decke den Belüftungsschacht. Das war doch ein vernünftiges Versteck... Er folgte diesem und fand ein Gitter. Dieses hob er an und legte die Kiste weit hinein.

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Nun musste er überlegen, wie er Mina ein für alle male für sich gewinnen konnte.
Sie war so ängstlich und übervorsichtig, wie ein Hase!
Wie hatte sie ihn nur durchschaut, dass er sie nicht liebte? Naiv, dass sie sich auf Sex einließ, obwohl sie darauf bestanden hatte, dass sie nur aus Liebe Sex wollte... Ihr Unterbewusstsein hatte sie anscheinend zweifeln lassen. Was sollte er antworten, sollte sie wiederholt fragen was er für sie empfand? Er wollte nicht lügen, denn eine Lüge fällt zu schnell auf. Dann müsste er mit einer Halbwahrheit antworten, aber mit was genau? Wenn er sagte, dass er sie einfach nur als unterhaltsam ansah, wäre sie beleidigt, weil es ihr nicht reicht. Sie hatte sehr stark signalisiert, dass sie mehr wollte. Aber wollte er es auch? Dann müsste er verzichten... auf zu vieles... Cell fühlte sich nicht so, als würde es sich lohnen. Aber andererseits wollte er die Vorzüge nicht missen, die sie ihm entgegen brachte. Wenn sie mal nicht heulte, war es recht angenehm mit ihr. Sie war kompromissbereit und das mochte er. Ja, gut, ok, sie ging schon sehr auf ihn zu, schon fast unterwürfig, obwohl er auch erkannt hatte, dass sie jede Minute mit ihm genoss. Warum sollte er sie sich zum Feind machen, wenn sie ihm weiterhin nützlich sein konnte? Irgendwie musste er sie wieder auf die richtige Bahn werfen...
Wie schaffte er es, dass sie ihn wieder mochte?
Er musste sie irgendwie wieder anziehen, aber mit was? Vielleicht konnte er sie mit Geschenken anziehen...Was mochte sie denn? Sie mochte Luxus...aber davon hatte sie schon viel. Es musste noch etwas anderes geben was sie mochte... Was waren ihre Hobbys? Ihm fiel nichts ein. Sie las im Moment ein Buch... aber sie hatte auch erwähnt, dass sie dazu selten kam...
Was sagte sie? Was wollte sie? Er durchstöberte seine Erinnerungen mit ihr und versuchte zu erkennen was sie glücklich machte, um sie zu lovebomben.
Lovebombing war eine Manipulationsstrategie um eine oder mehrere Personen emotional an einen zu binden. Sekten waren berühmt dafür, ihre Opfer um den Finger zu wickeln, damit der Austritt aus der Sekte unmöglich wurde. Genau das brauchte er...
Plötzlich erkannte er die Lösung! Ja klar, sie war einsam! Und er erinnerte sich an ihre Worte:

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Ich würde mich lieber mit dir unterhalten, anstelle mir die ganze Zeit anhören zu müssen, dass du mich umbringen willst.
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„Ich würde mich lieber mit dir unterhalten."
Na, das war doch mal ein Statement. Damit sagte sie schlicht und ergreifend, dass sie Zeit mit ihm verbringen wollte... passt perfekt, denn damit musste er, falls alles glatt lief, nur das nötigste tun.
Den Rosenkavalier wollte er nun auch nicht spielen, aber hinsetzen und sie einfach reden lassen funktionierte bisher ja auch ganz gut, musste er sich ja nicht merken was sie sagte.
Zufrieden wanderte er durch die Gänge. Mina wird sich freuen!
Obwohl er vermutet hatte, dass ihre Gefühle für ihn noch stärker werden würden, nach dem Sex. Damit hatte er sich verrechnet...
Das Licht von draußen erhellte den Flur und Cell war sich siegessicher, was Mina betraf.
Sie gehörte ihm!