Das zweite Leben von Kageyama Tobio
Vorbemerk: Ich habe diese Fic letztes Jahr angefangen, war dann zuerst scheinbar zu schwer getriggert um sie weiterschreiben zu können/wollen und wusste dann nicht mehr wo ich eigentlich hinwollte bzw. wie es weitergehen soll, und habe sie daher nun beinahe schon ein Jahr liegen gelassen ohne weiterzuschreiben. Wenn ich sie poste, werde ich vielleicht dazu motiviert weiter zu schreiben.
Disclaimer: Haikyuu ist nicht mein geistiges Eigentum und ich verdiene kein Geld damit.
Spoilerwarning: Spoiler für Staffel 4, die OVAs, den neuen Film, sowie Manga-Spoiler
Warnings: Angst, Missverständnisse, Japanische Schreibweise der Namen (also Nachname vor dem Vornamen), Homophobie, familiäre Konflikte
Pairings: Kagehina, Iwaoi, impliziertes Kageyama/Oikawa, u.a.
Inhalt: Ein Teil von ihm hatte immer befürchtet, dass eines Tages so kommen würde, dass sich alles Gute in seinem Leben nur als Traum herausstellen würde und er eines Tages einfach wieder in der Hölle, in die er einst gelebt hatte, aufwachen würde. Doch nun, da es wirklich so gekommen war, wusste er nicht wie er damit umgehen sollte…
Prolog
In einem Moment befand er sich noch auf den Straßen von Rom und im nächsten wurde ihm schwarz vor Augen. Und als er wieder zu sich kam, war er nicht mit Kageyama Tobio, der japanische Star-Spieler von Ali Roma, stattdessen war er wieder Kageyama Tobio, der Zuspieler der Kitagawa Daiichi-Mittelschule, der in seinem Bett zu Hause in Japan zu sich kam und nicht in einem Krankenhaus in Rom.
Ein Teil von ihm hatte immer befürchtet, dass eines Tages so kommen würde, dass sich alles Gute in seinem Leben nur als Traum herausstellen würde und er eines Tages einfach wieder in der Hölle, in die er einst gelebt hatte, aufwachen würde. Doch nun, da es wirklich so gekommen war, wusste er nicht wie er damit umgehen sollte. Vor wenigen Momenten noch hatte er das Leben geführt, von dem er immer geträumt hatte, war er Pro-Volleyballer gewesen, einer der besten Zuspieler der Welt, er war erwachsen gewesen, Herr seines Körpers, Herr seines Geistes, er hatte in einer der bekanntesten Städte der Welt gelebt, war einer der bekanntesten Namen im Volleyball gewesen, war Mitglied des japanischen Nationalteams gewesen und jetzt mit einem Schlag war er ein schlaksiger Teenager, in einem sich ständig veränderten Körper gefangen, unbekannt, am Anfang seiner Karriere, an der verdammten Mittelschule. All seine Wünsche und Träume, die er dachte erreicht gehabt zu haben, waren zerplatzt. Seine Zukunft hatte sich in Nichts aufgelöst. Er war …
… alleine. Einsam. Verlassen.
Aber es musste ja ein Traum sein. Was hätte es denn ansonsten sein sollen? Als ob es ihn wirklich jemals gegeben hätte. Als ob es so jemanden jemals wirklich geben könnte. Und all die anderen … erfunden, erlogen, Phantasieversionen von ihnen…. Aus Volleyball-Magazinen, Fernsehen, Mangas und Nachrichten zusammengeträumt.
Die gefallenen Champions, die Krähen, die nicht mehr Fliegen konnten. Die zusammen mit Tobio wieder Fliegen lernten. Die Tobio akzeptierten wie er war, die ihn verstanden und liebten, die ihm dabei halfen all seine Träume zu erreichen. Gleich von der Schule in die Liga und ins Nationalteam rekrutiert. Wann passierte so etwas schon im echten Leben? Nein, nein, es war vollkommen klar, dass das alles nie wirklich gewesen war. Teamkamerad und Freund von einem Spieler wie Ushijima Wakatoshi zu sein, im Ausland leben und spielen zu dürfen. Und in seinen Leben jemanden zu haben, der ihn ganz machte, der seine Gedanken zu lesen vermochte, der ihn nicht nur verstand, sondern vervollständigte, der ihn niemals verlassen würde, der immer wieder zu ihm zurückkam, egal was passierte, der mit ihm zusammen so lange wie möglich am Feld stehen wollte.
Wie hätte das alles wahr sein können? Natürlich hatte sich Tobio dieses Leben erträumt. Eine andere Möglichkeit gab es doch gar nicht.
Er wusste wann der Traum begonnen hatte. Er wusste in welchen Schuljahr der Mittelschule er sich befand. Alles, einfach alles, ergab auf tragische Weise einen Sinn. Er war nicht wieder hier, er war nie weg gewesen. Er war lediglich auf die einzige Weise geflohen, die ihm möglich gewesen war.
Und nun war er in die Wirklichkeit zurückgekehrt.
Tränen traten ihn in die Augen und drohten zu fallen und wie automatisch wollte er nach seinem Handy greifen und die einzige Person anrufen, die ihn immer hatte trösten können, doch er hielt inne als ihm einfiel, dass diese Person ja nicht existierte.
Wie erstarrt starrte er auf seine Kontakte. Vertraute Namen, die seiner Phantasie längst unter anderen Nummern erreichbar waren. Vergessene Namen, an die er sich erst jetzt wieder erinnerte. Die eine Nummer, die er nie gelöscht hatte, obwohl ihr Besitzer… Sein Finger schwebte ein paar Momente lang über den Namen Kindaichi, doch dann legte er sein Handy wieder weg. Es gab niemanden, der anrufen konnte, es gab niemanden, der sich für ihn interessierte, niemanden, der verstehen würde was er gerade durchmachte. Er hatte niemanden. Deswegen doch der Traum, weil er sich gewünscht hatte wieder jemanden zu haben.
Tobio schniefte, vergrub sein Gesicht in seinem Kopfpolster und wünschte sich einfach einzuschlafen und nie wieder aufwachen zu müssen. Zumindest nicht in dieser Welt hier.
I. Kindaichi
„Ich meine ja nur, dass er noch wunderlicher geworden ist als sowieso schon."
Yutaro konnte dem nicht widersprechen. Kageyama verhielt sich in letzter Zeit überaus merkwürdig. Gestern hatte er ihn auf eine Weise angesehen, die Yutator ein wenig erschreckt hatte, wenn er ehrlich sein sollte. Einen Moment lang hatte er gedacht, dass Kageyama zu ihm herüber kommen und ihn ansprechen würde. Da war etwas in seinen Augen gewesen, was darauf hindeutete, dass sich der andere Junge danach sehnte ihn anzusprechen, doch natürlich war er nicht zu ihm herüber gekommen, stattdessen hatte er sich umgedreht und war weggegangen als er bemerkt hatte, dass sich Yutaro in Bewegung gesetzt hatte um stattdessen zu ihn herüber zu kommen.
Nichts Neues im Westen also. Kageyama Tobio war noch nie ein besonders interessiert an Sozialkontakten jenseits des Volleyball-Feldes gewesen, aber vor einiger Zeit hatte er einfach vollkommen damit aufgehört mit auch nur irgendjemanden außerhalb der Trainingszeiten oder des Unterrichts zu sprechen. Er ging nicht mehr mit Yutaro und Kunimi von der Schule nach Hause so wie er das früher getan hatte, saß in den Pausen alleine oder war unauffindbar und reagierte kaum noch wenn man ihn ansprach, er hörte entweder nicht, was man ihm sagte oder gab vor es nicht zu hören. Früher hatte er alle, die nicht schnell genug weg waren, ständig mit seinen Volleyball-Magazinen gequält, doch auch das tat er nicht mehr. Und vor den Milch-Automaten beim Aussuchen eines Jogurt-Drinks fand man ihn inzwischen auch nicht mehr.
Es war als wäre er ein Geist geworden. Und seit einigen Tagen verhielt er sich auch im Volleyball-Club seltsam. Manchmal tauchte er gar nicht auf, was sehr untypisch für ihn war. Und wenn er da war, schien er sich ständig suchend umzublicken als würde er erwarten jemand anderen im Club zu sehen als die aktuellen Mitglieder. Und sein Spiel. … Kageyamas Zuspiel war schon immer fordernd gewesen, aber jetzt … es war als wüsste er überhaupt nicht mehr wer seine Angreifer eigentlich waren. Er schien Yutaro die Hälfte der Zeit über für einen blitzschnellen Übermenschen zu halten, und entschuldigte sich danach ständig für seine Pässe, etwas, das er früher nie getan hatte und seine Aufschläge …. Das waren Sprungaufschläge, die Oikawa vor Neid hätten erblassen lassen. Keiner wollte Annahmen üben, wenn Kageyama den Aufschlag machte. Was wahrlich nicht verwunderlich war. Aber … Yutaro hätte schwören können, dass Kageyamas Aufschläge noch vor einer Woche vollkommen anders gewesen waren, von seinem Zuspiel ganz zu schweigen.
Etwas stimmt nicht, ich weiß es. Er wollte mit mir darüber reden, und dann hat er sich nicht mehr getraut. Kunimi, der immer noch wütend war, weil Kageyama ihnen einfach von einen Tag auf den anderen ohne Vorwarnung die kalte Schulter gezeigt hatte, tat das alles mit einem Schulterzucken ab. Auch ihm war aufgefallen, dass der ernsthafte Junge sich verändert hatte, doch anders als Yutaro bereitete ihm das keine Sorgen. „Wunderlich zu sein ist kein Drama. Ein Arschloch zu sein hingegen schon. Und das hat er sich definitiv selbst ausgesucht", erklärte Kunimi, „Wenn er Hilfe wollen würde, würde er etwas sagen."
„Vielleicht sollte ich das Team-Captain mit ihm sprechen, wenn ihr euch weigert, wir können keinen abgelenkten Zuspieler gebrauchen", meinte Hashikami, „Nicht mitten im der Match-Season." Seit die Drittklässler zurückgetreten waren, um sich auf ihre anstehenden Aufnahmeprüfungen für die Oberschule vorzubereiten, war Hashikami der ständig überforderte Captain ihrer Volleyball-Mannschaft, der sich strenger gab als er früher gewesen war und neben Kageyama derjenige war, der am Meisten Druck auf die anderen Spieler ausübte. Es war verständlich, dass er ein funktionierendes Team wollte, doch Yutaro wusste aus leidvoller Erfahrung, dass der Versuch mit Kageyama zu sprechen nichts bringen würde. Dass der andere Junge mit niemanden mehr redete war ja genau das Problem.
„Nein, wir machen das schon. Wir werden mit ihm reden", versprach Yutaro, was ihm einen wütenden Blick von Kunimi einbrachte, da der ja gerade eben das Gegenteil behauptet hatte und nun erst recht wieder zum Kageyama-Sitten eingeteilt worden war.
„Besser wir als Hashikami", raunte Yutaro ihm leise zu, „Der würde Kageyama nur unter unnötigen Druck setzen und alles noch schlimmer machen."
„Ich kann nicht glauben, dass du ihn immer noch beschützen willst", grummelte Kunimi, „Wie klar soll er noch machen, dass wir ihm gleich sind? Wir sollten das umgekehrt genauso halten." Doch das konnte Yutaro nicht. Zumindest noch nicht.
Sie passten Kageyama am nächsten Morgen vor dem Unterricht ab. Ihr Gespräch über ihn am Vortag hatte stattgefunden, nachdem er das Training bereits wieder verlassen hatte. Früher war Kageyama immer der Letzte gewesen, der das Schulgelände nach dem Training verlassen hatte. Man hatte ihn regelrecht dazu überreden müssen zu gehen, er hatte jede Sekunde ausgenutzt um weiter zu trainieren, regelrecht darum gebettelt länger bleiben zu können, doch seit dieser Woche ging er sich freiwillig umziehen, sobald das offizielle Ende vom Coach verkündet wurde und war meistens der Erste, der sich vom Schulgelände verabschiedete. Doch da sie von Früher seine Route zur Schule kannten, wusste Yutaro und Kunimi wo sie ihn abpassen konnten, wenn sie ungestört mit ihm reden wollten.
„Kageyama!" Als Yutatro den Namen seines Schulkameraden rief, machte er sich einen Moment lang Sorgen, dass dieser ihn wieder einmal einfach ignorieren könnte, doch Kageyama drehte sich zu ihnen um und warf ihnen einen fragenden Blick zu, also beeilten sie sich ihn einzuholen. „Kageyama", wiederholte Yutaro, „Wegen dem Training…."
„Ich weiß, dass ich in letzter Zeit schlecht spiele", unterbrach ihn Kageyama, „Und das tut mir leid. Ich werde mir Mühe geben konzentrierter zu sein und weniger Fehler machen. Ich werde versuchen euch die Bälle so zuzuspielen wie ihr sie haben wollt."
„Das wäre mal was ganz Neues", murmelte Kunimi.
Kageyama sah ihn einen Moment lang an. „Ich weiß, dass ihr zu mehr fähig seid, als ihr selbst denkt", erklärte er, „Aber ich weiß auch, dass ich euch nicht überfordern darf. Ich will mich anstrengend auf euch einzugehen. Ich werde euch keinen Grund liefern die Bälle, die ich euch zuspiele einfach nicht zu schlagen."
„Warum sollten wir die Bälle, die du uns zuspielst nicht schlagen?", wunderte sich Yutaro, „Das steht doch gar nicht zur Debatte. Hör mal, Hashikami ist beunruhigt, weil wir mitten in der Match-Season sind und du so neben dir zu stehen scheinst. Wenn du krank bist, dann solltest du dir einfach eine Woche frei nehmen und dich erholen, damit du rechtzeitig für das nächste Match wieder auf den Beinen bist. Dann können wir Hashikami sagen, dass es nur das war und er wird beruhigt sein."
Kageyama blinzelte ihn an. „Ich bin nicht….", setzte er an, doch er unterbrach sich, „Eine Woche freinehmen wird nichts helfen. Ich werde mit dem Captain sprechen, ihm versichern, dass ich mich zusammenreißen werde. Dass ich nicht mehr vergessen werde wo ich bin und mit wem ich spiele…" Sein Blick wurde seltsam leer als er das sagte. „Ich brauche nur ein wenig … Zeit."
Langsam begann sich Yutaro wirklich Sorgen zu machen. „Sag mal ist was vorgefallen?", wollte er dann wissen, „Letzte Woche oder so? Du kannst es dich uns ruhig anvertrauen. Ich meine, das wolltest du doch, oder? Ich weiß wir verstehen uns nicht mehr so gut wie früher, aber wir sind ein Team, wir halten dir den Rücken frei."
Doch Kageyamas Blick wurde noch leerer, falls das überhaupt möglich war. „Ich … ich muss nur damit klarkommen, dass er weg ist. Ich muss nur akzeptieren, dass … Ihr könnt nichts tun. Es tut mir leid, ich weiß, dass ich nicht einfach bin, und dass ich alles schlimmer mache, ich … ich gebe mir Mühe, wirklich. Ich werde mir noch mehr Mühe geben. Verzeiht mir." Er verbeugte sich steif vor den anderen beiden Jungen und ließ sie dann einfach stehen.
Yutaro sah ihn vollkommen verwirrt hinterher. Sehr erfolgreich war dieser Versuch einer Intervention ja nicht gewesen. Er wandte sich Kunimi zu, erwartete ein spitzes Kommentar von diesem, doch Kunimis Gesicht wirkte nachdenklich. „Das ist schlimmer als ich dachte", sagte der andere Junge leise, „Du hattest recht, wir sollten uns noch um ihn scheren. Offenbar tut es sonst keiner."
Yutaro hob erstaunt die Augenbrauen. „Aber was sollen wir tun, wenn er uns nicht sagen will was los ist?", wollte er wissen, „Wie sollen wir ihm helfen, wenn er uns nicht lässt?"
„Wir müssen harte Geschütze auffahren", erwiderte Kunimi, „Wir müssen Oikawa-san anrufen."
Yutaro zögerte einen Moment lang. Er war sich nicht so sicher, ob das eine gute Idee wäre. Ihr ehemaliger Team-Captain war inzwischen an der Oberschule und mitten in seiner eigenen Match-Season, aber das war nicht der Grund warum er sich nicht sicher war, ob die Anwesenheit ihres ehemaligen Senpais alles nicht nur schlimmer anstatt besser machen würde. Oikawa und Kageyama hatten sich nicht gerade im Guten getrennt. So sehr Oikawa den liebevollen Senpai für alle anderen seiner Kouhais gespielt hatte, so sehr war am Ende des letzten Schuljahres für niemanden mehr zu übersehen gewesen, dass der Kageyama nicht besonders mochte und als potentiellen Konkurrenten ansah. Yutaro war sich nicht einmal sicher, ob Oikawa Interesse daran hätte Kageyama zu helfen.
„Kageyama geht es schon schlecht genug, ich glaube nicht, dass noch einmal mies von Oikawa behandelt zu werden dazu beitragen würde, dass es ihm besser geht. Du weißt doch noch wie es zuletzt war", wandte er ein.
„Wir müssen Oikawa-san anrufen" , wiederholte Kunimi stur, „Mit uns wird Kageyama nicht reden. Aber mit Oikawa wird er reden."
Das mochte vielleicht stimmen, aber würde Oikawa zuhören oder gar helfen? „Sie sind jetzt keine Konkurrenten mehr, es ist jetzt anders", beharrte Kunimi, „Und selbst wenn … das ist etwas anderes. Etwas Ernstes."
Trotzdem hatte Yutaro seine Zweifel, dass Kageyama es ihnen danken würde, wenn sie ihren ehemaligen Senpai anriefen. Trotzdem taten sie es. Nachdem Kageyama an diesem Tag lange mit Hashikami geredet hatte, dann mitten im Training ohne offensichtlichen Grund vom Platz gestürmt war und nicht wieder zurückgekommen war, gab Yutaro nach und erklärte sich dazu bereit Oikawa anzurufen. Sie hatten einfach keine andere Option mehr.
„Kin-chan!" Oikawa Tooru wirkte gut gelaunt und freundlich als er sie begrüßte. „Schlafmützlein!" Yutaro blinzelte, während sich Kunimis Miene neben ihn verdüsterte, als sie diesen lange vergessenen Spitznamen hörten. Oikawa hatte sich für eine mögliche Teilnahme am Training eingekleidet, war in Sportsachen aufgetaucht und schien vielleicht sogar zur Schule gejoggt zu sein. Er grinste sie beide fröhlich an und Yutaro fühlte sich bei dem Anblick zurück ins letzte Schuljahr versetzt, als alles noch in Ordnung gewesen war. In diesem Moment wünschte er sich nichts mehr, als dass sein Senpai wirklich alles für ihn in Ordnung bringen würde.
„Hier bin ich, wie verlangt. Was ist der Notfall? Wie kann euer Senpai euch helfen?", wollte der ältere Junge eifrig wissen, „Ich nehme an es ist ein Volleyball-Notfall? Braucht ihr den Rat eines erfahrenen Spielers?" Nein, sie hatten Oikawa nicht gesagt was eigentlich los war, nur, dass sie seine Hilfe brauchten. So hatten sie sicher gestellt, dass er auch kommen würde. Aber da er ohne seinen besten Freund und ihren anderen Senpai Iwaizumi aufgetaucht war, der früher immer für Frieden zwischen Oikawa und Kageyama gesorgt hatte, war das vielleicht ein Fehler gewesen.
„Es geht um Kageyama", sagte Kunimi, vielleicht fiel er so mit der Tür in Haus, weil er sich so dafür rächen wollte lauthals vor aller Welt als Schlafmützlein begrüßt worden zu sein. Oikawas Grinsen verschwand sehr schnell, kaum, dass er das hörte.
„Ach", machte dieser, „Spielte er euch nicht so zu wie ihr es haben wollt? Ich bin nicht sicher, ob ich in diesem Fall der beste Ansprechpartner bin. Iwa-chan hat sich immer besser mit Kageyama verstanden, ihr solltet euch vielleicht lieber an ihn wenden. Und…"
„Kageyama ist nicht mehr er selbst", sagte Kotaru schnell, „Irgendwas ist passiert, aber er will uns nicht sagen was und jetzt … jetzt scheint es so als ob es ihm überhaupt keinen Spaß mehr macht Volleyball zu spielen. Er schwänzt das Training oder geht früher und ist ständig unkonzentriert und …" Er sah Kunimi hilfesuchend an. Wie sollten sie nur erklären was los war, so dass Oikawa den Ernst der Lage begriff. „Er spielt für Leute, die nicht da sind, mit Leuten, die nicht da sind", sagte Kunimi, „Hashikami ist im Stande und schmeißt ihn aus dem Team, aber er ist unser bester Spieler und wir brauchen ihn."
„Und ich soll ihm jetzt den Kopf zurecht rücken, das ist euer Gedankengang, ja?", wunderte sich Oikawa.
„Er sagt nicht was los ist, er entschuldigt sich nur ständig und verspricht Besserung", sagte Yutaro, „Doch bei Oikawa-Senpai würde er sich nicht rausreden."
„Kageyama hat dich immer bewundert", fügte Kunimi hinzu, „Wenn er mit jemanden redet, dann mit dir. Weil euch doch so viel verbindet."
Oikawa kratzte sich an der Stirn. „Das habt ihr euch ja schön überlegt, erst mir Honig ums Maul schmieren um es mir schmackhaft zu machen und dann hoffen, dass ich auf magische Weise all eure Probleme löse", stellte er fest.
„Wir wussten nicht was wir sonst noch tun sollen", gab Yutaro zu, „Die Dinge sind nicht mehr wie früher…." Früher als Kageyama offen und fröhlich gewesen war und als sie alle noch Freunde gewesen waren. Als er noch mit ihnen gesprochen hatte.
Oikawa seufzte seelenvoll. „Na schön", meinte er, „Ich spreche mit Tobio-chan. Da euer Herz daran hängen zu scheint, dass ich es versuche, versuche ich es eben. Aber ich kann euch nicht versprechen, dass euch das, was dabei herauskommt, gefallen wird." Doch solange irgendetwas dabei heraus kommen würde, wäre Yutaro alles recht.
A/N: Und es geht gleich weiter mit Teil 2.
