XXVII
Bonus
C:"Dies hatte ich nie vergessen. Ihren Geruch habe ich tief in mir verankert. Sie würde ich immer Blind in einer Masse von Menschen wiedererkennen. Und ich bin mir zu 100% sicher, dass sie sich sehr freute, dass ich mich doch für die Couch entschied und nicht für den Boden geschlafen hatte. Naja und so begann dann unsere Geschichte und später dann unsere Reise. Aber um dies zu erzählen…"
M:"Sollten wir uns vielleicht ein anderes Mal wieder treffen?"
C:"Wenn ich Zeit finde und die Leute es hören wollen."
M:"Bestimmt. Sicher gibt es auch da interessante Dinge über dich und vor allem über deine Freunde zu erfahren."
C:"Oh ja. Oder vielleicht kann man auch ein Treffen mit allen organisieren. Denn muss ich nicht ganz allein erzählen."
M: Ja, man, das ist doch die Idee. Trommel mal alle zusammen und melde dich dann bei mir."
C:"Klar verbleiben wir erstmal so."
M:"Gut, ich warte auf deinen Anruf. Und wehe nicht."
C:'lacht' "Wollt ihr noch irgendwas hören oder wissen?"
M:"Gibt es denn noch etwas, was du erzählen möchtest?"
C:'überlegt kurz und schien sich noch an etwas zu erinnern' "Ja, aber hat nichts mit meiner Vergangenheit oder mit unserem Abenteuer zu tun. Eine kleine Situation, die mir vor einigen Wochen erst passiert ist. Ich muss es einfach mal erzählen."
M:"Ja gut, dann schieß mal los."
C:"Ich hatte vor einigen Wochen von Reeve einige Kurierdienst-Aufträge bekommen. Ich sollte Pakete an den Hinterbliebenen Familien von Gefallenen Soldaten ausliefern..."
Als ich auf der Veranda der besagten Adresse eines der Pakete stand, überkam mir ein komisches Gefühl. Und es lag nicht am Paket selbst, welches ich gerade lieferte. Diese Art habe ich in letzter Zeit öfter ausgefahren. Also so in etwa wusste ich, was in jedem dieser Pakete drin steckte.
'Hier stimmt was nicht.'
Ich klopfte an die Tür und wartete auf eine Rückmeldung.
Nichts.
Ein zweiter Versuch.
"Strife Kurierdienst. Miss Miller, ich habe ein Paket für Sie."
Immer noch keine Rückmeldung.
'Wusste ich's doch, hier stimmt was nicht.'
Vorsichtig spähte ich durchs rechte Fenster, um etwas zu erkennen, bis sich dann doch vorsichtig und zaghaft die Tür einen Spalt öffnete.
"Guten Tag, Miss, ein..."
Ein zierliches Mädchen, etwa im selben Alter wie Marlene und Denzel stand an der Tür und blickte schüchtern hindurch. Zwei sehr dunkle Augen mit einem tiefen Schatten drunter beginnen mich zu mustern.
"Meine Grandma kann nicht..."
"Oh, okay…Ich habe hier ein Paket für sie.", sprach ich ruhig und leise zu ihr.
"Lillie geh nicht an die Tür. Wir kaufen nichts!", rief eine Stimme laut aus dem Hintergrund.
"Verzeihung, bitte legt es vor die Tür."
"Ich benötige eine Unterschrift deiner Großmutter, dass sie es erhalten hat. Tut mir leid.", sprach ich weiter ruhig zu ihr, denn ich sah, dass sie eingeschüchtert war und zitterte.
"Lillie! Höre doch und schließ die Tür!"
Sie wollte mir gegenüber nicht unhöflich erscheinen, aber anscheinend war ihre Großmutter im Hintergrund sehr böse auf ihr Ungehorsam.
Ich begab mich auf ihre Augenhöhe und versuchte, ihr ruhig und besonnen zu zulächeln.
"In Ordnung, ich lege es ab, ja. Aber dürfte ich kurz mit deiner Grandma reden?"
"Sie ist krank. Eigentlich ist sie nicht so."
"Kannst du sie zur Tür holen?"
"Nein. Ihre Beine sind gebrechlich. Sie liegt im Wohnzimmer auf dem Sofa und kann nicht mehr laufen."
"Ist sonst noch wer bei euch?"
Sie verneinte.
Wie ich schon gedacht habe. Dort stimmte etwas nicht.
Ein leises Schluchzen erklang hinter der Tür. Sie schien zu weinen.
"Grandma hat Krebs im Endstadium. Ihr ist nicht mehr zu helfen. Die Ärzte haben sie aufgegeben."
'Verdamt. Wo bin ich nur rein geraten.'
"Okay, Lillie, richtig?"
Sie nickte.
"Ich bin Cloud. Ich lege das Paket hier ab. Bring es bitte bei Gelegenheit rein und gib es deiner Grandma. Ich verzichte ausnahmsweise auf die benötigte Unterschrift. Ich merke grad dass du nicht weißt was du sollst. Es ist in Ordnung, möchte dich nun nicht noch mehr verunsichern. Kümmere dich um deine Grandma so gut du kannst. Ich kann hier leider nicht ewig verweilen."
"In Ordnung."
Ich lächelte ihr zu und richtete mich auf, setzte meine Sturmbrille auf und wollte mich grad auf den Weg zu Fenrir machen und aufsetzen, da riss sie die Tür weit auf und rief mir hinterher.
"Cloud, sei vorsichtig und pass auf dich auf, ja?"
Ich nickte ihr lächelnd zu und hielt den Daumen hoch.
Den Motor von Fenrir ließ ich aufheulen und fuhr davon mit einem seltsamen Gefühl, sie zurückzulassen.
M:"Okay, warum hast du sie zurückgelassen? Sie war doch offensichtlich allein mit ihrer im Sterben liegenden Grandma.
C:"Klar, so ganz wohl fühlte ich mich auch nicht dabei. Aber was hätte ich deiner Meinung nach machen sollen? Mir einfach einen Weg hinein verschaffen? War doch in dem Moment eine völlig fremde Person für sie. Und sie war sehr verunsichert. Da wollte ich ihr nicht noch mehr zusetzen."
M:"Ja schon, aber du hättest die Möglichkeit vielleicht etwas für sie zu tun. "
C:"Bin ja auch noch gar nicht fertig."
M:"Oh verzeihung. Dann fahr bitte fort. Wollte dich nicht unterbrechen."
In dieser Nacht blieb ich von zu Hause fern, da die fahrt nach Hause zu weit war. Es fiel mir verdammt schwer in dieser Nacht nicht bei Tifa zu sein. Lillie ging mir einfach nicht aus dem Kopf. Ich ließ mich in dieser Nacht in einer Herberge nieder, da ich noch weitere Pakete am nächsten Tag in der näheren Umgebung ausliefern musste. Meine Gedanken kreisten immer und immer wieder.
'Hätte ich anders handeln sollen?'
Ein Blick auf mein Handy verriet mir die Uhrzeit.
21:38
'Entweder sie ruft gleich an oder im Siebten Himmel tobt grad der Bär.'
Ich konnte nicht warten, da meine Gedanken drohten, mich zu zerreißen, also rief ich sie an.
Laut halten meine Stiefel über dem Boden des Zimmers während ich auf und ab lief. Es fühlte sich Gefühlt ein Ewigkeit an, bis sie ran ging.
"Hey Cloud, ist grad bisschen viel los, aber schön, dass du dich meldest."
"Ist grad unpassend?"
"Was ist los? Ist was passiert?"
"Nicht direkt, aber ich brauche dein Ohr."
"Ein Moment, ja?".
"Tifa, ich lauf nicht weg. Ruf zurück, wenn du Zeit hast."
"Cloud…", besorgt klang ihre Stimme auf der anderen Seite.
"Nein, schon in Ordnung. Brauchte dein Ohr etwas länger. Und an Schlaf ist grad sowieso nicht zu denken."
"Geht es dir gut?"
"Könnte besser sein, aber bitte mach deine Arbeit in Ruhe fertig und melde dich später. Dann gehe ich eben duschen."
"Okay, aber Sorgen mache ich mir nun trotzdem."
"Keine Sorge, körperlich geht es mir gut."
"Verstehe...'ein Moment bin sofort bei Ihnen' ich drück dich ja. Ich ruf dich später an."
"Gut."
Nach der spärlichen Dusche zog ich meine Kleidung wieder an, was ich im Nachhinein etwas bereue. Dazu komme ich später zurück.
Ein erneuter Blick aufs Handy.
22:17
Ich saß auf dem Bett und starrte regelrecht aufs Display, bis es anfing in meiner Hand zu vibrieren. Endlich, Tifa rief an. Ich nahm ihren Anruf an und lauschte.
"So nun bin ich da für dich. Was liegt dir auf dem Herzen?"
"Zu viel."
"Hast du nicht alles geschafft, was du wolltest? Ist doch nicht schlimm. Morgen ist auch noch ein Tag."
"Mein Kopf zerreißt mich."
"Was ist vorgefallen?"
"Ich weiß nicht, ob ich richtig gehandelt habe."
Wenn ich so noch tiefgründiger nachdachte, sollte es wieder so sein, dass ich dort auftauchte. Wie bei Denzel damals. Dies wurde mir während des Telefonats mit Tifa dann wieder klar.
"Was hast du gemacht, Cloud?"
"Eines von Reeves Paketen ausgeliefert."
"Die nicht so schön sind."
Kurz war Stille.
"Ich fahr morgen nochmal hin..."
"Cloud..."
"...und rufe Reeve morgen an, ob man..."
"Cloud..."
"... Sie ist allein und hat niemanden..."
"Cloud, stopp."
Wieder kurz Stille, gefolgt von einem schweren Seufzer von Tifa.
"Cloud, du bürdest dir wieder etwas auf. 'Aerith warum quälst du ihn so? Oder uns?' Ich fühle mit dir."
"Du verdächtigst sie also auch?"
"Das hast du natürlich nicht überhört."
"Ich muss zu Lillie morgen nochmal hin."
"Ein Mädchen. Wie alt?"
"Ich schätze im selben Alter wie Marlene und Denzel."
"Hm, sehr offensichtlich. Aber Cloud, wir haben keinen Platz."
"Ich weiß. Daher werde ich mit Reeve reden. Soweit ich weis vermitteln die WRO Waisenkinder an Familien."
"Cloud sei vorsichtig."
"Du schlägst mir diesen Gedanken also nicht aus?"
"Nein, es sollte wohl so kommen. Sie scheint es so zu wollen."
"Okay, ich denke auch."
Ein Rascheln ertönte. Sie schien sich im Bett zu befinden. Auch ich machte es mir nun etwas bequem auf dem Bett. Aber ich hasste es, auf diesem Bett zu liegen. Ein Bett, auf dem schon viele andere lagen.
Habe mich auch auf unserer Reise nie richtig damit anfreunden können.
"Cloud…?"
"Ja."
"Das Bett ist so leer..."
"Ja, ich bin nicht da."
Wieder ein Rascheln. Vermutlich nahm sie sich mein Kopfkissen und begann es zu knuddeln. Als ob ich dies spürte, überfuhr mir eine Gänsehaut.
"Tifa?"
"Hmm"
"Ich glaub ich vermiss dich. Es erinnert mich gerade ganz böse an letztes Jahr."
"Hast du mich auch dort vermisst?"
"Immer."
Erneutes Rascheln.
"Was machst du?", fragte ich und lächelte dabei.
"Willst du nicht wissen."
Und ob ich das Wissen wollte.
Allein diese Aussage, die sie tat, bewirkte sehr viel.
C:"An dieser Stelle hätte ich am besten meine Kleidung ausgezogen oder mehr Kleidung zum Wechseln eingepackt, hätte ich da gewusst, dass ich sehr wahrscheinlich länger von zu Hause wegbleiben würde."
M: "Ey, nicht dein Ernst? Echt jetzt?"
C:'lächlt verlegen und errötet etwas' "Hey, sie hat mich in dem Moment etwas abgelenkt und mir dabei geholfen, etwas schlafen zu können…"
Lautes Gelächter im Studio
M:"Hey, ich fühl dir da voll mit. Bist doch auch nur ein Mann. Ich glaube, dafür brauchst du dich nicht entschuldigen."
C:"Dafür sowieso nicht. Ich entschuldige mich nur grad das ich euch hier sehr privates Preis gebe."
M:"Oh, wird es ärger geben?"
C:"Nein. Und wenn natürlich verdient." 'grinst frech'
M:"Uh, hier scheint sich jemand auf ärger zu freuen, Tifa."
Es kehrt im Studio langsam wieder Ruhe ein und Cloud erzählt weiter.
Ich lieferte am nächsten Tag die restlichen Pakete aus und fuhr noch mal zu den Miller's zurück. Wie es schien, wurde ich schon erwartet oder man hatte mein kommen durch Motorgeräusche von Fenrir mitbekommen. Denn die Tür stand einen Spalt offen. Ich lief auf die Tür zu, da beschlich sich wieder ein seltsames Gefühl in mir. Ein Geruch, der mir leider sehr vertraut war, stieß mir entgegen.
"Hallo."
Machte ich mich bemerkbar und ging vorsichtig hinein.
Ich blickte um mich. Und was ich vorfand, war ein bisschen Chaos. Verwelkte Blumen in Töpfen, die quer im Raum standen. Auf dem Sekretär im Flur lagen ungeöffnete Briefe. Und im Allgemeinen wirkte es hier ziemlich düster. Ein leises Winseln kam aus dem Nebenzimmer. Es klang nach Lillie, die weinte. Ich betrat das Zimmer und was ich vorfand, ließ mich kurz erschüttern. Lillie saß weinend vor dem Sofa und hielt die leblose Hand ihrer Großmutter.
'Tod. Der Geruch von Tod ist deutlich im Raum.'
Ich ging langsam auf sie zu und legte sanft meine Hand auf ihre Schulter. Sie erschrak unter meiner Berührung und schaute mich mit weit aufgerissenen und Tränen überfluteten Augen an. Ich hielt sie mit meinem Blick fest, nahm ihre Hand, in der sie die kalte Hand ihrer Großmutter hielt, und umschloss sie mit meinen eigenen Händen. Langsam begab ich mich auf ihre Augenhöhe und habe darauf geachtet, ihren Blick zu behalten.
"Sie schläft so friedlich."
Mit einem leichten nicken antwortete sie mir und sprang mir im nächsten Moment in die Arme. Sie schluchzte und fing wieder richtig an zu weinen. Ich unterbrach sie nicht und ließ sie einfach weinen
*Cloud sei nicht so kalt. Lege deine Hand auf ihre Schulter*
Ich tat, wie die Stimme mir befiel.
*Gut. Sie braucht dich jetzt. Bleib bei ihr*
Ich nickte der Stimme zu und versuchte meinen angespannten Körper etwas zu lockern und erhaschte einen kurzen Blick auf den leblosen Körper, der dort auf dem Sofa lag.
"Sie lächelt."
Lillie beruhigte sich etwas und schaute mich an.
"Was?"
"Deine Grandma. Sie lächelt."
"Ja, sie scheint friedlich eingeschlafen zu sein."
Langsam löste sie sich aus meinem Arm und wischte sich die Tränen weg.
"Oh, tut mir leid, ich hab dich voll geweint.", sagte sie und versuchte, den Rest ihrer Tränen auf meinem Hemd wegzuwischen.
"Schon gut, entschuldige dich nicht dafür."
Etwas überrascht schaute sie mich an.
"Cloud, wie bist du eigentlich reingekommen?"
"Durch die Tür, die offen stand."
"Sie war offen?"
"Ja, hast du sie nicht geöffnet? Hast du nicht mitbekommen, dass ich gekommen bin?"
"Nein, ich war bis jetzt gerade unter Schock, seit ich Grandma hier leblos liegen sah."
Ich schaute leer durch den Raum.
'Es musste…'
"Denn hat sie es getan, um dich rein zu lassen."
Schockiert schaute ich Lillie in die Augen.
'Wen meinte sie denn?'
"Wer?", fragte ich überrascht nach.
"Deine Freundin." sagte sie und lächelte mich an.
"Du meinst deine Grandma."
"Nein, Grandma konnte doch nicht mehr laufen. Sie sagte, sie sei eine Freundin von dir."
'Aerith.'
Ein Gefühl von Erleichterung durchfuhr mich und ich begann zu lächeln.
"Ich verstehe."
"Cloud? Was machen wir nun?", fragte sie mich und schaute zu ihrer Grandma.
"Tja, was schwebt dir vor? Was wäre deiner Meinung nach ein würdevoller letzter Gang für sie?", fragte ich vorsichtig.
Sie fing an zu überlegen.
"Überlege ruhig in Ruhe. Ich müsste kurz telefonieren. Bin gleich zurück, ja."
"Okay…"
Ich stand auf und nahm mein Handy.
14:53
Während ich die Nummer von Tifa wählte, ging ich aus dem Zimmer in den Flur.
"Tuuuut..."
'Bitte Tifa geh ran.'
"Tuuuut..."
'Bitte geh ran!'
"Tuuuut..."
'Verdammt!'
Um diese Uhrzeit macht sie meistens Erledigungen. Also blieb mir gerade nichts anderes übrig, als selbständig zu handeln. Ich atmete tief ein und hörbar kräftig wieder aus.
*Bruder, du schaffst das schon. Sei stark…Für sie*
Ich schloss die Augen und nickte. Seine Stimme beruhigte mich etwas.
*Du bist nicht allein. Gemeinsam schaffen wir es*
'Gemeinsam?'
Ich öffnete die Augen und sah ein paar dunkle Springerstiefel vor mir am Boden stehen. Ruckartig hob ich meinen Kopf und sah Ihn. Er stand tatsächlich vor mir und lächelte mich an.
M:"Wer?"
C:"Zack."
M:"Der ist doch verstorben, sagtest du."
C:"Richtig. Aber sowohl Aerith als auch Zack begleiten mich anscheinend noch immer. In solchen Momenten schenken sie mir unheimlich viel Kraft und Mut, auch solche für mich schwierige und emotionale Situationen zu meistern."
M:"Kommt es oft vor?"
C:"Kommt immer auf die Situation an. Ich denke, sie fühlen oder spüren, dass ich innerlich zerfallen. Aber dass Zack sich in dem Moment mir zeigte, war einfach sehr beruhigend."
M:"Kann ich mir vorstellen."
C:"Sicher denken nun alle die das grade hören ich sei verrückt. Alter, der kann Tote sehen, hören, spüren, was auch immer."
M:"Ich finde das gar nicht so verrückt."
C:"Nein?"
M:"Ich kenne viele, die mit Verstorbenen aus dem Lebensstrom heraus kommunizieren können. Ist gar nicht so ungewöhnlich."
C:"Okay. Jedenfalls zeigen sie sich selten. Hören tue ich sie öfter."
M:"Denn schien es dir in dem Moment wirklich nicht gut zu gehen."
C:"Ja, ich drohte wieder abzuhauen. Fühlte mich der Situation alleine nicht gewachsen, und Tifa konnte ich in dem Moment nicht erreichen."
Jedenfalls sah ich Ihn an und er lächelte mir zu.
Ich begann in einem Flüsterton zu ihm zu sprechen.
"Hast du die Tür geöffnet?" und deutete mit meinem Blick zur Tür. Er grinste mich an.
"Nein, da war Aerith wohl schneller."
"Ist sie hier?"
"Schau doch mal raus." sagte er und schaute durch den Hintereingang des Flures. Ich folgte seinem Blick und schaut hinaus. Die Sonne strahlte durch die Scheibe der Landhaustür.
"Zack, das ist die Sonne…", sagte ich und weg war er. So plötzlich wie er auftauchte, war er auch wieder verschwunden.
"Wer ist Zack?", fragte Lillie mich, die nun fragend vor mir stand.
"Ein alter Freund."
"Ist er verstorben?"
"Ja."
"Ist er also auch hier, um Grandma abzuholen."
Nun schaute ich sie fragend an.
"Auch hier? Wer ist denn noch hier?", fragte ich sie überrascht.
"Deine Freundin.", sagte sie und lächelte mich an.
Ich hielt kurz inne, um mich dann im nächsten Moment wieder zu ihr hinunter zu knien.
"Hast du dir überlegt, was wir machen sollen?"
"Ja, Grandma liebte es, im Sommer unter dem Kirschbaum zu sitzen. Sie findet auch, dass es eine gute Idee ist, sie dort zu begraben.
"Gut, dann tun wir das."
"Grandma hätte das bestimmt gewollt."
"Dann zeige mir wo und bring mir eine Schaufel oder Sparten und ein großes Laken für deine Grandma."
Sie nahm meine Hand und führte mich durch die Hintertür nach draußen in den Garten. Ein großer Kirschbaum in voller Blüte stand majestätisch im Zentrum des Gartens. Lillie rannte voraus, während ich den Blick über den Garten schweifen ließ. Einige Blütenblätter des Baumes wehten im Wind und verschwanden hinter dem kräftigen Stamm.
'Moment, da ist Sie. Ich habe dich gesehen, Aerith.'
Sie war tatsächlich anwesend. Ich folgte Lillie zur Kirschblüte und stand nun unmittelbar neben Aerith.
"Hier soll Grandma liegen."
"In Ordnung. Wenn du es sagst."
"Ich glaube, im Schuppen hatte Grandma noch einen Sparten. Ich hol ihn dir. Warte hier, Cloud."
"Ist gut."
*Gut so Cloud. Du bist stark und machst es richtig toll*
Ich nickte beim Klang ihrer Stimme und spürte im nächsten Moment eine leichte Berührung an meinem Arm. Als ob sie ihre Hand auf ihn legte.
*Sie lächelt, obwohl sie voller Trauer ist. Denn du bist hier.*
"Hier Cloud, leider nur einer.", sagte Lillie etwas enttäuscht und hielt mir den Sparten hin.
"Ich brauch doch nur einen. Du hattest doch nicht vor mir zu helfen?"
"Doch."
"Nein, alles gut, das schaff ich schon. Geh du nur rein und suche bitte ein großes Laken für Sie."
"Okay."
Ich zog meine Handschuhe zurecht und fing an zu graben. Einen Spatenstich folgte dem nächsten.
'Ich bin Kurierdienst- Lieferant. Kein Grabwärter.'
'Ich bin Kurierdienst- Lieferant. Kein Grabwärter.'
'Ich bin Kurierdienst- Lieferant. Kein Grabwärter.'
Ich sprach diese Worte immer und immer wieder laut im Kopf. Wieder und wieder fragte ich mich, was ich dort mache. Ich schrie mich förmlich selber an. Ich schrie mich an, um den Sparten fallen zu lassen und zu verschwinden. Schweißperlen rinnen mir übers Gesicht. Ob sie von der körperlichen Anstrengung kamen oder von der Panik, die in mir herrschte. Sicher war es eine Mischung von beidem.
Plötzlich spürte ich das Vibrieren meines Handys in meiner Hosentasche. Mein erster Gedanke war 'Tifa.'
Ein kurzer Blick aufs Display.
15:26
Ich nahm sie ab und legte das Handy ans Ohr.
"Cloud, du hattest angerufen. Was ist los? Geht es dir gut?"
"Tifa, es tut gut, deine Stimme zu hören."
"Bist du auf dem Rückweg?"
"Nein, ich bin nochmal zurückgefahren."
"Zurück? Zu dem Mädchen?"
"Ja, es ist eingetroffen was ich erahnt hatte."
Eine Pause entstand. Sie schien zu überlegen, was sie sagen sollte. Auch ihr fällt das Thema Tod sehr schwer.
"Du wirst bei ihr bleiben, richtig?"
"Ich bin gerade dabei, ein Grab zu schaufeln. Ich werde hier so schnell nicht weg kommen."
"Halte sie fest, Cloud. Sei gut zu ihr. Sie braucht es, besonders jetzt."
'Und wer hält mich?'
"Ich gebe mir mühe."
"Du kannst es. Das weiß ich. Ganz sicher."
'Tifa, ich stehe kurz vor einer Panik Attacke.'
Wieder war kurz Stille.
"Hast du Reeve schon angerufen?"
"Mist, da sagst du was. Werde ich gleich direkt tun."
"Mach das…Und Cloud?"
"Ja?"
"Du bist nicht allein. Ich denk an dich und bin bei dir. Melde dich zwischen durch, ja."
'Danke, Tifa. Das brauche ich jetzt.'
"Klar, immer. Lieb dich."
"Ich liebe dich auch, Cloud."
Ein Gefühl der wärme durchströmte mich beim klang ihrer Worte. Bei ihr klingt es so einfach. Ich tue mich noch heute schwer damit, meine wahren Gefühle offenkundig preiszugeben. Bevor ich es vergaß, rief ich direkt Reeve an. Der war aber gerade nicht zu erreichen. Er wird zurück rufen. Ich steckte mein Handy zurück in meine Hosentasche und setzt das graben fort. Ein Spatenstich nach dem anderen. Meine Stiefel und meine Hose waren mit Erde bedeckt.
"Cloud, kann ich dir was helfen?"
Erschrocken drehte ich mich zur fragenden Stimme, die Lillie gehörte um und schaute sie an.
"Mir helfen?"
'Ja, mich vielleicht kurz halten und sagen, dass ich es gut mache.'
"Ja, ich habe ein Laken gefunden.", sagte sie freudig. Trotz Trauer strahlte sie.
'Warum strahlt sie so?'
"Vielleicht könntest du mir ein Glas Wasser bringen?"
"Oh ja, du siehst durstig aus."
Sie rannte hinein und kam kurze Zeit später wieder raus mit einem Glas Wasser und einem 'Dummapfel' in der Hand. Sie reichte es mir und ich versuchte Dankbarkeit zu zeigen und nahm es an.
"Vielen Dank, Lillie." sagte ich und leerte das Glas in einem Zug.
"Oh du hattest wirklich großen Durst.", staunte sie drüber, als ich ihr das leere Glas wieder in die Hand drückte.
"Hältst du den für mich noch kurz fest? Ich bin hier gleich fertig und würde ihn dann essen."
"Okay."
Die letzten Spatenstiche machte ich zügig fertig und setzte mich auf den Boden. Ich atmete tief durch und genoss den Moment der Ruhe. Lillie setzte sich neben mich. Ich zog meine Handschuhe aus, holte ein kleines Taschenmesser aus meiner Tasche und begann den Apfel klein zu schneiden.
"Hier, lass ihn uns teilen."
"Danke." sagte sie und schmiegte sich an mich.
"Danke, Cloud."
"Ich habe dir zu danken, dass du mir diesen Apfel angeboten hast."
"Nein, ich danke dir für alles. Dass du hier bei mir bist."
"Klar."
"Sie hat mir gesagt, du wirst kommen wenn es soweit ist und mir Trost schenken."
"Ach hat sie das?"
"Sie sagte, es sei deine Aufgabe hier zu sein."
"Achso, ist das meine Aufgabe? Verstehe."
Wir saßen gefühlt eine Ewigkeit so da. Sie schien meine Gesellschaft zu genießen. Ich erhob mich, zog meine Handschuhe wieder über und klopfte die Erde von meiner Kleidung. Nun kam etwas, was mir nicht gefiel. Aber wenn ich es nicht tat, tat es keiner.
"Lillie, komm, sie wartet."
Sie nickte und ihr Blick trübte sich. Sie ahnte, was nun kommen würde. Gemeinsam Seite an Seite gingen wir rein. Ihre zarte Hand suchte halt an meiner starken.
M:"Oh man, respekt ich könnte das nicht."
C:"Ja, mir fiel das auch nicht leicht. Hatte echt hart mit mir zu kämpfen. Aber sie ist mir noch immer sehr dankbar dafür, dass ich bei ihr war. Sie sagt es mir immer wieder."
M:"Klar, du warst bei ihr, als sie hilflos war und hast ihr geholfen, diese Situation zu meistern."
C:"Ich würde sagen, wir haben uns gegenseitig geholfen und unterstützt."
M:"Ah, du sagtest, sie drückt dir noch immer ihre Dankbarkeit aus. Besteht also noch immer Kontakt zu ihr?"
C:"Ja, sie versteht sich gut mit Marlene und Denzel. Sie hat eine Familie in unserer Nachbarschaft gefunden und ist regelmäßig bei uns. Ich glaube, sie braucht es auch. Denn ich muss sagen, der Tod ihrer Grandma war für sie ein tragischer Verlust. Aber wir hatten auch einige Momente zusammen, da lachten wir viel."
M:"Wirklich? Erzähl."
Das schwierigste von allem hatte ich gemeistert und schaute nun auf den Haufen frischer Erde vor mir.
*Gut gemacht, Cloud. Wirklich gut gemacht*
Hörte ich sie beide zu mir sagen und spürte ihre beiden Hände auf meinen Schultern.
"Ruhe in Frieden, Miss Miller.
Lillie war derweil im Garten und sammelte ein paar Blumen und legte sie mit voller Hingabe auf ihr Grab.
"Schlaf gut Grandma. Nun hast du keine Schmerzen mehr und kannst ewig an deinem Lieblingsplatz liegen. Ich hab dich lieb."
Ich richtete mein Gesicht nach oben in den Himmel und schloss die Augen. Dies tue ich immer, wenn ich ein Gefühl der Erlösung verspüre. Es beruhigt mich. Besonders wenn es zu regnen anfängt. Als ob all das Leid von einem abgespült wird. Einen kurzen Moment nahm ich nichts mehr wahr.
"Cloud! Hey Cloud! Was ist, warum hörst du nicht?!", hörte ich Lillie von weitem nach mir rufen, die mich aus meiner Trance weckte.
"Was?"
Ich schaute um mich und entdeckte, dass sie schon vor der Tür stand.
"Komm rein oder willst du klatschnass werden?"
"Nass werden?"
Dann bemerkte ich, dass aus dem leichten Schauer ein Platzregen wurde. Ich nahm schleunigst meine Beine in die Hand und verschwand schnell durch die Tür ins Innere des Hauses. Lillie lachte, als sie mich sah, wie ich Nass im Flur stand.
"Hey, lachst du mich grad aus?" neckte ich sie ein klein wenig.
Sie lachte einfach weiter. Laut und herzhaft. Dieses Lachen kam tief vom Herzen und steckte mich ein wenig an. Auch ich begann etwas zu lachen.
"Super die Dusche habe ich dann schon mal gespart."
"Aber deine Frisur sitzt trotzdem noch."
"Ja,da brauch ich nicht viel machen. War schon immer so."
"Irgendwie niedlich,wie ein wildes Chocobo-Küken."
"Danke, du nicht auch noch."
Sie kicherte einfach weiter. Es war mir nichts Neues, mit Chocobos verglichen zu werden. Ich nahm es ihr nicht übel, denn ich mag Chocobos.
Ich stimmte ihrem Kichern mit ein, bis es wieder einmal in meiner Hosentasche vibrierte. Es war Reeve. Ich ging ran. Während ich ihm erzählte, wo ich mich grad befand und was mein Anliegen war, machte Lillie in der Küche ein paar Sandwiches fertig.
Die Uhr zeigte 17:57
Ich war gezwungen, eine weitere Nacht nicht nach Hause zu können.
"Ist gut, Cloud. Ich kümmere mich drum. Bleib bei ihr und bring sie morgen her."
"Ist gut.", sagte ich und beendete das Gespräch.
18:05.
In diesem Moment fühlte sich mein Herz schwer an. Sehnsucht machte sich breit.
'Tifa…Denzel und Marlene.'
Gerade wollte ich sie anrufen, da rief Lillie mich. Ich ging zu ihr und sah die Sandwiches fertig auf dem Tisch stehen.
"Los, greif zu."
"Wow, die sehen toll aus.", schmeichelte ich ihr und griff nach einem und biss rein.
Sie nahm eins und biss hinein.
"Die sehen nicht nur so aus, die sind auch total lecker. Fast so gut wie die von…", hielt sie inne.
"Was passiert jetzt mit mir?"
"Ich habe grad mit einem guten Bekannten gesprochen, der Kontakte zu Familien hat, die Waisen aufnehmen."
"Du meinst also ich komme zu fremden Leuten?"
"Ja."
Sie seufzte und schaute zu Boden.
"Ich möchte aber bei dir bleiben, Cloud."
"Verstehe ich, aber das geht nicht."
Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Sie fing an zu weinen.
'Das wollte ich nicht. Wann hat sie in dieser kurzen Zeit eine so feste und innige Bindung zu mir aufgebaut? Und es wird mit Sicherheit nicht weniger werden.'
"Glaub mir, wären mir nicht die Hände gebunden, wäre ich der Letzte, der dich verweigern würde. Ich finde, wir kommen ganz gut miteinander aus."
Sie nickte und wischte sich die Tränen weg.
"Aber ich verspreche dir, ich werde dafür sorgen, das du wirklich in ein liebevolles Zuhause kommst."
"Ist gut.", sagte sie und sprang in meine Arme.
Ganz fest schmiegte sie sich an mich. Mein Körper spannte sich etwas unter ihrer Geste an. Genau wie bei Marlene und Denzel fühle ich mich erst unbeholfen, wenn sie dies bei mir machen. Aber kurz darauf entspanne ich mich und lege meinen Arm um sie.
"Ich mag dich Cloud, aber…", sagte sie und löste sich aus meiner Umarmung.
'War ich etwas zu grob?'
"...Du bist nass."
C:"An dieser Stelle bereute ich es, nicht mehr Klamotten dabei zu haben. Wie ich ja schon sagte, am Abend in der Herberge lag ich voll bekleidet im Bett." 'errötet' "Was Ich hätte nicht tun sollen."
M:"Stimmt, sagtest du ja."
C:"Nun war ich gezwungen, leicht bekleidet vor ihr zu stehen."
M:"Hatte sie keine Kleidung, die du hattest anziehen können?"
C:"Leider nein."
Ich kratzte mich verlegen am Hinterkopf und spürte, dass ich leicht errötete, nachdem ich mich aus meinen nassen Klamotten schälte und nur bis auf Shorts vor ihr stand. Auch sie hatte sich zwischenzeitlich in Schlafklamotten geschmissen und legte sich in das große Bett des Schlafzimmers.
"Ich…Schlaf glaub ich lieber…Auf dem Boden.", sagte ich und nahm mir das Kissen samt Decke und wollte mich grad hinlegen.
"Warum? Das Bett ist doch groß genug? Ist doch nicht bequem da unten auf dem Boden."
"Mir ist grad nicht so ganz wohl dabei. Ich liege nicht mal mit Marlene so leicht bekleidet im Bett."
Sie begann etwas frech zu grinsen.
"Mich stört es echt nicht, Cloud. Wie gesagt, das Bett ist groß genug."
Ich überlegte kurz.
'Obwohl, sie hat recht. Dort hätte selbst Barrett noch locker Platz in der Mitte.'
Also nahm ich das Kissen und die Decke wieder in die Hand und legte mich zu ihr aufs Bett.
"Siehst du, ist doch nichts bei. Und es ist deutlich bequemer als der Boden."
"Du hast recht, aber wäre für mich nicht das erste Mal, auf dem Boden zu schlafen."
"Echt nicht?"
"Nein. Auf unserer Reise hatten wir nicht immer das Glück, eine Herberge zu finden."
"Auf eurer Reise?"
"Ja."
Sie schaute mich aufgeregt und mit weit aufgerissenen Augen erwartungsvoll an. Ich begann zu lächeln, als ich in Erinnerungen schwelgte.
"Erzähl mir von eurer Reise."
"Gerne."
Doch bevor ich anfangen konnte, meldete sich mein Handy. Es war Tifa, die anrief.
"Das muss kurz warten. Ich erzähl es dir gleich gerne. Aber da muss ich einmal kurz rangehen, ok."
"Ist gut. Ich kann warten."
Innerlich fühlte ich eine große Freude Tifa's Stimme zu hören.
"..."
"Hey Cloud. Danke fürs melden zwischendurch."
Sie klang leicht verärgert.
"Tut mir leid, Tifa. Ich habe die Zeit nicht gefunden…Ich…" versuchte ich mich zu erklären.
"Alles gut, 'sie lachte leicht' erkläre dich doch nicht immer. Ich hatte mir schon gedacht, dass sich unser Telefonat auf heute Abend beschränken würde. Wie geht es dir bzw euch?"
"Mir geht es soweit ganz gut. Und Lillie scheint es den Umständen entsprechend auch ganz gut zu gehen.", antwortete ich ihr und schaute zu Lillie rüber.
"Ach wirklich? Darf ich sie mal sprechen?"
"Äh, klar. Aber warum?"
"Gib sie mir doch einfach mal.", forderte Tifa.
'Was Tifa wohl von ihr will?'
Ich reichte Lillie mein Telefon. Sie schaute mich fragend an.
"Da möchte dir jemand hallo sagen."
"Ok."
Vorsichtig nahm sie es in die Hand und legte es an ihr Ohr und lauschte.
"Hallo?"
Sie lächelte, als sie Tifa's Stimme vernahm. Und nickte hin und wieder.
'Was erzählt Tifa ihr gerade?'
"Ja, das ist er.", betätigt sie ihr am Telefon und schaut mich kurz an.
'Ah, sie redet über mich.'
Lillie lächelte etwas und schaute mich dabei an.
"Ja, macht er gerade."
'Was mache ich gerade? Ich schaue nur zu, wie sie mit Tifa telefoniert.'
"Ist gut, Bye." sagte sie noch und reichte mir wieder das Telefon.
Etwas skeptisch über das, was Tifa ihr gesagt haben muss, legte ich mein Telefon an mein Ohr.
"Was hast du ihr erzählt oder gefragt?"
"Das möchtest du jetzt gerne wissen?"
" Klar."
" Du musst nicht immer alles wissen, was Mädchen unter sich bequatschen."
"Oh ha, Mädchenkram also. Klingt da bisschen Eifersucht in deiner Stimme?" , fragte ich sie neckisch.
"Cloud, sie ist im Alter von Marlene. Ich glaube, da habe ich keinen Grund eifersüchtig zu sein. Und außerdem kenn ich dich in der Hinsicht sehr gut und ich vertraue dir."
'Ja, das stimmt. Derjenige, der hin und wieder ein Problem damit hat, bin ich. Heute noch.'
"Nein, ich habe ihr nochmal ein aufrichtiges Beileid zugesprochen und dass es mit der Zeit besser wird und sie sich glücklich schätzen kann, dass du bei ihr bist. Sie soll die Stunden mit dir genießen."
"Okay. Danke Tifa. Ich weiß deine lieben Worte zu schätzen. Aber ich weiß aktuell, dass ich fürs nächste mal wenn ich auswärts fahre, ein paar Klamotten mehr ein packe."
" Warum?"
"Es gab hier vorhin starker Platzregen. Bin klatschnass geworden."
"Und wo ist das Problem? Du hattest doch noch einen Satz Klamotten mehr mit."
Ich drehte mich kurz weg und senkte meine Stimme in Flüsterton.
"Ja, die hatte ich gestern Abend bei unserem Telefonat komplett an."
Ich spürte eine Wärme in mir, als ich mich an das Telefonat vom Vorabend zurück erinnere.
"Oh okay, ich verstehe.", sagte Tifa und lachte etwas.
"Und ehm, ich glaube wir sollten… auflegen."
"Dein ernst, Cloud?"
Ich versuchte, unbemerkt etwas unter die Decke zu schauen, um das Ergebnis der bleibende Erinnerung zu begutachten. Leider sehnte sich mein Körper doch sehr nach Tifa.
"Ja, leider. Ich reagiere doch etwas stark auf deine 'Stimme'."
"Cloud! Da liegt ein Mädchen neben dir."
"Ich weiß und deswegen glaube ich, dass es besser ist, wenn wir auflegen. Vermisse dich halt doch sehr."
"Okay, schlaf gut. Denk an dich. Und fahr morgen besonders vorsichtig, ja?"
"Gute Nacht Tifa. Lieb dich. Und ja, mach ich doch immer."
"Ich lieb dich auch, Cloud. Bis morgen."
"Bye."
Ich legte auf, atmete einmal tief durch und wandte mich Lillie zu. Sie lag schon fast schlafend im Bett.
"Schläfst du schon?"
"Nein, noch nicht."
"Gut, dann erzähl ich dir etwas von unserem Abenteuer."
Während ich anfing zu erzählen, lauschte sie mir zu und schlief ein. Auch ich schlief irgendwann ein.
M:"Okay, und wie ging es dann weiter?"
C:"Ich ließ sie am nächsten Morgen ein paar wichtige Habseligkeiten einpacken, die ihr besonders wichtig waren. Bilder und Kleidung. Und das Paket hatte sie noch nicht geöffnet. Sie bat mich darum, dass sie es gerne mit mir zusammen machen möchte. Sie fürchtete sich etwas davor."
M:"Ach wirklich?"
C:"Ja, jedenfalls tat ich ihr diesen Gefallen. Im Groben wusste ich ja, was sich darin befand. Aber ich war etwas überrascht, als ich ein Bild in der Schachtel fand."
M:"Ein Bild? Was für eins?"
C:"Ein Gruppenbild. Ein Gruppenbild eines Trupps, auf dem Ihr Vater zu sehen war. Aber nicht nur ihr Vater..."
"Cloud bist du das?", fragte Lillie mich, als sie das Bild fand.
"Was?"
Ich schaute mir das Foto genauer an. Und sie hatte tatsächlich recht. Auf diesem Gruppen Bild war auch ich zu sehen.
M:"Nicht dein Ernst. Miller? Hieß nicht dein Sergeant so?"
C:"Gut aufgepasst, denn so ist es. Sie gab mir das Foto. Wollt ihr sehen?"
M:"Ja klar, zeig mal her."
C:'kramt das Foto aus seiner Tasche und zeigt es'
M:'schaut sich das Foto an' "Klar unverkennbar. Du stichst hervor. Wie alt bist du da?"
C:"Das Bild muss kurz nach meiner Aufnahme entstanden sein. Seht, ich trage dort noch meinen Zopf. Also muss ich dort 16, knapp 17 sein."
M:"Interessant."
C:'packt das Foto wieder zurück in seine Tasche' "Sie packte dann halt ein paar Sachen ein und wir machten uns dann gemeinsam auf den Weg nach Edg. Reeve hatte sich zwischendurch auch gemeldet, als wir kurz rasteten. Er wollte berichten, dass er ein Paar im Alter von 32 und 34 gefunden hatte, die sich freuen würden, sie aufzunehmen. Schön war es auch, dass sie aus unserer Nachbarschaft kamen. Tifa kennt Hellen sogar. Sie trinkt öfters mal mit ihr zusammen einen Kaffee in der Bar. Also Lillie ist wirklich in gute Hände gekommen."
M:" Oh, das ist doch wirklich schön. Das freut mich. Dieses Glück hat sie mehr als verdient."
C:"Absolut. Es freut mich selber, sie nun auch da glücklich aufwachsen zu sehen. Sie kommt uns regelmäßig besuchen. "
M:" Sehr schön. Wenn du nun fertig bist und nichts mehr auf den Herzen hast, würde ich dich nicht länger aufhalten wollen."
C:'verneinte'
M:"Gut, dann bedanke ich mich bei dir Cloud, dafür dass du uns mitgenommen hast und uns einen so tiefen und intimen Einblick in dein Leben gegeben hast."
C:"Gern. Ich hoffe, es hat euch einigermaßen gefallen und nicht zu sehr gelangweilt. Weil ich finde, so interessant ist mein Leben nie gewesen."
M:"Hehe das sehen die Zuhörer hier aber ganz anders. Hier sind schon ganz viele Zustimmung für eine Fortsetzung."
C:'lacht' "Ich Wünsche euch allen einen schönen... Wie spät ist es eigentlich schon... Abend? Wow, 19:47. Ja, einen schönen Abend. Tifa, ich bin gleich zu Hause. Ausnahmsweise mal früher als gewohnt. Danke, dass ich hier sein durfte, und danke fürs zahlreiche Zuhören da draußen. Ihr seid Wahnsinn. Bis zum nächsten Mal." 'verabschiedet sich nun ganz, legt die Kopfhörer beiseite, kramt seine Sturmbrille aus seinem Hemd und verlässt glücklich und zufrieden wirkend die Kabine.'
Wenige Minuten später hört man das Brummen von Motoren Geräusche die Straße hinunter fahren.
